Distri-Award
– Jetzt zur Umfrage!

Suchen

Good-Morning-Editorial vom 10.08.2017 Google und die „Toxizität“ von Texten

| Autor: Dr. Stefan Riedl

Diskutieren Sie mit! Hier finden Sie noch einmal unser Good-Morning-Editorial zum Nachlesen.

Perspectives ermöglicht es, Texte auf Ihre „Toxizität“ hin zu prüfen.
Perspectives ermöglicht es, Texte auf Ihre „Toxizität“ hin zu prüfen.
(Bild: Jim Vallee/ stock.adobe.com)

Gute Nachrichten, liebe Freunde der politischen Korrektheit, des rundgelutschten Small-Talks und der Selbstzensur: Dem Google-Universum entspringt ein Service unter www.perspectiveapi.com, mit dem Sie online testen können, wie toxisch ein Text ist. Gedacht ist die Software beispielsweise für Forenbetreiber, die damit über eine API Beiträge ausschließen, shaddow-bannen oder löschen können, die „rüde“, „nicht respektvoll genug“ oder „unvernünftig“ sind und damit andere Disputanten veranlassen könnten, die Diskussion zu verlassen.

Der Algorithmus könnte aber neben offensichtlichen Forentrollen auch kontroverse Standpunkte aussperren und Filterblasen zementieren. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo zwischen diesen Perspektiven. Aber bilden Sie sich bitte eine eigene Meinung und erkunden sie, welche Begriffe die Toxizität der Beiträge steigert (derzeit nur in englischer Sprache).

Alleine das Wort „Putin“ ist demnach bereits zu 64 Prozent toxisch. „Trump" ist es zu 17 Prozent. „Clinton“ hingegen ist als Begriff wie ein Schluck aus einer kristallklaren Bergquelle und nur ein Prozent „toxisch“. Der Begriff „Merkel“ alleine vergiftet Debatten übrigens mit einer 24-prozentigen Toxizität. Wird hier eine klare politische Agenda verfolgt? Naja: Trotz der dem Wort „Putin“ innewohnenden Toxizität kommt „Putin is a good [whatever]“ besser weg als „Putin is a bad [whatever]“. Ganz so simpel ist es also doch nicht. Welche Perspektive nehmen Sie ein, wenn es um die ermittelte Toxizität von Texten via „Perspectives“ von Google geht?

(ID:44827705)

Über den Autor

Dr. Stefan Riedl

Dr. Stefan Riedl

Leitender Redakteur