Speicherkapazität rund um die Uhr Goethe-Universität virtualisiert das SAN

Redakteur: Dr. Andreas Bergler

Für die Goethe-Universität in Frankfurt/ Main konzipierte Controlware ein virtualisiertes Speichernetz, das die Daten von 76 verteilten Client-Servern auf Plattenspeicher von Sun zusammenführt.

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Speichervirtualisierung auf hohem Niveau: Die Goethe-Universität erneuert das SAN.
Speichervirtualisierung auf hohem Niveau: Die Goethe-Universität erneuert das SAN.
( Archiv: Vogel Business Media )

Um Daten zentral zu speichern und für die Institute bereitzustellen, genügte der Goethe-Universität in Frankfurt noch vor einigen Jahren ein Speichernetz mit fünf Applikationsservern. Doch angesichts rasant steigender Datenmengen stieß die Storage-Infrastruktur des Hochschulrechenzentrums schon vor sechs Jahren an ihre Grenzen. „2003 beauftragten wir Controlware im Rahmen einer Ausschreibung, für uns eine tragfähige, wirtschaftliche und herstellerunabhängige Storage-Architektur zu entwickeln“, erinnert sich PD Dr. Hansjörg Ast, Leiter des Hochschulrechenzentrums. „Controlware entwarf für uns daraufhin das Konzept eines virtualisierten SAN, in dem alle gehosteten Dienste zusammengeführt werden sollten. Der Ansatz gefiel uns auf Anhieb. Wir haben 2004 die Weichen für die Virtualisierung der Umgebung gestellt und das System kontinuierlich um neue Komponenten erweitert.“

Controlware übernahm dabei neben der Konzeption auch die Installation und Integration der Speicherlösung. Außerdem verantwortet der Systemintegrator auch die Updates und Upgrades der Switches und Speichersysteme und unterstützt die Goethe-Universität beim Trouble-Shooting.

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Eine Lösung für 76 Server

Im Mittelpunkt des Storage-Konzepts steht eine Speichervirtualisierung vom Typ Falcon Stor IP Stor Server, an die über Glasfaser-Verbindungen 16 virtualisierte RAID-Arrays vom Typ Sun StorageTek mit einem Gesamtvolumen von 320 Terabyte angeschlossen sind. Das zentrale Speichersystem ist derzeit mit 76 Servern der Goethe-Universität gekoppelt.

Hierzu gehören:

  • zentrale Mail-Services für über 45.000 Mail Accounts,
  • zentrale Web-Services für rund 60.000 Web-Seiten,
  • Backup- und Archiv-Services,
  • das hybride „Parallel Compute Cluster“,
  • zentrale E-Learning-Services,
  • zentrale File-Services der Institute für Forschungsdaten,
  • die zentrale, kunsthistorische und kunstpädagogische Datenbank sowie
  • Exchange-,Web- und Applikationsserver.

Insgesamt bewegen die Uni-Server pro Jahr fast 1,5 Petabyte an Daten über die zentrale Speichervirtualisierung und die virtualisierten RAID-Arrays. Angelika Stiehl, Solution Manager Application Delivery bei Controlware, erklärt: „Der Clou am virtualisierten SAN ist, dass alle angeschlossenen Plattenspeicher nach außen hin wie eine einzige riesige Festplatte erscheinen. Die Speicherkapazitäten lassen sich also sehr einfach bestimmten Services zuweisen, was auf den Arrays durchgehend eine sehr gute Ausnutzung und kurze Zugriffszeiten garantiert.“

Wie Controlware für Hochverfügbarkeit im Uni-Netz sorgte, lesen Sie auf der nächsten Seite.

Rund um die Uhr verfügbar

Die Goethe-Universität ist an Hunderten von Forschungsprojekten in der ganzen Welt beteiligt. Mitarbeiter und Studenten der Institute sind laufend im Einsatz, können aber nur produktiv arbeiten, wenn die Verfügbarkeit der ITK-Infrastruktur jederzeit hundertprozentig gewährleistet ist. Die IP Stor Server und die RAID-Arrays wurden daher redundant installiert und so konfiguriert, dass bei Ausfall eines Primärsystems automatisch und ohne Unterbrechung der Dienste ein Sekundärsystem dessen Aufgaben übernimmt. Außerdem werden sämtliche Daten gespiegelt gespeichert. Angelika Stiehl: „In virtualisierten Infrastrukturen lassen sich Daten herstellerübergreifend spiegeln. Das erlaubt nicht nur freie Auswahl beim Kauf von zusätzlichem Speicher. Es rechnet sich auch, weil der Kunde nur einmal die Lizenz für die Spiegelung am IP Stor kaufen muss, statt jeden Speicher separat für die Spiegelung zu lizenzieren.“

Darüber hinaus bietet die SAN-Virtualisierung zwei wichtige Vorteile: Zum einen stellt sie eine einheitliche Verwaltungsschicht für die gesamte Storage-Infrastruktur bereit, was die administrativen Prozesse erheblich vereinfacht. Zum anderen lassen sich mit dem IP Stor Server für den gesamten Plattenspeicher Dienste wie Replizierungs-, Spiegelungs- und Snapshot-Services bereitstellen, die sonst nicht oder nur mit hohen Zusatzkosten realisierbar wären.

Nach allen Seiten offen

Wie von der Universität gefordert, präsentiert sich die Lösung nach allen Seiten herstellerunabhängig: Als RAID-Arrays können im virtualisierten SAN alle gängigen Plattenspeichersysteme eingesetzt werden. Die Goethe-Universität setzt derzeit ausschließlich auf Plattformen von Sun, zumal der Hersteller gerade für Einrichtungen im Bereich Forschung und Lehre attraktive Konditionen bietet. Auch Client-seitig unterstützt der Falcon Stor IP Stor Server den Anschluss aller Server-Plattformen. So hat die Goethe-Universität einen Mix aus IBM AIX-, Linux-, Solaris- und verschiedenen Windows-Servern im Einsatz, die alle ohne vorherige Anpassung in das SAN integriert werden konnten.

Langfristige Sicherheit

„Die Lösung hat sich in der Praxis trotz der großen Datenmengen und unserer heterogenen Infrastruktur als sehr pflegeleicht erwiesen“, berichtet Dr. Ast. Dabei lobt er auch die wirtschaftlichen Aspekte: „Ein wichtiger Faktor ist für uns, dass sich die Speicherlösung jederzeit bedarfsgerecht erweitern lässt. Das garantiert uns volle Kostenkontrolle und ermöglicht es, unsere Investitionsschritte flexibel zu planen – umso mehr, als sich die Lizenzierung des SAN vorrangig am Funktionsumfang orientiert. Damit erhalten wir genau die Planungssicherheit, die wir benötigen.“

Im nächsten Schritt soll das virtualisierte SAN mit erweiterten Replizierungsoptionen ausgestattet werden: Vor dem Hintergrund des für 2012 geplanten Umzugs des Hochschulrechenzentrums auf den Campus Westend soll der IP Stor Server um eine standortübergreifende Daten-Replizierung ergänzt werden. So wird es möglich sein, die Datenbestände aller Institute schrittweise und ohne Downtime in das Rechenzentrum auf dem neuen Campus zu übertragen.

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