Netzwerke optimieren

Gute Vorsätze für WAN-Manager

| Autor / Redakteur: Zeus Kerravala / Andreas Donner

Ein neu beginnendes Jahr ist ein gern gewählter Zeitpunkt für gute Vorsätze. Das gilt auch für WAN-Manager.
Ein neu beginnendes Jahr ist ein gern gewählter Zeitpunkt für gute Vorsätze. Das gilt auch für WAN-Manager. (Bild: © – Zerbor – stock.adobe.com)

2018 läuft bereits, doch es ist noch nicht zu spät, sich Ziele für dieses Jahr zu stecken. WAN-Manager könnten zum Beispiel ihr Netzwerk weiter optimieren. Und sie könnten sich von Altlasten befreien – von der Handarbeit, von unflexiblen Verbindungen und vom guten alten Router.

Zugegeben, das Jahr 2018 hat bereits einige Wochen auf dem Buckel. Das muss aber nicht bedeuten, dass man keine guten Vorsätze mehr fassen und in die Tat umsetzen kann. Das gilt nicht nur für „Klassiker“, wie „Ich sollte mehr Sport treiben“ oder „Endlich mit dem Rauchen aufhören“. Auch IT-Fachleute, die unternehmensweite Weitverkehrsnetze (WANs) verwalten, können die Gelegenheit nutzen. Hier eine Auswahl an guten Vorsätzen für den WAN-Manager.

Automatisierung statt Handarbeit

Bislang erledigten Netzwerk- und WAN-Spezialisten einen Großteil der Administrationsarbeiten im Handbetrieb, sprich durch Eingabe von Befehlen auf der Kommandozeilenebene. Doch die Zeiten haben sich gewandelt. Heute erwarten Geschäftsführer, dass ihre IT-Fachleute ihnen dabei helfen, eine neue (digitale) Strategie für das Unternehmen zu entwickeln und umzusetzen.

Die Zeit dafür können sich WAN-Manager nur dann verschaffen, wenn WAN-Systeme Routineaufgaben automatisch bewältigen. Eines steht jedenfalls fest: Wer sich weiterhin an die Administratorkonsole klammert und seinem Unternehmen nicht dabei hilft, strategische Ziele zu erreichen, hat schlechte Karten.

Tiefere Einblicke

Viele Netzwerkfachleute sind gegenwärtig dabei, Corporate WANs umzubauen. Doch das funktioniert nur dann, wenn ein WAN-Manager einen detaillierten Überblick darüber hat, welche Applikationen über das Weitverkehrsnetz bereitgestellt werden, welche Cloud-Dienste im Einsatz sind und welche Services die Mitarbeiter künftig nutzen werden.

Daher sollten Netzwerkfachleute einen Teil ihres Budgets in Plattformen investieren, die ihnen eine umfassende Übersicht (Ende-zu-Ende) über das Geschehen in ihrem WAN geben. Nur dann haben Netzwerkspezialisten die Möglichkeit, fundierte Entscheidungen zu treffen.

Breitbandverbindungen verwenden

Teure und wenig flexible MPLS-Connections (Multi-Protocol Label Switching) durch Breitbandverbindungen zu ersetzen, erfordert mindestens ebenso viel Überwindung und Durchhaltevermögen, wie ein halbes Jahr lang eine „Low-Carb“-Diät durchzuziehen. Doch es lohnt sich, denn Breitbandverbindungen auf Basis von Internet- und Mobilfunkstrecken eignen sich mittlerweile auch für geschäftskritische Anwendungen.

Wer jedoch weiterhin nur auf MPLS setzt, vergeudet wertvolle Zeit und Geld. Ein SD-WAN, das Breitbandtechnologien, MPLS und Mobilfunk miteinander verknüpft, bietet eine Flexibilität, über die traditionelle WANs auf Grundlage von MPLS nicht verfügen.

WAN-Optimierung implementieren

WAN Optimization ist eine der bekanntesten und effektivsten Methoden, um den Datentransport über Weitverkehrsverbindungen zu verbessern und die Antwortzeiten von Applikationen zu reduzieren. Darum sollte WAN-Optimierung auf jeden Fall zum Zuge kommen. Besonders wichtig ist dies, wenn ein Umbau des Weitverkehrsnetzes ansteht.

Zunächst sollte die IT-Abteilung in einem solchen Fall im Vorfeld eine WAN-Optimierung durchführen. Erst dann, wenn diese Maßnahmen greifen, können die Netzwerkfachleute sagen, welche Bandbreite in einem Corporate WAN tatsächlich erforderlich ist. Dies wiederum verhindert, dass Verbindungen mit zu viel Bandbreite gebucht werden.

Router ausmustern

Seit Jahrzehnten bilden Router das Rückgrat im unternehmensweiten WAN. Es klingt daher verrückt, diese Systeme aufs Altenteil zu schicken. Doch die Zeiten haben sich geändert. Ein modernes, softwarebasiertes Weitverkehrsnetz bietet heute viele Optionen, die klassische Router überflüssig machen.

Zeus Kerravala.
Zeus Kerravala. (Bild: ZK Research)

Wenn daher der Austausch vorhandener Router gegen neue ansteht, sollten Netzwerkmanager prüfen, ob sie nicht zumindest einen Teil der Systeme ausmustern können. Das gilt vor allem für Branch-Router, die in Außenstellen verwendet werden. Dies spart nicht nur Geld, sondern auch jede Menge Zeit, da der Aufwand für Konfiguration, Wartung und Betrieb der Router entfällt. Und Zeit für wichtigere Dinge kann ein IT-Spezialist heutzutage bekanntlich nie genug haben.

Über den Autor

Zeus Kerravala ist Gründer und Principal Analyst des Beratungshauses ZK Research. Er verfasst u.a. Artikel für WAN Speak, einen Blog von Silver Peak.

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