Doppelte Leistung: Nvidia Geforce GTX 1080 Geforce im Frequenzhöhenrausch

Autor: Klaus Länger

Mit der Geforce GTX 1080 hat Nvidia die erste Consumer-Grafikkarte auf Basis der Pascal-Architektur angekündigt. Sie soll sparsamer und bei VR-Games mehr als doppelt so schnell wie ihre direkte Vorgängerin sein.

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Die Geforce GTX von Nvidia basiert auf der Pascal-Architektur. Die Chips werden in einem 16-Nanometer-Prozess hergestellt und sollen doppelt so schnell wie ihre direkten Vorgänger sein.
Die Geforce GTX von Nvidia basiert auf der Pascal-Architektur. Die Chips werden in einem 16-Nanometer-Prozess hergestellt und sollen doppelt so schnell wie ihre direkten Vorgänger sein.
(Bild: Nvidia)

Bisher verkündete Nvidia bei der Vorstellung einer neuen Generation von Grafikchips jedes mal, dass die GPU aus noch mehr Transistoren aufgebaut sei und mit noch mehr Stream-Prozessoren eine höhere Leistung bringen werde. Bei der brandneuen Geforce GTX 1080 ist das anders: Der hier verwendete Chip mit der Bezeichnung GP104 aus der neuen Pascal-Familie besteht aus 7,2 Milliarden Transistoren, der Maxwell-Vorgänger Geforce GTX 980 dagegen aus etwa acht Milliarden. Auch die Zahl der CUDA-Cores ist von 2.816 auf 2.560 gesunken. Nvidia hat hier den Umstieg auf eine neue Architektur mit 16-Nanometer-FinFET-Transistoren stattdessen genutzt, um die Taktfrequenz des Chips gehörig nach oben zu treiben: Sie kann im Boost-Modus auf bis zu 1.733 MHz klettern, beim Vorgänger waren lediglich 1.075 MHz möglich. Trotz der höheren Taktfrequenz sollen sich Geforce-GTX-1080-Karten bei 3D-Spielen mit maximal 180 Watt zufrieden geben. Eine Geforce GTX 980 genehmigt sich bis zu 250 Watt.

Höhere Leistung vor allem bei VR

Die erheblich gestiegene Taktfrequenz treibt laut Nvidia die Leistung der Geforce-GTX-1080-Karten zu neuen Höhen. Sie sollen beim DX12-Spiel „Rise of the Tomb Raider” die etwa 1,7-fache Performance einer GTX 980 liefern. Einen noch drastischeren Leistungssprung verspricht Nvidia bei VR-Games und Anwendungen, die mehr mit mehr als doppelt so vielen Frames pro Sekunde laufen sollen.

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Ein Plus gibt es auch beim Grafikspeicher: Geforce-GTX-1080-Karten sind mit acht GB GDDR5X bestückt.

Die VR-Works-Softwarebibliothek für die VR-Entwicklung wird um eine Audio-Komponente ergänzt, die eine realistische Berechnung von Audio-Reflexionen im virtuellen Raum ermöglicht.

Die neue Auflage der Simultaneous-Multi-Projection-Funktion liefert bei Pascal-Karten nicht nur eine höhere Qualität und Performance bei Multi-Monitor-Setups, sondern vor allem auch bei VR-Anwendungen.

Außerdem gibt es von Nvidia auch noch ein Screenshot-Tool mit dem Namen Ansel, das sogar die Wahl der Position der virtuellen Kamera und des Zoomfaktors erlaubt. Zudem soll Ansel auch 360-Grad-Ansichten erstellen, die sich dann mit VR-Brillen erkunden lassen.

GeForce GTX 1080 Founders Edition

Die neue Nvidia-Karte wird Ende Mai in den USA zunächst als „Founders Edition" auf den Markt kommen. Diese Karten im Nvidia-Referenz-Design wird es sowohl von Nvidia direkt, als auch von den Herstellern ASUS, Colorful, EVGA, Gainward, Galaxy, Gigabyte, Innovision 3D, MSI, Palit, PNY und Zotac geben. In den USA soll die Founders Edition 699 US-Dollar kosten. Später werden Grafikkarten-Hersteller dann auch Modelle mit eigenem Design auf den Markt bringen, die teilweise günstiger oder auch schon mal kostspieliger, als die Referenz sein werden. Der Preis hängt von Features wie dem Kühlsystem, der Spannungsregelung und der erreichbaren Taktrate ab.

GeForce GTX 1070 im Juni

Im Juni folgt die langsamere aber günstigere Geforce GTX 1070 auf Pascal-Basis. Sie soll als Founders Edition für 449 US-Dollar in die Läden kommen. Zu den technischen Unterschieden zur GTX 1080 hat sich Nvidia noch nicht geäußert.

Auch zum deutschen Marktstart für die Karten gibt es noch keine Informationen von dem Hersteller aus Santa Clara.

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