Studien des WJD und des ZEW zur Zukunft der deutschen Wirtschaft Geteilte Meinungen über Konjunkturaussichten

Redakteur: Katrin Hofmann

Im Sog der Krise auf dem US-Immobilienmarkt ist die Hoffnung auf eine weitere Belebung der Konjunktur einer Studie des ZEW zufolge gesunken. Der Präsident des »Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung«, Wolfgang Franz, macht dennoch Mut. Zudem fördert eine Umfrage der Wirtschaftsjunioren Deutschland (WJD) positivere Einschätzungen zutage.

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Der ZEW-Präsident Wolfgang Franz glaubt nicht an verheerende Auswirkungen der US-amerikanischen Immobilienkrise auf die deutsche Wirtschaft.
Der ZEW-Präsident Wolfgang Franz glaubt nicht an verheerende Auswirkungen der US-amerikanischen Immobilienkrise auf die deutsche Wirtschaft.
( Archiv: Vogel Business Media )

Dass der derzeitige Wirtschaftsaufschwung irgendwann seinen Scheidepunkt erreicht haben wird, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Wann es allerdings soweit sein wird, dass sich die Hoffnung, die Konsumfreude und die Verkäufe nicht weiter verbessern können, steht in den Sternen. Die Immobilienkrise am US-Markt hat die Ängste vor einem nahenden Ende des Aufschwungs geweckt.

Nach den Ergebnissen des Konjunkturerwartungs-Barometers des »Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung« ist der Index für Deutschland im August um 17,3 Punkte im Vergleich zum Vormonat gesunken. Der seit Mai zu verzeichnende Trend, dass die Hoffnung langsam aber stetig sinkt, hält damit an. Ein Novum ist, dass der Wert erstmals seit Jahresbeginn wieder unter den historischen Mittelwert von 32,6 Punkten abgesackt ist.

Die ZEW begründet die abflauende Hoffnung der 291 befragten Finanzmarktexperten, Analysten und institutionellen Anleger, mit der Krise auf dem Immobilienmarkt in den USA. Seien doch Ängste geschürt worden, dass diese Entwicklung auch auf die deutsche Wirtschaft übergreifen könnte. Grund zu Aufregung sieht der ZEW-Präsident Wolfgang Franz allerdings nicht: »Die Krise ist in erster Linie ein Problem der Vereinigten Staaten. Mögliche Rückwirkungen auf die deutsche Konjunktur werden sich nach derzeitigen Kenntnissen in engen Grenzen halten.« Zwar könnte der deutsche Export von einer schwächeren Kaufkraft US-amerikanischer Abnehmer durchaus beeinträchtigt werden. Die Eintrübung des Konsumklimas aufgrund der Kursverluste werde hierzulande allerdings gering ausfallen.

Eine Studie der Wirtschaftsjunioren Deutschland (WJD) untermauert diese Theorie. Befragt man – wie für diese Erhebung getan – Konsumenten, die keine Experten für den Finanzmarkt sind, erscheinen die Konjunkturaussichten plötzlich in einem ganz anderen Licht. »Überaus optimistisch blicken die Bundesbürger in die Zukunft der deutschen Volkswirtschaft«, heißt es in der Mitteilung des WJD. 65 Prozent der 11.000 Befragten hatten angegeben, dass sich der wirtschaftliche Boom auch 2008 fortsetzen wird. Die Angst vor Arbeitslosigkeit ist stark zurückgegangen. 79 Prozent der befragten Bürger halten ihren Arbeitsplatz für sicher: Zeichen dafür, dass die Kauflaune auch künftig erhalten bleiben sollte. Allerdings nur dann, wenn sich nicht doch die Zweifel der Finanzmarktexperten bewahrheiten.

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