ITC Channel Index Gaming-Sommer sorgt für Wachstum in der IT-Branche

Autor / Redakteur: Martina Sedlmaier und Dr. Rudolf Aunkofer / Katharina Krieg

Der Aufwind wird spürbar – sowohl im IT- als auch im CE-Markt. Die GfK rechnet mit einer Welle von Neuanschaffungen bei PCs. Zudem kurbelt die Gaming-Branche mit Konsolen und allerlei Zubehör den Umsatz kräftig an.

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Mit 90 Punkten liegt der ITC Channel Index von GfK und IT-BUSINESS 13 Punkte über dem vergleichbaren Vorjahreswert. Gegenüber dem Vormonat legt der Index um acht Punkte zu. Die Entwicklung ist sowohl im B2B- als auch im B2C-Umfeld positiv. Im B2B-Bereich klettert der Wert auf 89 Punkte – gegenüber dem Vorjahr ein Plus von acht Punkten. Das B2C-Segment kann 90 und damit plus 13 Punkte verbuchen. Die Jahressaisonalität fiel somit deutlich verhaltener aus als im Vorjahr. Zwar ist für die Entwicklung in diesem Sommer zum Teil auch ein schwacher Juli 2006 verantwortlich. Aber selbst unter Berücksichtigung dieser Gegebenheiten, zeigt sich das jetzige Wachstum, wie auch das des ersten Halbjahrs 2007 (im zweistelligen Bereich), als bislang erfreulich positiv. Dies verdeutlicht auch die Tatsache, dass die jetzigen Indikator-Werte in allen Marktsegmenten gleich auf oder über den Werten aus dem Vormonat liegen.

Die gute Konsumstimmung in Deutschland wirkt sich somit weiter positiv auf die ITC-Märkte aus und führt zu stabiler und sogar wachsender Nachfrage. Die Sommermonate gehen häufig mit einer saisonalen Absatzschwäche einher, doch dieses Jahr blieben die Märkte auch in der heißen Jahreszeit auf hohem Niveau – das vielzitierte »Sommerloch« ist in den aktuellen Marktanalysen für die Informationstechnologie kaum sichtbar.

So werden gut ein Drittel mehr Computer im Consumer-Markt verkauft als vor einem Jahr. Neben einem Plus von über 40 Prozent für Notebooks zieht auch der Markt für Desktop-PCs an und liegt im Absatz 13 Prozent über Vorjahresniveau.

Auf die allgemein positive Konsumstimmung treffen aktuell mehrere Faktoren, die für ein relativ stabiles Wachstum im IT-Umfeld sorgen. Zum einen sind die Wachstumsraten zu einem gewissen Grad durch einen Basiseffekt beeinflusst, das heißt die Sommermonate 2006 waren relativ absatzschwach, so dass eine positive Veränderungsrate im Folgejahr relativ schnell erreicht ist.

Doch auch die Einführung eines neuen Betriebssystems dürfte die IT-Märkte zunehmend positiv beeinflussen, vor allem vor dem Hintergrund, dass der Einführungszeitpunkt der neuen Software mit dem Ende eines typischen Anschaffungszyklus im Privatkundenbereich zusammenfällt. In den Jahren 2000 und 2001 erlebte der Computermarkt für Privatkunden einen Höhepunkt in Deutschland, zusammen mit dem ersten großen Internethype.

Nachdem viele Computer in den privaten Haushalten damit bereits fünf bis sechs Jahre alt sind, steht für zahlreiche Familien eine Neuanschaffung an – schließlich erleben wir gerade einen zweiten Internethype in Form des Web 2.0.

Gaming treibt den Markt

Der Optimismus der Branche war auch auf der »Games Convention« zu spüren. Die Spielemesse in Leipzig hat von Jahr zu Jahr an Bedeutung gewonnen und ist längst über den Spielemarkt hinausgewachsen. Dort waren Hersteller für Security oder Multimedia-Software genauso vertreten wie Hardware-Hersteller – optimale Voraussetzungen, sich gegenseitig zu befruchten.

Während die klassischen Spiele-Publisher ihre Zielgruppe zu erweitern suchen, zum Beispiel durch verstärkte Adressierung von Frauen oder älteren Generationen, versucht die Computer-Industrie die attraktive Kernzielgruppe der »Gamer« zu adressieren. Diese zeigt in der Regel eine höhere Investitionsbereitschaft in Informationstechnologie. Spezielle Gaming-Tastaturen, Mäuse, hochwertige Grafikkarten sind nur einige Beispiele, die von der positiven Entwicklung profitieren können. Diese Zubehörkategorien liegen im Absatz allesamt 30 bis 40 Prozent über dem Vorjahresniveau. Für den Handel eröffnen sich Cross-Selling-Optionen, die auch durch Sonderplatzierungen und Schaffung von Produktwelten unterstützt werden können.

Konsole kontra Computer

Gleichzeitig ist in Deutschland ein Trend zu Konsolenspielen zu beobachten, die zum Teil auch in Konkurrenzbeziehung zum Computermarkt stehen. Der Markt für Konsolen-Gamecontroller legt aktuell mit über 80 Prozent zu, während der Markt für Computer-Gamecontroller lediglich mit gut zehn Prozent wächst. Die Vielfalt an Formen und Farben der Eingaberäte ist breit gefächert. Entsprechend bunt präsentiert sich auch das Zubehör-Portfolio zu den tragbaren Konsolen in Form von Taschen, Spielecases und Eingabestiften.

Design punktet

Form, Farbe und Design sind Punkte, mit denen sich die IT-Industrie in Zukunft sicherlich verstärkt beschäftigen wird. Zum Know-how eines erfolgreichen Fachhändlers dürften daher künftig neben der technischen Beratungskompetenz auch Mode- und Design-Aspekte zählen.

Im Detail: Grafik- und Videolösungen

Die positive Nachfrage nach Grafikkarten wird teilweise bedingt durch Upgrades bestehender Desktop-PCs auf Windows Vista im Consumer- und SMB-Umfeld. Andererseits kurbelt die Gaming-Branche den Absatz an. Bei den Videoboxen gibt es zwar eine positive Mengen-Nachfrage – allerdings bei rückläufigem Umsatz. Die Zielgruppe der professionellen und semi-professionellen Anwender von Video-Bearbeitungslösungen ist stabil, verliert aber im Vergleich zur neuen Zielgruppe der »Casual«-Videobearbeiter an Bedeutung. Letztere legen Wert auf einfache Nutzung mit Unterhaltungs-Faktor. Die Werkzeuge sollten zwar professionell sein, bevorzugt werden aber programmtechnisch vorgegebene Bearbeitungsvarianten.

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