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Vernetzter Lautsprecher

Google Nest Hub: Der sprechende Foto-Bilderrahmen

| Autor / Redakteur: Andrej Sokolow, dpa / Sylvia Lösel

Den Google Nest Hub gibt es in den USA bald auch in einer größeren Version.
Den Google Nest Hub gibt es in den USA bald auch in einer größeren Version. (Bild: Google)

Mehr als sechs Monate nach dem US-Start erreicht Googles erster eigener vernetzter Lautsprecher mit Display auch Deutschland. Es ist vor allem ein Gerät für diejenigen, die fest in der Welt der Google-Apps verankert sind.

Vernetzte Lautsprecher mit einem Display und einem Sprachassistenten wie Amazons Alexa oder Googles Assistant an Bord gibt es viele. Googles Gerät Nest Hub, das ein halbes Jahr nach dem US-Start nun in Deutschland verfügbar ist, sticht gleich doppelt hervor: Es hat nur einen kleinen Bildschirm – und keine Kamera.

Das heißt schon mal, dass man damit keine Videokonferenzen machen kann. Zur US-Markteinführung vor gut einem halben Jahr hob Google aber auch den Datenschutz-Aspekt hervor: Ohne Kamera könnten Nutzer eher geneigt sein, das Gerät selbst im Schlafzimmer aufzustellen.

Seitdem ist einiges passiert: Vor kurzem hat Google mit dem Hub Max eine größere Version vorgestellt. Sie hat nun nicht nur eine Kamera, sondern auch die Gesichtserkennung FaceMatch, dank der jedem Nutzer im Haushalt speziell auf ihn zugeschnittene Informationen angezeigt werden sollen. Dieses Gerät kommt im Sommer für 229 US-Dollar (rund 204 Euro) auf den Markt, aber zunächst nur in den USA, Großbritannien und Australien.

Datenschutz-Features

Beim Original-Hub für 129 Euro können die Antworten des Google Assistant zusammen mit den Inhalten auf dem Bildschirm personalisiert werden: mit Hilfe der Stimmerkennungsfunktion VoiceMatch. Die Stimmsignatur wird beim ersten Mal im Nutzerprofil auf Googles Servern gespeichert und muss dadurch nicht auf jedem weiteren Gerät neu erfasst werden. Somit kann der Nest Hub von mehreren Personen in einer Familie oder Wohngemeinschaft genutzt werden, ohne dass vertrauliche Informationen wie Kalender-Einträge für die anderen einsehbar sind. Und noch ein Datenschutz-Feature fällt ins Auge: Das Mikrofon kann man mit einem Schiebe-Schalter abklemmen.

Beim Hub fällt zunächst einmal auf, wie zierlich er ist. Im Prinzip sieht er aus, als hätte man ein 7-Zoll-Tablet mit breitem Rahmen um das Display auf einem kleinen Lautsprecher angebracht. Google gab sich dabei besonders Mühe, die Fotos auf dem Display gut aussehen zu lassen: Unter anderem soll ein Sensor dafür sorgen, dass die Helligkeit an die Lichtverhältnisse angepasst wird. Die moderate Bildauflösung von 1024 zu 600 Bildpunkten wirkt dabei nicht als Problem. Wird es dunkel im Raum, schaltet der Hub von einer Diashow in den Nacht-Modus mit schwarzem Bildschirm und grauer Digital-Uhr.

Komplett macht die Bilderrahmen-Funktion die Möglichkeit, Bilder aus dem Cloud-Dienst Google Fotos abrufen zu lassen - sowohl aus einzelnen Alben als auch aus der gesamten Sammlung. Der Assistant ist ziemlich gut darin, auf Sprachbefehl hin bestimmte Bilder aufs Display zu bringen, egal, ob es um Fotos aus einem Urlaubsort oder Aufnahmen einer einzelnen Person geht. Dafür arbeitet im Hintergrund Googles Software daran, die Fotos zu katalogisieren.

Gefangen in der Google-Welt

Das Beispiel demonstriert exemplarisch das Wichtigste, was man über den Hub wissen muss: Er ist vor allem für Leute, die in der Google-Welt leben. Das Gerät wird umso nützlicher für einen sein, je mehr Dienste des Internet-Konzerns man nutzt – Kalender, Karten, E-Mail, YouTube. Dann funktioniert es zum Beispiel auch, dass man sich die Route zum nächsten Termin auf der Karte anzeigen und auf das Smartphone rüberspielen lässt. Oder auf eine personalisierte YouTube-Playlist zugreift.

Man kann die Videodienste Netflix und Maxdome direkt auf das Hub-Display bringen und neben YouTube Music auch das Angebot des Musikstreaming-Marktführers Spotify einbinden. Allerdings ist der Bildschirm eher klein und hat zu niedrige Auflösung, um ohne Not darauf fernzusehen. Und der kleine Lautsprecher klingt zu schwachbrüstig für echten Hörgenuss. Aber er ist ausreichend, um sich zum Beispiel Anleitungen zu Kochrezepten vorlesen zu lassen.

Den Namen Hub trägt das Gerät, weil man damit auch Smarthome-Technik wie vernetzte Lampen, Thermostate oder Schlösser steuern kann. Ein wichtiger Unterschied zur Konkurrenz wie Amazons erfolgreichem Echo Show ist aber, dass das Google-Gerät nicht die Aufgaben eines klassischen Smarthome-Hubs übernehmen kann, über den man die Lampen und andere Technik ins heimische Netz einbinden und in Betrieb nehmen kann. Stattdessen müssen sie bereits eingerichtet und mit dem Google Assistant verbunden sein, um sie mit dem Hub bedienen zu können.

Zum US-Marktstart hieß das Gerät noch Google Home Hub, inzwischen band der Internet-Konzern die 2014 gekaufte Smarthome-Firma Nest enger an sich - der neue Name spiegelt das wider. Eigentlich greift die Nest-Integration erst mit dem neuen Hub Max, dessen Kamera gleich als Sicherheitskamera fungieren kann. Google macht keine Angaben dazu, wann das Max-Modell in Deutschland verfügbar sein könnte - und erklärt auch nicht so recht, woran das liegt. Neue Geräte erforderten Aufwand bei der Lokalisierung, heißt es. Aber die Arbeit, passende visuelle Inhalte zu Sprachantworten des Google-Assistenten zu liefern, wurde ja schon für den kleinen Hub erledigt.

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