Hybrid-Notebooks mit Windows 8.1 Günstige Verwandlungskünstler zwischen Tablet und Notebook

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Klaus Länger / Klaus Länger

Hybrid-Notebooks mit Windows 8.1 müssen nicht teuer sein. Die günstigsten Windows-Tablets mit optionaler Tastatur werden schon für 250 Euro verkauft. Bei den etwas kostspieligeren Geräten mit 10,1- oder 11,6-Zoll-Display ist das Keyboard meist mit dabei. Wir stellen die interessantesten der Windows-Verwandlungskünstler vor.

Firmen zum Thema

Für das Encore 2 von Toshiba steht eine optionale externe Tastatur bereit, die gleichzeitig auch als Schutzhülle für das 10,1-Zoll-Tablet dient.
Für das Encore 2 von Toshiba steht eine optionale externe Tastatur bereit, die gleichzeitig auch als Schutzhülle für das 10,1-Zoll-Tablet dient.
(Bild:)

Die Marktforscher von Gartner gehen davon aus, dass 2015 mehr Tablets als Notebooks verkauft werden. Zwar wird der Löwenanteil davon unter Android oder iOS laufen, aber auch die Zahl der Hybridgeräte mit Windows 8.1 soll wachsen. Denn sie lassen sich nicht nur als Tablet verwenden, sondern lassen auch den produktiven Einsatz als kompaktes aber vollwertiges Notebook zu – ein Vorteil gegenüber den Tablets mit Android oder iOS. Während die ersten Hybrid-Geräte mit Windows 8 eher im hochpreisigen Segment zu finden waren, bekommt man nun die günstigsten Mobilrechner mit 10,1-Zoll-Display bereits für etwa 300 Euro. Wir decken in unserer Übersicht den Preisbereich bis etwa 600 Euro ab.

Kernkomponente Bay Trail

Die Komponente, die diese günstigen Hybridgeräte überhaupt möglich macht, nennt sich Bay Trail. Diesen Codenamen verwendet Intel für eine ganze Familie günstiger und sparsamer 22-Nanometer-Prozessoren, die in den Windows-Hybriden der Einsteigerklasse zum Einsatz kommt. Sie gibt es als Atom (Bay Trail-T) und auch unter Celeron- oder Pentium-Label (Bay Trail-M). Die Bay-Trail-Atoms der 3.000er-Serie sind im Vergleich zu ihren Vorgängern deutlich schneller geworden. Das rührt einerseits von der moderneren Prozessorarchitektur her, andererseits von der schnelleren integrierten Grafikeinheit. Diese stammt jetzt von Intel selbst. In den Atoms der Vorgängergeneration steckte noch eine recht betagte PowerVR-Grafikeinheit.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 17 Bildern

AMD hatte im vergangenen Jahr mit dem A4-1200 „Temash“ einen neuen, sparsamen Prozessor speziell für Windows-Tablets auf den Markt gebracht. Dieser sollte mit Intels Atom der vergangenen Generation konkurrieren. Die CPU mit zwei Kernen und integrierter Radeon-Grafik basiert auf der Jaguar-Architektur von AMD. Mit den Bay-Trail-Atoms von Intel kann sie jedenfalls bei der Leistung nicht mithalten.

Daher gibt es mit dem MSI W20-A421 bislang auch nur ein einziges 11,6-Zoll-Windows-Tablet mit AMD A4-1200 auf dem deutschen Markt.

Günstige Einstiegsgeräte

Alle Windows-Tablets nutzen Touchscreens mit IPS-Panels. Das wichtigste Differenzierungsmerkmal zwischen den Einstiegsmodellen für 250 bis 350 Euro und den kostspieligeren Geräten liegt in der Auflösung der Displays. Sie liegt bei Einstiegsgeräten mit 10,1 Zoll Diagonale wie dem Toshiba Encore 2 WT10-A für 349 Euro oder dem Travelline Tablet T10-E1 von Bluechip bei 1.280 x 800 Bildpunkten. Das günstigste Windows-Tablet auf dem Markt ist derzeit das Schenker Elements für knapp 250 Euro, ebenfalls mit 1.280er-Auflösung. Die drei Geräte basieren auf Atom-Prozessoren mit vier Kernen, bieten zwei Gigabyte RAM und verfügen über 32 Gigabyte Flash mit eMMC-Schnittstelle als Massenspeicher. Die Keyboards gehören hier nicht zur Grundausstattung, sondern sind optionales Zubehör. Das gilt auch für das HP Omni 10, das für 349 Euro allerdings sogar mit einer Auflösung von 1.920 x 1.200 Pixel aufwarten kann.

Beim Trendsetter Asus Transformer Book T100 gehört das Tastaturdock dagegen bereits zum Lieferumfang. Das 10,1-Zoll-Tablet mit Atom-Z3740-CPU liefert hier eine Auflösung von 1.366 x 768 Bildpunkten. Asus bietet das T100 in mehreren Varianten mit 32 oder 64 Gigabyte eMMC-Flash an. Das Basismodell kostet etwa 330 Euro, die Spitzenvariante mit 64 Gigabyte und zusätzlicher 500-Gigabyte-Festplatte im Dock etwa 480 Euro.

Acer hat das neue Aspire Switch 10 als direkten Konkurrenten gegen das Transformer Book T100 positioniert. Auch hier liefert das 10,1-Zoll-Display in dem Tablet mit Atom-Z3745-Prozessor die 1.366er-Auflösung, und das Keyboard-Dock gehört zum Lieferumfang. Trickreich ist allerdings die magnetische Befestigung für das Tablet beim Switch 10: Sie ist symmetrisch, das Tablet kann auch um 180 Grad gedreht auf das Scharnier aufgesetzt werden. Das macht zusätzliche Aufstellungsmöglichkeiten ähnlich wie bei den Yoga-Modellen von Lenovo möglich. Der Startpreis für das Aspire Switch 10 liegt bei 349 Euro für das 32-Gigabyte-Modell. Die 64 Gigabyte-Variante kostet 399 Euro. Modelle mit einer zusätzlichen 500-Gigabyte-HDD im Dock stehen ebenfalls in den Startblöcken.

Microsoft hat die Lizenzpreise von Windows 8.1 für die kleinen und günstigen Tablets massiv gesenkt und legt sogar noch Office 2013 Home und Student oder eine Zwölf-Monats-Lizenz für Office 365 oben drauf. Das macht die Produktion solcher Tablets auch für chinesische oder osteuropäische Hersteller interessant.

Auf der folgenden Seite: Atom-Tablets für den Business-Einsatz und kompakte Convertibles

Atom-Tablet fürs Büro

Etwas kostspieliger sind Zehn-Zoll-Tablets für den Business-Sektor wie das Dell Venue 11 Pro und das Lenovo Thinkpad 10 mit Preisen jenseits der 400-Euro-Grenze, ohne Keyboard. Dafür warten die Geräte auch mit Full-HD-Displays und Stift-Unterstützung auf, zumindest optional. Als Betriebssystem dient jeweils Windows 8.1 Pro für eine problemlose Einbindung ins Firmennetzwerk.

Für beide Geräte stehen nicht nur Tastatur-Docks als Zubehör zur Verfügung, bei Dell sogar zwei Modelle mit oder ohne Zweitakku, sondern auch Docking-Stationen, an denen dann Monitor, Maus und Tastatur angeschlossen werden. Für den mobilen Internetzugang auf der Geschäftsreise wird das Dell-Gerät auch mit 3G-Option angeboten. Das Lenovo Thinkpad 10 beherrscht optional sogar LTE.

Mehr Notebook als Tablet

Neben den Detachables, also Tablets mit Tastaturdock oder Tablets mit Bluetooth-Keyboard gibt es von einigen Herstellern auch günstige Convertibles im Kompakt-Format. Sie sind klassische Notebooks, bei denen das Display um 360 Grad umgeklappt werden kann, um die Geräte so auch als Tablet verwenden zu können. Das Keyboard schaltet sich dabei automatisch aus. Als Tablet sind diese Geräte zwar schwerer und dicker als die reinen Tablets, dafür ist das Keyboard aber immer dabei.

Lenovo hat als erster Hersteller Windows-Notebooks mit 360-Grad-Klappdisplay auf den Markt gebracht. Inzwischen ist aus dem Yoga eine ganze Notebookfamilie geworden. Das kleinste und günstigste Modell ist das Yoga 2 11“ mit 11,6-Zoll-Display. Mit einem Celeron N2920 kostet das Yoga etwa 500 Euro, mit einem schnelleren Pentium N3520 etwa 100 Euro mehr. Beide CPUs gehören zur Bay-Trail-M-Familie.

Mit dem Intel Celeron N2820 ausgestattet ist das „HP Pavilion 11 x360“ für 399 Euro. Auch bei ihm lässt sich das Display nach Yoga-Vorbild umklappen. Sowohl bei ihm als auch bei den Yoga-Notebooks ist ein IPS-Touchscreen mit 1.366 x 768 Bildpunkten eingebaut. Als Massenspeicher dient je eine HDD mit 500 Gigabyte. □

(ID:42819246)