Zahlverhalten der Kunden bessert sich Händler bekommen ihr Geld immer schneller

Redakteur: Katrin Hofmann

Immer mehr Käufer bezahlen ihre Rechnungen immer pünktlicher. Laut einer aktuellen Studie der Wirtschaftsauskunftei Creditreform hat die Zahlungsmoral im ersten Halbjahr 2007 den höchsten Stand seit drei Jahren erreicht. Deshalb soll die Zahl der Firmeninsolvenzen künftig zurückgehen.

( Archiv: Vogel Business Media )

Mit einem neuen Höchststand von 64,5 Indexpunkten ist das Zahlungsverhalten deutscher Kunden so gut wie noch nie seit Anfang 2004, lautet ein Ergebnis des »ZaC-Index« (Zahlungserfahrungen Creditreform). Gegenüber dem Herbst 2006, als die Erhebung zuletzt durchgeführt wurde, legte der Index um drei Punkte zu.

Häufiger als noch im vergangenen Jahr beurteilen derzeit kleine und mittelständische Firmen (KMU) ihre allgemeinen Zahlungserfahrungen als »gut« bis »sehr gut«. Dieser Teilindex ist auf den Wert 64,5 geklettert, nach nur 61,9 Punkten im zweiten Halbjahr 2006. Auch begleicht die Kundschaft ihre Rechnungen immer pünktlicher. Drei Viertel der Käufer bezahlen innerhalb von 30 Tagen. Vor einem halben Jahr konnten dies nur 71 Prozent der Mittelständler sagen. Der Indexwert für die Einhaltung dieser zeitlichen Grenze verbesserte sich damit um fünf auf 75 Punkte.

Auch die Zeitspanne, bis das Geld nach Ablaufen des Zahlungstermins doch noch auf dem Konto des Verkäufers eingeht, ist etwas kürzer geworden. Derzeit vergehen durchschnittlich 14 Tage, bis ein schon säumiger Kunde die offenen Beträge begleicht; eine Verbesserung um 0,5 auf 54,2 Indexpunkte.

Forderungsverluste, der vierte Teilaspekt, den die Untersuchung genauer beleuchtet, verzeichnen weniger Firmen als noch vor einem halben Jahr. Rund 45 Prozent der Betriebe erleben derzeit keine oder nur minimale endgültige Forderungsausfälle. Der Indexwert hierbei wuchs ebenfalls positiv um einen halben Punkt und liegt nun bei 65.

Insolvenzrisiko sinkt

Ein positiver Trend sei unverkennbar, resümieren die Analysten der Wirtschaftsauskunftei Creditreform, die den Index erstellt hat. Für die nahe Zukunft dürften deshalb auch »weiterhin leicht abnehmende Insolvenzzahlen« zu erwarten sein. Seit dem ersten Halbjahr 2005, in dem sich die Zahlungsmoral erstmals wieder merklich gebessert hatte, sind die Pleiten von rund 19.000 im ersten Halbjahr 2005 kontinuierlich auf nur noch 14.500 im zweiten Halbjahr 2006 gesunken.

Der Kreditversicherer Euler Hermes schätzt, dass die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland 2007 um zehn Prozent im Jahresvergleich zurückgehen wird und begründet die positive Prognose mit dem derzeitigen »starken konjunkturellen Aufschwung«. Das wäre der vierte Rückgang von Firmenpleiten in Folge nach dem negativen Insolvenzrekord im Jahr 2003.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:2005862)