Cisco Expo 2012 – Paradigmen-Wechsel in der IT: eine Bestandsaufnahme

Cloud Computing: Ist der Hype bereits Alltag?

16.04.12 | Autor / Redakteur: Ulrich Hamm / Andreas Donner

Cloud Computing war noch vor kurzem ein Hype-Thema, jetzt ist die Technik auf dem Weg in die Realisierung (Bild: © frank peters - Fotolia.com)
Cloud Computing war noch vor kurzem ein Hype-Thema, jetzt ist die Technik auf dem Weg in die Realisierung (Bild: © frank peters - Fotolia.com)

Bis letztes Jahr war Cloud Computing das Hype-Thema in der IT-Branche. Doch Unsicherheiten bezüglich Sicherheit und Leistungsfähigkeit sowie die ersten konkreten Probleme bei großen Anbietern dämpften den Optimismus. Wie sieht es heute aus? Ist der Traum geplatzt oder wird die Technologie bereits im Alltag eingesetzt?

Cloud Computing gehört nach wie vor zu den wichtigsten Trends im Bereich Emerging Technologies, so die Marktforscher von Gartner. Gemäß IDC wird der weltweite Absatz von Servern für Private Clouds im Jahr 2015 5,8 Milliarden US-Dollar betragen, derjenige für Public Clouds 3,6 Milliarden Dollar. Das entspricht jährlichen Wachstumsraten von 22,4 beziehungsweise 21,1 Prozent.

Allerdings differenziert sich derzeit die Entwicklung. Während Private Cloud Computing an der Spitze des aktuellen Gartner Hype Cycle 2011 steht, befinden sich Cloud/Web-Plattformen bereits in der Realitätsumsetzung. Auch in Deutschland tendieren die Unternehmen gemäß IDC derzeit leicht zum Betrieb im eigenen Rechenzentrum. Das Hauptargument für die Private Cloud ist eine effektivere Nutzung der IT-Infrastruktur durch Virtualisierung (35 Prozent), für die Public Cloud dagegen ist es „keine zusätzliche Anschaffung von IT-Infrastruktur (48 Prozent). Ähnlich wichtig für beide Varianten sind Kostensenkung (jeweils 35 Prozent) sowie eine schnelle Implementierung neuer Lösungen und Services (30 bzw. 32 Prozent).

Anbieter von Cloud-Diensten müssen sich auf diese Wünsche der Kunden einstellen. So können sie durch ihre Lösungen für eine noch stärkere Kostensenkung und eine schnellere Implementierung neuer Services sorgen als die IT-Abteilungen der Unternehmen. Zudem entfallen für die Kunden natürlich die Anschaffungskosten für Hardware und Infrastruktur. Um die Sicherheitsbedenken bezüglich Governance, Compliance und Performance zu adressieren, müssen Provider heute Private Cloud Services anbieten. Diese sollten aus Kostengründen aber mit Public Cloud- und Hybrid Cloud-Angeboten ergänzt werden, da wenig sensible Daten nicht unbedingt hochgradig geschützt werden müssen.

Konkrete Einsatzbeispiele

Die verschiedenen Cloud-Varianten werden bereits von lokalen und überregionalen Providern angeboten, doch werden sie auch genutzt? Die ersten Implementierungen beweisen, dass Cloud Computing und Virtualisierung langsam aber sicher den Weg vom Zukunftsversprechen in den alltäglichen Einsatz schaffen. Dabei zeigen sie vor allem, wie breit gefächert das Kundenspektrum ist. Dieses reicht von regionalen IT-Dienstleistern, wie dem EDV-Centrum für Kirche und Diakonie, über weltweit tätige Verbände, wie dem World Wildlife Fund, bis hin zu mittelständischen Unternehmen, wie der Schneider-Versandhandelsgruppe. Sie profitieren bereits konkret von geringerem Energieverbrauch, weniger Servern, kleinerer Nutzfläche, höherer Verfügbarkeit und nicht zuletzt von zahlreichen neuen Funktionen.

Beispiel 1: EDV-Centrum für Kirche und Diakonie

Das ECKD hat als weltweit erster IT-Dienstleister die Vblock 1 Infrastruktur-Pakete der VCE-Koalition (Virtual Computing Environment) eingeführt. VCE ist eine Industrieallianz von Cisco, EMC und VMware. Die gemeinsamen Infrastruktur-Pakete vereinen Blade-Server, Virtualisierung, Netzwerk, Speicher, IT-Sicherheit und Management in einer umfassenden Komplettlösung. Das ECKD kann damit auch extrem verfügbarkeitssensitive Anwendungen virtualisieren – zum Beispiel Desktop-Arbeitsplatzumgebungen im Rechenzentrum sowie das kirchliche Melde- und Finanzwesen mit vielen Millionen Datensätzen. Selbst Echtzeit-Collaboration mit Cisco Unified Communications wird künftig als Cloud-Service angeboten. Bereits heute sind folgende Einsparungen durch die Private Cloud realisiert worden:

  • Geringerer Gesamt-Energieverbrauch um etwa 35 Prozent
  • Reduzierung der Data-Center-Nutzfläche um den Faktor Drei
  • Signifikant gesteigerte Hochverfügbarkeit durch Virtualisierung
  • Neue Applikationen stehen in wenigen Stunden zur Verfügung statt mehreren Wochen

Beispiel 2: Malteser Deutschland

Die Malteser-Tochter SOCURA, IT- und Prozess-Dienstleister für Krankenhäuser, Pflegeheime, Kirchen und Non-Profit-Organisationen, sorgt mit zwei virtuell vereinten Cisco Catalyst 6500 Switches für hochverfügbare Services. Dabei werden mit vier Cisco UCS-Systemen alle Infrastrukturbereiche übergreifend virtualisiert und hocheffizient administriert. Die durchgängige Virtualisierung des Rechenzentrums ermöglicht hohe Energie- und Kosteneffizienz, einfacheres Management, höhere Flexibilität und verbesserte Servicequalität.

Beispiel 3: World Wildlife Fund

Der WWF benötigte angesichts sensibler Daten in vielen Projekten sowie der Kooperation mit externen Partnern eine sichere, zuverlässige Lösung für Online-Meetings und virtueller Zusammenarbeit. Die bisherigen Videokonferenzsysteme ermöglichten nicht den Austausch oder eine gemeinsame Betrachtung von Dokumenten. Um eine entsprechende Lösung einzuführen, entschied sich die Organisation für die einfach zu installierende und schnell nutzbare Lösung Cisco WebEx Meeting Center. Damit können Mitarbeiter und Partner nun weltweit zusammenarbeiten, ohne ihr Büro zu verlassen. Zudem wird es vom IT-Support genutzt, um aus der Ferne Server- und PC-Probleme zu lösen. Der WWF hat die Webkonferenz-Software im gesamten Netzwerk in über 90 Büros weltweit installiert. Damit vermeidet er Flugreisen, schont die Umwelt und spart Zeit sowie Kosten.

Beispiel 4: Schneider-Versandhandelsgruppe

Die Schneider-Versandhandelsgruppe nutzt Cloud-Lösungen für die Absicherung des E-Mail- und Web-Verkehrs. IronPort Hosted Email Security läuft in verteilten Hochleistungsrechenzentren von Cisco und nutzt zur Spam-Abwehr eine vielschichtige Scanning-Architektur. Der Reputation Filter vergleicht zusätzlich Mails mit einer Echtzeit-Datenbank. ScanSafe Web Security prüft gemäß festgelegter Richtlinien, die sich für Nutzergruppen und einzelne Anwender anlegen lassen, jede Web-Anfrage. Zudem setzt Schneider eine Anwendung ein, um mobile Endgeräte nahtlos in den Service zu integrieren. Das Zusammenspiel der eingesetzten Lösungen erhöht nicht nur den Sicherheitslevel, sondern verringert auch den Aufwand beim IT-Team von Schneider.

Beispiel 5: Cisco

Auch Cisco selbst nutzt zahlreiche Cloud- und Collaboration-Lösungen. So bietet das Unternehmen seinen Mitarbeitern zahlreiche individuell angepasste Wiki- und Blog-Plattformen zum Wissensaustausch. Zum Beispiel helfen sich Anwender durch eigene Erfahrungen bei Problemen mit ihrem PC oder Mac gegenseitig weiter. Eine immer größere Bedeutung nimmt dabei die Kommunikation und Informationsweitergabe per Video ein. Produktmanager stellen ihren Kollegen neue Lösungsversionen heute nicht nur in Textform vor, sondern auch als Zwei-Minuten-Film, den sie über Cisco Show and Share teilen. Die Social-Media-Angebote werden hervorragend angenommen: Im Wiki führen Cisco Mitarbeiter etwa 400.000 Anpassungen pro Quartal durch. Das Mitarbeiterverzeichnis wird 52 Millionen Mal im Jahr abgerufen und 18.000 neu eingestellte Videos in Show and Share wurden über 500.000 Mal angesehen.

weiter mit: Eine Frage der Sicherheit

Inhalt des Artikels:

»1 »2 nächste Seite


Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Spamschutz 

Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein:
Kommentar abschicken

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 33189890) | Fotos: © frank peters - Fotolia.com

Themen-Newsletter IT-BUSINESS Themen-Update Hersteller abonnieren.

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Wenn Sie wichtige Nachrichten in Zukunft nicht verpassen möchten, dann versorgen wir Sie über unseren Themenkanal-Newsletter gerne direkt mit den aktuellsten News und Fachbeiträgen aus diesem Themenumfeld. Jetzt abonnieren!

* Ich bin mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung und AGB einverstanden.
Spamschutz:
Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein.
Dell Venue Pro Tablets: Systemhäuser sind überzeugt







Mit dem Venue 8 Pro und dem Venue 11 Pro hat Dell jüngst neue Tablets für das Businessumfeld präsentiert. Erste Systemhäuser haben die Geräte nun unter die Lupe genommen und sehen zusätzliches Umsatzpotenzial. Lesen Sie das Online-Advertorial

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Zum Beispiel-Newsletter

Abonnieren Sie den täglichen Newsletter IT-BUSINESS Today!

Sie erhalten kostenlos und pünktlich jeden Morgen und Mittag die aktuellsten News, Hintergründe und Personalien aus dem IT-Markt.

>> Hier geht es weiter zur Registrierung