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Keine Rechtssicherheit für Verkäufer? Händlerbund warnt eindringlich vor Verkauf auf Amazon

| Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Katrin Hofmann / Katrin Hofmann

Die Leipziger Händlerbund Management AG warnt Reseller, sich auf der Online-Plattform Amazon zu betätigen. Denn sie seien „ausnahmslos abmahngefährdet“.

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Der Leipziger Onlinehandelsverband lässt aufhorchen.
Der Leipziger Onlinehandelsverband lässt aufhorchen.
(© fizzgig - Fotolia.com)

Weit über zwei Millionen Angebote allein im Bereich Computer & Zubehör finden Interessenten, die auf amazon.de auf Shoppingtour gehen. Doch ob Verkäufer, die die Online-Plattform zur Steigerung ihrer Verkaufszahlen nutzen, sich auch auf rechtssicherem Terrain bewegen, ist fraglich. Denn eine Warnung des „größten Onlinehandelsverbandes Europas“ lässt aufhorchen.

Reseller sind „abmahngefährdet“

Die Leipziger Händlerbund Management AG mahnt, dass Verkäufer, die auf der Online-Plattform Amazon ihre Ware anbieten, „abmahngefährdet“ seien. Dies betreffe „ausnahmslos“ jeden Händler, der dort seine Ware anbietet.

Ermöglichten es doch die Betreiber von Amazon ihren verkaufenden Partnern „nach wie vor“ nicht, rechtssichere Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) und Widerrufsbelehrungen in der gesetzlich vorgeschriebenen Weise einzubinden.

Darüber hinaus verstärkten sich die „bereits seit längerer Zeit bestehenden Unzulänglichkeiten“ durch die neue, seit 1. August geltende Gesetzgebung. Seit diesem Stichtag müssen Online-Händler hierzulande erweiterten Informationspflichten und höheren Anforderungen an die Transparenz ihrer Angebote genügen (IT-BUSINESS berichtete). Dies betrifft unter anderem die Beschriftung des Bestell-Buttons, der explizit auf die Zahlungspflicht hinweisen muss, beispielsweise mit den Wörtern „Zahlungspflichtig bestellen“. „Nachdem die neue Gesetzänderung zum Schutz der Verbraucher in Kraft getreten ist, hat das größte Online-Versandhaus die dementsprechend nötigen Anpassungen auf seiner Seite nicht vorgenommen“, so die Interessenvertreter der im E-Commerce tätigen Händler. Denn die abschließende Bestellübersichtsseite genüge nicht den gesetzlichen Anforderungen.

„Widerrufsfrist läuft nicht an“

Dass der Bestell-Button in „Jetzt kaufen“ umbenannt worden sei, reiche den Vorgaben des Gesetzgebers nämlich nicht. In Folge dessen beginne die Widerrufsfrist nicht zu laufen, so der Händlerbund. Käufer hätten damit das Recht, die Ware weit über die gesetzlichen Fristen hinaus grundlos zurückzugeben und ihr Geld zurückzufordern. Auch ordnungsgemäße AGB könnten „technisch bedingt“ nicht richtig eingebunden werden, ebenso wie vorgeschriebene Verbraucherinformationen. „Unter diesen Bedingungen können wir Online-Händlern aus rechtlicher Sicht nur dazu raten, ihren Verkauf über Amazon einzustellen“, betont Andreas Arlt, Vorstandsvorsitzender des Händlerbundes. Denn es sei nur eine Frage der Zeit, bis es Abmahnungen und Vertragsstrafen hagle.

Grundsätzlich hat es schon einige Abmahnungen gegen Online-Händler seit Inkrafttreten der neuen Gesetzgebung gegeben: unter anderem durch die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), die dies selbst bekanntgab.

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