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Good-Morning-Editorial vom 21.07.2017 Google macht Schule

Redakteur: Wilfried Platten

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Ist das öffentliche Bildungssystem schon so verstaubt, dass Google einspringen muss?
Ist das öffentliche Bildungssystem schon so verstaubt, dass Google einspringen muss?
(Bild: Tiko - stock.adobe.com)

Am 18.7. haben wir darüber berichtet, dass Google ein Schulungszentrum für digitale Bildung in München eröffnet. Und das, was da geplant ist, klingt gar nicht so übel. Die IHK ist dabei, eine Fraunhofer-Initiative, die Stiftung Lesen – also renommierte Organisationen, die diesem Szenario quasi höhere Weihen verleihen. Hamburg und Berlin stehen bereits auf der Expansions-Liste. Zum Programm gehören unter anderem virtuelle Klassenfahrten mit VR-Brillen und Programmierkurse für Drittklässler. Ist das nicht toll?

Gleichzeitig beschleicht mich bei dieser Vorstellung ein ungutes Gefühl. Wäre es nicht Aufgabe unseres so oft und heftig gescholtenen föderalen Bildungssystems, das Lernen für das digitale Zeitalter in die Hand zu nehmen? Ist es dazu nicht fähig und die Google-Schule ein unscheinbar-elementarer Schritt in die Privatisierung von Bildungsaufgaben? Will die Gesellschaft diese wirklich einem partikularinteressengesteuerten Quasi-Monopolisten überlassen? Und welche Wertevermittlung kann man von einer gewinnmaximierungsgetriebenen Datenkrake erwarten? Ist das voreingenommen und übersensibel? Oder einfach nur dringend gebotene Warnung vor den Anfängen einer potenziell gefährlichen Entwicklung?

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