Aktueller Channel Fokus:

Storage und Datamanagement

VMware Partner Camp 2017

Herrscher der Private Cloud und Hub für Public Clouds

| Autor: Wilfried Platten

VMware-Chefin Annette Maier – und die vier aktuellen thematischen Schwerpunkte im Überblick.
VMware-Chefin Annette Maier – und die vier aktuellen thematischen Schwerpunkte im Überblick. (Bild: Andreas Varnhorn)

Der Begriff Hybrid-IT tauchte in den Keynotes nicht ein einziges mal auf. Dennoch war er das Generalthema beim Partnertag von VMware in Hanau. Und mit AWS gab es einen heimlichen Gewinner.

VMware sieht das primäre Betätigungsfeld der Zukunft in der Cloud-Integration des Datacenters. „Bei der Modernisierung des Datacenters geht es nicht mehr um die Server-, Storage und Netzwerk-Virtualisierung und deren Management, sondern darum, es bereit für die Cloud zu machen“, so die Definition von Deutschland-Chefin Annette Maier. „Und das ist mehr, als es nur auf Software-defined umzustellen. Das Datacenter muss vielmehr fit gemacht werden für die Bereitstellung moderner Applikationen.“

Dazu gehören für VMware neben dem Datacenter selbst die Themenbereiche „Digital Workspace“, „Public Cloud“ und – ganz selbstverständlich im Cloud-Umfeld – „Transform Security“. Nicht im Sinne einer eigenen Angebotspalette, sondern als Aufgabenstellungen, die auch das Datacenter betreffen. Für die Sicherheit bedeutet das beispielsweise: „Wir sorgen dafür, dass unsere Kunden sichere Infrastrukturen konzipieren und aufbauen können, und diese auch auf mobile Devices fortführen können. Wir selbst gehen dabei hoch bis zum Layer 4. Darüber haben wir Partner wie Check Point oder Palo Alto, die die Bereiche bis zum Layer 7 abdecken.“ Zum vierten Punkt Public Cloud sieht sich VMware als neutraler Punkt in der Mitte: „Wir wollen dem Kunden die Freiheit geben, heute für einen Teilbereich mit IBM zu gehen, morgen für einen anderen mit AWS und übermorgen mit Azure. VMware fungiert dann als Hub, um die verschiedenen Clouds zu verbinden.“ VMware stellt in diesem Szenario die Tools für das Multi-Cloud-Management.

Dass es trotzdem ganz offensichtliche Präferenzen gibt, was die Cloud-Anbieter angeht, diese aktuell auf die operative Ebene heruntergebrochen werden und sich erstaunlicherweise nicht auf OVH als Käufer von vCloud Air beziehen, dazu kommen wir später noch.

Indirekt only

Die offiziellen Angaben zum Channel-Anteil der VMware-Umsätze schwanken zwischen 97 und 98 Prozent. Und das mit wachsender Tendenz. Nur die sogenannten Global Accounts, also große, weltweit agierende Kunden, werden direkt betreut. Für Channel-Chef Marc Müller, seit Ende Januar an Bord, war das Partnertreffen der erste große öffentliche Auftritt: „Eine der ersten Erfahrungen, die ich hier gemacht habe war, wie groß und erfolgreich unser Team im Direct Sales ist. Und um Missverständnissen vorzubeugen, das ist keine Direktvertriebstruppe. Deshalb ist der Name vielleicht irreführend. Es sind vielmehr Mitarbeiter, die im direkten Kundenkontakt sind, Projekte aber immer zusammen mit dem Channel abwickeln.“

Hier sieht Müller enormes Potenzial: „Eine Vielzahl, auf verschiedene Endkunden-Segmente spezialisierte Teams, ist mit eigenen PreSales-Experten unterwegs. Vom Großkonzernen bis zum Mittelstand werden alle Segmente dediziert gecovert. Für Systemhäuser eröffnet das zusätzliche Chancen, angefangen von dem gemeinsamen Gewinnen konkreter Projekte bis hin zur strategischen Account-Planung, also schon weit vor einer konkreten Projektphase.“

Spannend wird es beim Thema Distributoren: Nach der Übernahme von Avnet TS durch Tech Data sind es zusammen mit Arrow nur noch zwei. Marc Müller hat dazu eine glasklare Position und sieht für ein großes Land wie Deutschland drei Distributoren als ideale Aufstellung. Deshalb ist davon auszugehen, dass im Laufe des Jahres ein weiterer dazu kommt. Bei den Überlegungen, ob das denn eher ein Broadliner oder ein VAD sein könnte, sind auch alternative Lösungen denkbar.

Für die Region CEMEA ist zudem eine weitere Personalie in der Pipeline, die demnächst verkündet werden soll.

AWS only

Und jetzt nochmal zurück zur „Neutralposition“ in Sachen Public Cloud, als komplementärer Seite zu Datacenter und Private Cloud in den Zeiten von Hybrid-IT. In Hintergrundgesprächen auf dem Partner Camp schälen sich doch gewisse Präferenzen heraus. Deshalb könnte sich Amazon Web Services als vielleicht wichtigster VMware-Partner der Zukunft herausstellen. Grob gesagt gleicht der Plan der beiden dem Deal zwischen Spanien, Portugal und Papst Alexander VI. Der teilte die koloniale Welt 1494 im Vertrag von Tordesillas per Demarkationslinie zwischen den beiden iberischen Mächten auf. Deshalb sprechen beispielsweise die Brasilianer portugiesisch.

So ähnlich stellen sich das auch AWS und VMware vor (allerdings ohne vermittelnde Machtinstanz). Der Eine ist Herrscher der Public Cloud, der Andere regiert in der Private Cloud. Und beide wollen per intensiver Zusammenarbeit die Funktionalität und Interoperabilität dieser Hybrid-Cloud so zementieren, dass dort der Platz für „fremde Mächte“ mächtig eng wird. So soll beispielsweise sichergestellt sein, dass aus einer Private Cloud (natürlich auf VMware-Basis) problemlos und bequem auf AWS-Dienste aller Art zugegriffen werden kann. In erster Linie ist das natürlich eine strategische Attacke gegen Microsoft. Dass der langjährige Microsoft-Manager Klaus Bürg seit März die Geschäfte von Amazon Web Services (AWS) in Deutschland führt, ist da sicher nur eine kleine Randnotiz. Im Gespräch kündigte AWS Channel-Chef Peter Prahl entsprechende Initiativen und Lösungen im Laufe dieses Jahres auch für Deutschland an.

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