Kickstarter Heimischer 3-D-Drucker für schnellen Elektronik-Prototypenbau

Autor: Sebastian Gerstl

Schnelles Prototyping am heimischen Schreibtisch: Ein Berliner Startup präsentiert über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter einen 3-D-Drucker, der Multi-Material-Druck und Leiterplatten-Druck aus einem Gerät verspricht.

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Prototyping auf dem Schreibtisch: Der NexD1 verfügt über einen Bearbeitungsraum von 20x20x20 cm, innerhalb dessen sich sowohl weiche Materialien als auch elektronische Schaltkreise drucken lassen sollen.
Prototyping auf dem Schreibtisch: Der NexD1 verfügt über einen Bearbeitungsraum von 20x20x20 cm, innerhalb dessen sich sowohl weiche Materialien als auch elektronische Schaltkreise drucken lassen sollen.
(Bild: Next Dynamics)

Die meisten 3-D-Drucker, die auf einen heimischen Schreibtisch passen, erfüllen nur dekorative Zwecke; viele können in der Regel nur Figürchen oder leichtgewichte Objekte aus SLA- oder PLA-Materialien fertigen. Das Berliner Startup richtet sich dagegen an Maker und Fertiger, die zu Hause schnelle Elektronik-Prototypen Drucken möchten. Der in Deutschland gefertigte NexD1 ("next-one") druckt daher nicht nur in verschiedenen Polymer-Materialien und kann diese kombinieren, sondern druckt auch funktionsfähige Leiterplatten in einem Gerät.

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Der NexD1 wird als so genannte "DigiJet-Technologie" angepriesen; eine Variante des PolyJet-Verfahrens des 3-D-Druckerherstellers Stratasys. Damit lassen sich eine ganze Reihe von Materialien, darunter auch spezielle Resins mit Nanopartikeln oder Pigmenten verarbeiten. Diese werden tröpfchenweise Schicht für Schicht aufgetragen und mittels UV-Licht ausgehärtet.

Der 3D-Drucker besitzt einen Bauraum von Bauvolumen von 20 x 20 x 20 cm und einem (proprietären) Druckkopf mit einer Genauigkeit von 10 Mikron. Laut Information von Next Dynamics, das Startup hinter dem NexD1, soll das Gerät in der Lage sein, sechs verschiedene Materialien gleichzeitig zu kombinieren. Dazu zählen Resin, Aqueous oder Eco-Solvent-basierte Materialien, die eine Viskosität von weniger als 200mPa bei 25° Celsius sowie eine maximale Partikelgröße von 1 Mikron besitzen. Mit dem Gerät lassen sich außerdem voll funktionsfähige Leiterbahnen mit einem galvanisierten, mit Nanopartikeln versetzten Resin auf das Objekt drucken. Das Endresultat ermöglicht gedruckte, verformbare Objekte in unterschiedlichen Farben, in die sich elektronische Schaltkreise direkt im Druckvorgang integrieren lassen.

Generell spricht Next Dynamics, dass ihr 3-D-Drucker "eine große Reihe an kompatibler Polymere von Drittherstellern" unterstützt. Dazu zählen feste, flexible und leitfähige Harze in verschiedenen Farben, die in passenden Cartridge-Formaten beim Kickstarter-Projekt offeriert werden und zudem nach Ende der Crowdfunding-Kampagne über die Firmenwebseite erhältlich sind. Diese Cartridges sollen DRM-frei sein.

Zusätzlich wurde auch ein Material für Stützstrukturen entwickelt. Nach dem Druckvorgang soll sich das fertige Produkt einfach mit Leitungswasser abwaschen und finalisieren lassen, weitere Chemikalien seien nicht notwendig.

Die in Aussicht gestellte Feature-Übersicht des NexD1.
Die in Aussicht gestellte Feature-Übersicht des NexD1.
(Bild: Next Dynamics)

Bedient werden kann der NexD1 wahlweise über einen 10''-Touchscreen oder über eine entsprechende PC- bzw, Smartphone-App, die per WLAN mit dem Drucker kommuniziert.

Zu der Druckgeschwindigkeit finden sich auf der Projektseite keine genauen Angaben. Gegenüber dem Technikblog TechCrunch sprachen die Entwickler davon, dass ein Produkt von der Größe eines typischen Arduino-Shields etwa eine Druckzeit von zweieinhalb Stunden in Anspruch nehmen dürfte.

Das Gerät verspricht in jedem Fall eine ganze Menge: voll funktionsfähige Elektronik aus dem Drucker und die Kombination von 6 Materialien gleichzeitig lassen in jedem Fall hellhörig werden. Dennoch - oder vielleicht auch gerade deswegen - äußern sich in den Kommentaren zu dem Projekt auch skeptische Stimmen. Dem Crowdfunding-Erfolg tut dies indes keinen Abbruch: Der NexD1 hat sein Finanzierungsziel von 200.000 Euro innerhalb kürzester Zeit bereits erreicht. Vier Tage vor Projektende am 27. Januar 2017 hat das Kickstarter-Projekt die 500.000-Euro-Marke überschritten.

Derzeit sind auf Kickstarter noch einige wenige limitierte "Early Bird" Pakete des NexD1 zum Preis von 2999 US-$ (laut Kickstarter 2818 €) im Angebot; der angestrebte Retail-Preis soll bei 5499 US-$ liegen. Die ersten Geräte sollen im September 2017 an Backer ausgeliefert werden.

Mehr Informationen finden Sie auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter oder auf der Webseite des Anbieters: www.next-dynamics.com.

Dieser Beitrag stammt vom IT-BUSINESS-Schwesterportal Elektronikpraxis.

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