Datennutung im Mobilfunk Handynutzer verbrauchen mehr Daten

Autor / Redakteur: dpa / Margrit Lingner

Früher diente das Handy nur zum Telefonieren und SMS-Verschicken. Das ist lang her: Heutzutage sind Smartphones Mini-Computer, die auch die Funktion von kleinen Fernsehern oder Radios haben. Zwei große Netzbetreiber haben Zahlen zum Datenkonsum vorgelegt.

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Im ersten Halbjahr 2021 ist die Datennutzung im Mobilfunk weiter stark gestiegen.
Im ersten Halbjahr 2021 ist die Datennutzung im Mobilfunk weiter stark gestiegen.
(Bild: Mirko - stock.adobe.com)

Die Datennutzung im Mobilfunk geht weiter steil nach oben. Das Telekommunikationsunternehmen Telefónica Deutschland teilte mit, dass im ersten Halbjahr 2021 eine Milliarde Gigabyte an Datenvolumen über das O2-Netz transportiert worden seien. Das waren etwa 50 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. In den Jahren davor war das prozentuale Wachstum ähnlich stark. Konkurrent Vodafone meldete 662 Millionen (0,662 Milliarden) Gigabyte, die im ersten Halbjahr durch sein Mobilfunknetz gerauscht seien. Das waren rund 30 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Deutsche Telekom machte keine Zahlenangaben, sprach aber mit Blick auf das Datenvolumen im ersten Halbjahr von einer „deutlichen Steigerung“.

Hauptgrund für den Anstieg: Immer mehr Menschen nutzen auf dem Smartphone oder dem Tablet Video- oder Musikstreaming, auch wenn sie nicht über WLAN mit dem Internet verbunden sind. „Unsere Kunden buchen immer größere Datenpakete, um ihre digitalen Anwendungen unterwegs zu nutzen“, sagte Telefónica-Deutschlandchef Markus Haas. Der Mobilfunkstandard 5G werde das Datenwachstum weiter beflügeln.

Die 5. Mobilfunkgeneration (5G) ermöglicht viel schnellere Downloads und ruckelfreie Übertragung auch an Orten mit viel Publikum – dadurch wird das Handynutzen für Verbraucher komfortabler. Neue 5G-Anwendungen – etwa aus dem Bereich Virtual Reality – haben zudem einen hohen Datenbedarf.

Beim Telefonieren wiederum setzte sich ein anderer Trend fort: Im Vodafone-Mobilfunknetz dauerte ein Anruf 3 Minuten und 31 Sekunden, das waren 8 Sekunden mehr als im ersten Halbjahr 2020. Vor der Coronapandemie waren die Handytelefonate deutlich kürzer, 2019 dauerten sie bei Vodafone im Schnitt nur 2 Minuten und 45 Sekunden.

Auch die Mobilfunkkunden von Telefónica mit der Marke O2 telefonierten länger: Im ersten Halbjahr 2019 dauerte ein Handyanruf im Schnitt 2 Minuten und 29 Sekunden, ein Jahr später schoss dieser Wert wegen der beschränkten Ausgeh- und Kontaktmöglichkeiten in Pandemiezeiten auf 2 Minuten und 55 Sekunden hoch. Im ersten Halbjahr 2021 betrug die Dauer eines O2-Anrufs im Schnitt 3 Minuten und eine Sekunde.

„Was sich im vergangenen Jahr angedeutet hat, setzt sich im ersten Halbjahr 2021 nahtlos fort: Die Menschen telefonieren wieder länger“, sagte der Technikchef von Vodafone Deutschland, Gerhard Mack. „Weil der persönliche Kontakt zu Freunden, Arbeitskollegen und zur Familie über viele Monate hinweg nur eingeschränkt möglich war, nehmen wir alle uns wieder mehr Zeit zum Telefonieren.“ Die Zahl der Handyanrufe wiederum blieb gleich – im ersten Halbjahr wurden bei Vodafone 13,5 Milliarden Telefonate geführt.

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