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Hersteller und Dienstleister definieren „Das Systemhaus der Zukunft“

18.03.2010 | Redakteur: Sarah Maier

Jörg Brünig, Channel-Chef Deutschland bei Fujitsu
Jörg Brünig, Channel-Chef Deutschland bei Fujitsu

Beim Open-Space gab es drei Think-Tanks. Rudolf Hotter als Systemhaus-Vorstand und Jörg Brünig als Hersteller-Vertreter erklären im Nachgang, worum es in ihrer Arbeitsgruppe ging. Ihr Thema lautete „Kernkompetenzen eines Systemhauses“.

ITB: Herr Hotter, beim Open-Space haben Sie gleich zu Beginn die Ihnen wichtigsten Punkte für zukünftige Strategie von Systemhäusern in die Runde geworfen. Können Sie diese bitte kurz zusammenfassen?

Hotter: Das Systemhaus der Zukunft muss einen Mehrwert bieten. Das bedeutet weg vom reinen Hardware-Lieferanten hin zu Beratung und Services. Außerdem muss ein Umdenken stattfinden: Statt der „Nase-Zeit-Abrechnung“ erwartet der Kunde demnächst eine leistungsbezogenen Rechnung.

Brünig: Das IT-Einzelprodukt wird künftig nur der Service-Träger sein. Es geht um ganze Lösungskonzepte.

ITB: Gestern wurde ebenfalls das Hype-Thema Cloud angesprochen…

Brünig: Der ortunabhängige Zugriff auf die IT über sichere Internetzugänge wird sich in den nächsten Jahren immer mehr durchsetzen.

Hotter: Es ist allerdings ein Irrglaube, wenn einige Hersteller denken, dass bald 80 Prozent der Anwendungen in der Cloud stattfinden. Ich bin überzeugt, dass es einen hybriden Ansatz geben wird. Unternehmen werden durchaus einen Teil der IT auslagern, wie beispielsweise die Mailing-Struktur oder Human-Resources-Themen. Kernkompetenzen, an denen das Überleben der Firma hängt, wie ERP, verbleiben oftmals weiterhin im Haus.

ITB: Was empfehlen Sie den Systemhäusern, um up-to-date zu bleiben?

Hotter: Sie müssen sich um das gesamte Prozessdesign des Kundenunternehmens kümmern. Infrastruktur-Know-how ist die Minimalanforderung, um als IT-Architekt den Endkunden beraten zu können. Die Nachfrage wird immer mehr in Richtung niedriger Betriebskosten und flexiblen Lösungen gehen, bei denen User schnell hinzu oder abgeschaltet werden können. Auch die Möglichkeit des mobilen Arbeitens wird ein Thema sein. Die nächst höhere Stufe der Systemhauskompetenz ist dann das vertikal ausgerichtete Prozess-Wissen. Dazu braucht es jedoch spezifisches Branchen-Know-how.

ITB: Welche Rolle spielt im künftigen Szenario die Zusammenarbeit zwischen Systemhäusern und Herstellern?

Brünig: Auch für uns Lieferanten ist es wichtig, dass der Partner einen Mehrwert hat. Man muss sich nur die Insolvenzen des vergangenen Jahres ansehen. Ohne Alleinstellungsmerkmal kann man am Markt nicht mehr bestehen. Reine Produktlieferer bieten diesen Mehrwert nicht. Kleinere Reseller mögen unter Umständen in Nischenbereichen überleben. Als Hersteller brauchen wir aber Systemhäuser, welche über die Schnittstellen unsere Produkte in die meist heterogene IT-Umgebung des Kunden integrieren können.

 

Zahl der Systemhäuser in Deutschland

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