Mit 245.000 Besuchern eigene Planung übertroffen Gelungener Auftakt für die Spielemesse in Köln

Redakteur: Harry Jacob

Die Gamescom hat die in sie gesetzten Erwartungen zum Auftakt mehr als erfüllt. Mit Besucherzahlen, die den Leipziger Höchststand um 20 Prozent übersteigen, sieht sie sich bereits als Leitmesse etabliert. Doch nicht alles lief nach Plan.

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So hatten die Veranstalter sich das gewünscht: Großer Andrang zur ersten Gamescom im Jahr 2009. Am Ende wurden die Besucherzahlen des Leipziger Konkurrenten deutlich übertroffen.
So hatten die Veranstalter sich das gewünscht: Großer Andrang zur ersten Gamescom im Jahr 2009. Am Ende wurden die Besucherzahlen des Leipziger Konkurrenten deutlich übertroffen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Voll des Lobes sind die Veranstalter der Spielemesse Gamescom, die am Sonntag zu Ende ging. Auf 200.000 + X hatten sie die Besucherzahl im Vorfeld taxiert, 245.000 sind es geworden, darunter 17.000 Fachbesucher (Leipzig: 14.600) und 4.000 Journalisten. Das jüngste Kind von Koelnmesse und BIU (Bundesverband interaktiver Unterhaltungssoftware) hat damit den Vorgänger Games Convention in Leipzig um Längen geschlagen, die es zuletzt auf 203.000 Besucher brachte. Die Sachsen versuchten, sich in diesem Jahr mit einer „Games Convention Online” zu trösten. Doch mit mageren 42.000 Besuchern ist kein Staat zu machen, und nachdem man auch in Köln das Thema Online- und Browserspiele für sich entdeckte hatte, bleibt fraglich, ob die Aussteller im kommenden Jahr die Teilung der deutschen Spieleszene weiter unterstützen oder ebenfalls von der Pleiße an den Rhein wechseln.

Kurz nach dem Ende der Games Convention 2008 hatte der BIU verkündet, dass die Spielemesse nach Köln verlegt werden solle, unter anderem wegen des größeren Einzugsbereichs und der besseren Infrastruktur. Doch Leipzig hatte sich erbittert gegen den Verlust der Spielemesse gewehrt. So war es nun ein wichtiger Meilenstein für die Gamescom, bereits im ersten Jahr mit besseren Besucherzahlen aufwarten zu können. Angesichts der nahen Großstädte entlang des Rheins hatten allerdings manche Aussteller hinter vorgehaltener Hand von 300.000 bis 600.000 Besuchern phantasiert.

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Das es dazu nicht kam, könnte für die Koelnmesse ein Glücksfall gewesen sein. Denn auch so war sie anscheinend schon vom eigenen Erfolg überrascht worden: Am vergangenen Samstag musste die Halle 6 zeitweise geschlossen werden, auch Rolltreppen wurden außer Betrieb genommen, um die hereinströmenden Massen zu bremsen. Dafür fehlte es an (auffindbaren) Ruheplätzen. Das Dilemma der Halle 6: hier waren die Platzhirsche der Branche auf einem Fleck versammelt, so dass sie die meisten Besucher anzog.

Allerdings fehlten auch einige große Namen ganz, darunter beispielsweise Disney und THQ, andere waren mit – im Vergleich zu Leipzig – eher kleinen Ständen präsent.

Olaf Wolters, Geschäftsführer des BIU konstatierte jedoch: „Wir sind sehr stolz auf die Premiere der Gamescom. Sie hat auf Anhieb alle Ziele erfüllt und ist die größte Spielemesse der Welt.” Und auch Oliver P. Kuhrt, Chef der Koelnmesse, lobt: „Die Premiere ist hervorragend gelaufen. Damit hat sich die Gamescom auf Anhieb als Leitmesse etabliert.

Laut Messe haben 95 Prozent der Aussteller die hohe Besucherqualität gelobt, 92 Prozent der Fachbesucher werteten die Messe als Erfolg. 90 Prozent von Ihnen wollen im nächsten Jahr wieder kommen, und auch zahlreiche Aussteller sollen schon für 2010 gebucht haben. Die nächste Gamescom findet vom 18. bis 22. August 2010 statt.

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