Statement des ITK-Branchenverbandes Gesetzliche Frauenquote in der IT: Der Bitkom ist dagegen

Redakteur: Katrin Hofmann

Der Disput um die mögliche Einführung einer gesetzlichen Frauenquote für Führungspositionen geht weiter – trotz der selbst auferlegten und mittlerweile vorgestellten Ziele der DAX-Konzerne. Nun hat sich auch der IT-Branchenverband Bitkom eingeschaltet.

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Prof. Dieter Kempf, Präsident des Bitkom
Prof. Dieter Kempf, Präsident des Bitkom

„Hohe“ gesetzliche Quoten seien gerade in Branchen wie der Hightech-Industrie kurzfristig nicht umzusetzen, ist Bitkom-Präsident Dieter Kempf überzeugt. Zwar lässt er offen, was er unter „hoher“ Quote versteht, verweist aber darauf, dass es derzeit gerade im technischen Bereich an einer breiten Basis an weiblichen Fach- und Führungskräften fehle. Beispielsweise liege der Anteil von Frauen bei den Studienanfängern in der Informatik bei lediglich 19 Prozent, im Maschinenbau oder der Elektrotechnik sogar darunter. Deshalb, so Kempf, sei die Selbstverpflichtung der Firmen grundsätzlich der richtige Weg für die kommenden Jahre.

Am Montag, den 17. Oktober, hatten 30 DAX-Konzerne einen Katalog vorgestellt, aus dem ihre Ziele bezüglich des Frauenanteils in Spitzenjobs hervorgehen. Den von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) maßgeblich angetriebenen Disput um eine gesetzliche Quote konnten die selbst auferlegten Ziele aber nicht beruhigen. Während beispielsweise Ursula von der Leyen Verfechterin einer gesetzlich verordneten 30-Prozent-Quote ist, bewertet Familienministerin Kristina Schröder (CDU) die Selbstverpflichtung als den richtigen Weg und begrüßte die selbst verordneten Ziele. Ihr Appell, so Schröder, sei bei den Firmen angekommen.

Auch Bitkom-Präsident Kempf erklärte anlässlich des Treffens der DAX-Konzerne, dass die Unternehmen verstanden hätten, dass sich etwas bewegen muss. Die Verbesserungen sollen in jährlichen Fortschrittsberichten festgehalten und transparent gemacht werden. „Die Firmen werden sich an ihren Fortschritten öffentlich messen lassen“, ist Kempf überzeugt.

IT-Frauenquote: Ja oder nein? Notwendiges Übel, um Gleichberechtigung zu fördern, unrealistischer Zwang oder gar ein Stück weit auch Diskriminierung? Was meinen Sie? Diskutieren Sie mit!|hof

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