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Praxistest Asus ROG Phone

Heißer Overkill für Gamer

| Autor / Redakteur: Benedikt Wenck, dpa / Margrit Lingner

Das Design des Asus ROG Phone soll Gamer ansprechen.
Das Design des Asus ROG Phone soll Gamer ansprechen. (Bild: Asus)

Die Games-Branche wächst - und mit ihr die Zahl derer, die für ihr digitales Hobby Geld ausgeben wollen. Diese Gruppe will Asus mit dem ROG Phone ansprechen, einem Gaming-Smartphone, das ganz schön dick aufträgt.

Wenn das neue ROG Phone von Asus eines nicht ist, dann subtil. Während sich Premium-Smartphones meist durch glatte Flächen und gerade Linien auszeichnen, setzt dieses Gerät alles daran aufzufallen. Sein Design orientiert sich klar an Geräten, die Gamer ansprechen sollen.

Die Lautsprechereinfassungen auf der Display-Seite sind orangefarben abgesetzt. Und die graue Rückseite zieren hellgraue Linien, die in stumpfen Winkeln zueinander finden, orangefarbene Gitter und vor allem ein in vielen Farben leuchtendes ROG-Logo.

ROG steht dabei für die Marke Republic of Gamers, unter der Asus bereits Gaming-Laptops, -Desktops und Peripherie-Geräte verkauft. Leistungsstarke Gaming-Smartphones mit diversem Schnickschnack bieten auch Hersteller wie Honor, Razer oder Xiaomi bereits an.

Die innere Werte des Asus ROG Phone

Herzstück des 200 Gramm schweren Sechs-Zoll-Geräts sind Qualcomms Achtkern-Oberklasse-Prozessor Snapdragon 845 und der Grafikchip Adreno 630. Das links und rechts fast randlose AMOLED-Display löst mit 2.160 x 1.080 Pixeln (FHD+) auf und hat eine Bildwiederholrate von 90 Hz.

An der Ober- und Unterseite des Displays gibt es entgegen dem allgemeinen Trend deutliche schwarze Ränder. Beim ROG Phone nutzt Asus den Platz aber für Stereo-Lautsprecher.

All diese Eigenschaften sollen das Smartphone zu einem Super-Handheld für Spieler machen. Die hohe Bildwiederholrate zum Beispiel soll für eine flüssigere Darstellung sorgen, was sich bereits in weniger grafikintensiven Spielen wie „Pokémon Go“ niederschlägt.

Mit „Asphalt 9 Legends“ ist eines der grafisch anspruchsvollsten Play-Store-Spiele bereits vorinstalliert. Das Rennspiel geizt nicht mit Effekten: Im Lack der Autos spiegelt sich die Sonne und beim Zieleinlauf schießen Kanonen Luftschlangen und Konfetti über die Strecke. Das alles schafft das ROG Phone im Praxistest mit links.

Gaming Modus

Von Gaming-PCs abgeschaut hat sich Asus auch das sogenannte Game Center. In dieser App lässt sich die Taktfrequenz des Prozessors festlegen, die Temperatur des Grafikchips prüfen oder der X-Modus aktivieren, der das Gerät fürs Spielen optimieren soll. Alternativ startet auch ein beherztes Zusammendrücken der Smartphone-Ränder den X-Modus. Und nicht zuletzt lassen sich Spiele über das Game Center live auf Twitch oder Youtube streamen - samt eigenem Konterfei, das die Selfie-Kamera aufnimmt.

Bei all diesen Aufgaben haben die Chips viel zu arbeiten und es entsteht viel Abwärme. Diese vom Spieler weitestgehend unbemerkt abzutransportieren, schafft auch das ROG Phone allerdings nicht - trotz neuer Kühltechnologie (Vapor Chamber). Gerade wenn ein Spiel längere Zeit läuft, wird das Gehäuse schnell unangenehm warm.

Abhilfe schaffen soll ein mitgelieferter externer Kühler, der über einen seitlichen USB-C-Anschluss mit 48-Pin-Connector Anschluss findet. Er surrt sofort leise los, kann bei hoher Last aber deutlich lauter werden. Doch selbst mit Kühler wird das Gehäuse beim Spielen ganz schön warm. Ein Vorteil des Ansteck-Kühlers: Er bietet noch einmal die wichtigsten Anschlüsse, also USB-C zum Laden und eine Klinkenbuchse für Kopfhörer. Und diese weisen - anders als die direkt am Gerät verfügbaren Anschlüsse - beim horizontalen Halten nach unten, was die Ergonomie beim Spielen verbessert.

Teurer Spielgefährte

In dieser Halteposition lassen sich auch die sogenannten Air Trigger nutzen, zwei kleine Flächen an einer Längsseite des Smartphones, die in Spielen als Tasten belegt werden können. Neben dem Kühler plant Asus weiteres Zubehör, darunter eine Art Controller oder ein Dock.

Alles an diesem Smartphone schreit nach Overkill: Größe, Design und Ausstattung. Auch der Preis ist nicht von schlechten Eltern: Mit 8 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher und 128 GB Speicherplatz kostet das Gerät rund 900 Euro. Dafür bekommen die Nutzer aber auch eine Menge Leistung bis hin zum Akku mit 4000 Milliamperestunden (mAh) Kapazität.

Einziger Wermutstropfen im Praxistest war die Kamera. In derselben Preisklasse liefern andere Smartphones deutlich bessere Ergebnisse als die Dualkamera des ROG Phone mit zwölf und acht Megapixeln (MP). Aber wer kauft schon ein Gaming-Smartphone, um damit Fotos zu machen?

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