Auszeichnung als dynamisches Wirtschaftsunternehmen unter »Bayerns Best 50« Home of Hardware zwischen Hubschrauberabsturz, Rekordumsatz und bayerischen Auszeichnungen

Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Online-Versender Home of Hardware (HoH) ist regelmäßig in den Schlagzeilen. Ob es sich um einen Hubschrauberabsturz auf der Firmenfeier, den Einstieg von Premiere, Rekordumsätze oder um die Aufnahme in die Riege der Bayerns-Top-50-Unternehmen handelt – bei HoH ist immer etwas los. IT-BUSINESS sprach mit Firmenchef Martin Wild über sein tägliches Geschäft.

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Martin Wild hat gleich nach dem Abitur sein Unternehmen gegründet und kontinuierlich ausgebaut. Im Kalenderjahr 2007 erzielte HoH einen Umsatz in Höhe von 66,33 Millionen Euro.
Martin Wild hat gleich nach dem Abitur sein Unternehmen gegründet und kontinuierlich ausgebaut. Im Kalenderjahr 2007 erzielte HoH einen Umsatz in Höhe von 66,33 Millionen Euro.
( Archiv: Vogel Business Media )

Nach dem dramatischen Hubschrauber-Absturz am Tag der offenen Tür vor rund einem Monat, war in Westendorf zunächst nicht mehr an das reine Tagesgeschäft zu denken. Geschäftsführer Martin Wild, der für den Folgeflug anstand, gehörte zu den Ersthelfern, die die verunglückten Passagiere aus dem Wrack des Fluggerätes bargen. »Ich fürchtete ständig, der Hubschrauber könnte Feuer fangen oder gar explodieren«, so der Firmenchef damals.

Das Ereignis ist inzwischen verdaut, insbesondere, weil es keine schweren Verletzungen gab und Wild aufgrund persönlicher Kontakte zu den Verunglückten weiß, dass sich schon kurze Zeit später keiner der Passagiere mehr im Krankenhaus befand.

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Die Zeit ist also reif, um wieder über das Tagesgeschäft zu sprechen. IT-BUSINESS befragte Martin Wild über Preisdruck in verschiedenen Segmenten des Online-Handels und über die Auszeichnung »Bayerns Best 50«, die HoH vor kurzem zuteil wurde.

Das Unternehmen wurde nämlich von Bayerns Wirtschaftsministerin Emilia Müller in die Riege der dynamischsten Wachstumsunternehmen Bayerns aufgenommen. Mit der Auszeichnung »Bayerns Best 50« werden Unternehmen geehrt, deren Mitarbeiterzahl und Umsatz in den letzten fünf Jahren weit über den Durchschnitt gewachsen sind. Die Auswahl der Preisträger traf die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young.

ITB: Jetzt haben Sie es amtlich: HoH zählt zu den dynamischsten Unternehmen Bayerns. Was sagen Sie zu dieser Auszeichnung?

Wild: Wir freuen uns sehr über die Anerkennung unserer unternehmerischen Leistung, die uns durch die Auszeichnung zuteil wird. Neben dem rein wirtschaftlichen Aspekt des Erfolges der verschiedenen Preisträger bei Bayerns Best 50 ist es aus meiner Sicht besonders erfreulich, dass wir alle zusammen eine große Zahl neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze geschaffen haben. Im vorhergehenden Jahr waren wir noch zu klein für Bayerns Best 50. Mittlerweile sind wir groß genug und werden auch zukünftig an dem Wettbewerb teilnehmen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie Martin Wild die Zukunft der Netbooks sieht.

ITB: In den letzten Jahren stieg der Umsatz von Home of Hardware kontinuierlich, und zwar schneller als das Marktwachstum im IT-Onlinehandel. Wo steht HoH inzwischen im Ranking der Online-Shops?

Wild: Ich gehe davon aus, dass wir, gemessen am Umsatz, bei den reinen Online-Shops in den Bereichen IT, TK und UE inzwischen auf Platz drei bis fünf in Deutschland vorgerückt sind.

ITB: Insbesondere im Notebook-Segment ist der Konkurrenzkampf und der Preisdruck im Online-Handel derzeit enorm. Wie wird es in diesem Marktsegment weiter gehen?

Wild: Bei den Notebooks sinken zwar die Preise, aber die verkauften Stückzahlen schnellen in einem Maße nach oben, dass der Gesamtumsatz steigt. Da unsere Kunden auch zunehmend günstigere Notebooks bestellen, zeichnet sich hier ein Trend ab, auf den wir uns bereits eingestellt haben. Wir sind daher sicher, dass wir auch im Notebook-Segment erfolgreich wachsen können.

ITB: Ist der wachsende Markt für Spielekonsolen ein lukratives Betätigungsfeld für Online-Händler?

Wild: Bei Spielekonsolen ist die Marge so gering, dass man auch als Onliner die unverbindliche Preisempfehlung kaum unterbieten kann. Das schöne am Konsolengeschäft ist aber das Crossmarketing: Bei vielen Konsolen verkaufen wir auch noch zusätzliche Controller oder Spiele, bei der PS3 sogar hin und wieder einen HD-TV.

ITB: Wie sieht es mit Navigationssystemen aus?

Wild: Navis verkaufen sich gegenwärtig nicht so gut. Bei stabilen Stückzahlen sinkt der Gesamtumsatz, weil die Durchschnittspreise nach unten gehen.

ITB: Was hat sich seit dem Einstieg von Premiere im Mai letzten Jahres im Tagesgeschäft von HoH geändert?

Wild: Seit 1. Juli dieses Jahres läuft auf Premiere HOH-Werbung. Wir platzieren Premiere-Produkte prominent – ansonsten hat sich durch den Einstieg von Premiere aktuell eigentlich nicht viel geändert. Aber es werden bereits gemeinsame Aktionen entwickelt und umgesetzt – beide Unternehmen werden bald stärker von der Partnerschaft profitieren.

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