Glänzende Verkaufszahlen für Spielekonsolen im ersten Halbjahr Gaming-Branche im Aufwind – Zielgruppe weitet sich aus

Redakteur: Katharina Krieg

Die Zahlen von GfK und Bitkom für das erste Halbjahr zeigen: Gaming liegt im Trend. Um 73 Prozent schnellte der Umsatz mit Spielekonsolen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hoch. Damit das auch schön so weiter geht, müssen sich die Spielehersteller einiges für neue Zielgruppen wie Frauen oder ältere Menschen einfallen lassen.

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Spielen liegt im Trend – der sich aber nicht mehr nur auf jugendliche Zocker beschränken soll.
Spielen liegt im Trend – der sich aber nicht mehr nur auf jugendliche Zocker beschränken soll.
( Archiv: Vogel Business Media )

276 Millionen Euro wurden deutschlandweit in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bereits mit Spielekonsolen umgesetzt. Das bedeutet den aktuellen Marktzahlen von GfK und Bitkom zufolge einen Anstieg von 73 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Im ersten Halbjahr 2006 gaben die Gamer lediglich 160 Millionen Euro für ihre Hardware aus.

Beim Absatz verzeichneten die Marktforscher in der ersten Jahreshälfte 2007 einen Anstieg um 39 Prozent von 0,9 auf 1,3 Millionen Stück. Doch der Hauptumsatztreiber – das Weihnachtsgeschäft – ist darin ja noch gar nicht enthalten. Für das Gesamtjahr rechnen Bitkom und GfK denn auch damit, dass die Konsolen 705 Millionen Euro einbringen werden. Das käme einem Anstieg von 45 Prozent gegenüber 2006 gleich.

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»Umfangreiche Investitionen in die Entwicklung neuer Geräte zahlen sich nun aus«, freut sich Manfred Gerdes, Mitglied des Bitkom-Präsidiums und Chef von Sony Deutschland, über die guten Ergebnisse. Von der Playstaion 3 aus dem Hause Sony wurden die Gamer im März dieses Jahres noch vor dem Deutschland-Start allerdings enttäuscht. Zu dem Zeitpunkt wurde bekannt, dass nur wenige der »alten« Playstation-2-Spiele auf der neuen Konsole laufen.

Auch Microsofts Xbox 360 fiel zwischenzeitlich ungenehm auf. Anfang Juli stellte sich ein Hardware-Fehler heraus, der zu einer Verlängerung der Garantiefrist führte und die Redmonder eine ganze Stange Geld kosten wird. Fast nur Positives ist indes von Nintendos Wii zu hören – das Unternehmen scheint zuweilen selbst überrascht vom Erfolg der Konsole, die durch ein völlig neues Steuerungskonzept zu überzeugen scheint. Wii animiert allerdings seine Besitzer so sehr, sich zu bewegen, dass ein paar von ihnen schon über Nacken- und Schulterschmerzen klagen.

All das scheint den Spielefans allerdings nichts auszumachen. Inwiefern sich der hochschnellende Umsatz bei den Konsolen auf die dazugehörigen Spiele auswirkt, ist derzeit noch unklar. Für das Jahr 2006 zumindest meldete der Bitkom eine Stagnation bei etwa 500 Millionen Euro.

Klar ist jedoch, dass sich die Spielehersteller einiges einfallen lassen, um die Gamer bei der Stange zu halten – und Neue für sich zu gewinnen. »Gerade Frauen und Ältere wurden in der Vergangenheit oft vernachlässigt«, sagt Gerhard Müller, Partner bei der Unternehmensberatung Ernst & Young. »Das hat die Industrie erkannt. Moderne Spielkonzepte, bei denen es um Strategie und Emotionen geht, sind bei Frauen sehr beliebt«, so Müller weiter.

Ballerspiele scheinen ausgedient zu haben. Vielmehr ziehen jetzt Karaoke- und Quizspiele, berichtet der Bitkom. Ein Trend, der sich auch auf der Games Convention (GC), die am 23. August ihre Pforten öffnet, widerspiegeln soll. Es sind Konzepte für die gesamte Familie gefragt. Deshalb widmet die Spielemesse in Leipzig dieser Zielgruppe in diesem Jahr unter dem Titel »GC Family« eine ganze Halle.

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