Schutzschild in der deutschen Cloud G Data fordert Vertrauen für die Microsoft-Cloud

Autor Dr. Andreas Bergler

Vertrauen ist ein Pfund, mit dem gerade deutsche Security-­Anbieter gut wuchern können. Walter Schumann beschreibt den Weg von G Data in die Microsoft-Cloud.

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Walter Schumann, Managing Director bei G Data
Walter Schumann, Managing Director bei G Data
(Bild: Vogel IT-Medien)

ITB: Sie haben bei Ihrem Vortrag auf der 30-Jahr-Feier von G Data immer wieder betont, es gehe Ihnen nicht um Marketing, sondern um Werte. Was sind Ihre Werte und wie ist das für die Partner von G Data zu verstehen?

Schumann: Expertise und Vertrauen stehen im Vordergrund bei G Data. Vertrauen schaffen wir dadurch, dass wir eine klare Kommunikation mit unseren Geschäftspartnern pflegen. Als Anbieter aus Deutschland – G Data ist ein konstitutives Mitglied der Teletrust-Initiative „IT-Security made in Germany“ – garantieren wir unseren Partnern und Kunden, dass unsere Sicherheitslösungen nicht mit irgendwelchen Backdoors versehen sind. Das haben wir bereits 2011 erklärt. Unsere Security-Software bietet den bestmöglichen Schutz vor Online-Bedrohungen. Seit acht Jahren in Folge sind unsere Antiviren-Produkte jetzt schon von Stiftung Warentest als bester Virenjäger mit der besten Erkennungsrate ausgezeichnet. Expertise und Trust bedingen sich dabei gegenseitig. Die Kombination aus beiden hat dazu geführt, dass die Kundenloyalität bei uns extrem hoch ist.

ITB: Neben der Teletrust-Initiative engagiert sich G Data mittlerweile auch in anderen Initiativen. So sind Sie im September dem „German Competence Centre against Cyber Crime“ (G4C) beigetreten. Wo liegt hier der Schwerpunkt?

Schumann: Der Verein wurde von der Commerzbank, der Ing-Diba und der Hypo Vereinsbank zur Prävention gegen Cyberkriminalität 2013 in Kooperation mit dem BKA und dem BSI gegründet. G4C ist eine Plattform zum Austausch von Knowhow und dient gleichzeitig als Frühwarnsystem. Wir können eine hohe Expertise im Bereich Online-Banking aufweisen, daher bietet sich eine Zusammenarbeit mit der Finanzbranche an. Wir sind übrigens der erste IT-Security-Hersteller, der beim G4C dabei ist.

ITB: Bereits 2011 hat G Data mit dem Bank­Guard eine eigene Lösung zum Schutz beim Online Banking entwickelt. ­Damit haben Sie Ihre Position im Consumer-Umfeld gestärkt. Wie sieht momentan die Entwicklungsrichtung aus? Geht G Data jetzt, wie einige ­andere Hersteller auch, mehr in Richtung B2B?

Schumann: Ja, mit der Online-Banking-Security-Technologie waren wir Vorreiter am Markt für sicheres Online Banking. Nicht nur deshalb sind wir sehr stark im Consumer-Segment. Derzeit liegt der größere Anteil des Umsatzes bei G Data in diesem Bereich. Das ändert sich aber und wir werden unser Business-Segment weiter intensivieren. Wir gehen davon aus, dass das B2B-Geschäft in den nächsten zwei Jahren mit dem Consumer-Geschäft gleich ziehen wird.

ITB: Und wie wollen Sie das erreichen?

Schumann: Wir werden unser Netzwerk an Value-Add-Partnern weiter ausbauen und die Zusammenarbeit intensivieren. Vor Kurzem haben wir neue Key-Account Manager eingestellt, die sich um die Partner kümmern. Wir sind bereits mit Installationen bei Unternehmen mit bis zu 10.000 Usern vertreten. Einen weiteren Schwerpunkt setzen wir im Service. Mit den G Data Premium Services & Support bieten wir Business-Kunden eine maß­geschneiderte Top-Betreuung an. Diese erhalten einen direkten Ansprechpartner und eine passgenaue Unterstützung, um Ausfälle oder andere Störungen rechtzeitig abzuwenden.

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ITB: G Data hat in den letzten eineinhalb Jahren die Zahl seiner Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung auf rund 200 fast verdoppelt. Das klingt nach mehr, als dass Sie nur an der Skalierbarkeit für Unternehmensanwendungen feilen. Wohin geht denn hier die Entwicklung? Welche neuen Probleme adressieren Sie?

Schumann: Bei großen Unternehmen haben wir in der Tat keine Performance-Probleme. Der Bedarf nach Lösungen für die Netzwerk-Security wächst allgemein sehr stark. ­Unsere Entwicklung adressiert schwerpunktmäßig die Themen Management und die Abwehr neuer Gefahren. Im Bereich Management stehen Monitoring und Patchmanagement im Vordergrund, bei gleichzeitiger Einbindung mobiler Geräte. Was neue Gefahren betrifft, so ­arbeiten wir sehr intensiv im Themen­bereich Advanced Persistent Threats und natürlich der kontinuierlichen Anpassung unserer Analysemethoden. Weitere wichtige Aspekte, besonders im Zuge des Internet of Things und Industrie 4.0, werden Embedded Security und Security by Design sein. Aber dabei sind ganz andere Innovationszyklen zu beachten, mit denen sich die Security-Anbieter dann synchronisieren müssen. Gegenüber dem Consumer-Bereich, den das gängige Feature-Set gut abdeckt, ist der Bereich der Unternehmenskunden von stärkeren Veränderungen geprägt. Eine wichtige Aufgabe wird die Entwicklung einheitlicher Standards für die Unternehmenssicherheit sein. Diese müssen global gelten.

ITB: G Data ist gerade von Microsoft als einziger Antiviren-Hersteller auserkoren worden, für den Schutz der Daten deutscher Unternehmen zu sorgen, die in die Azure-Cloud migrieren. Was sagen Sie hier den potenziellen Kunden in puncto Datensicherheit?

Schumann: Viele Unternehmen haben auf ein Cloud-Angebot gewartet, dass dem deutschen Datenschutzrecht entspricht. Laut Bitkom erwarten 83 Prozent der deutschen Firmen genau dies und dass sich das ­Rechenzentrum eines Anbieters dieser Dienstleistungen in Deutschland befindet. Ich sehe diesen Schritt von Microsoft als starkes Zeichen, dass die Anforderungen des deutschen IT-Markts und seiner Business-Kunden ernst genommen werden. Die der Cloud anvertrauten Daten sind sicher vor dem Zugriff Fremder. Das ist jederzeit gewährleistet durch die Treuhänder-Struktur. Daher beteiligen wir uns als deutscher Antiviren-Hersteller an diesem zukunftsträchtigen Projekt mit ­einer eigenen Managed-Endpoint-Security-Lösung. Davon proftiert übrigens auch der Fachhandel, denn die Partner können einen Mehrwert, sprich eine Lösung in Kombination mit einer Dienstleistung anbieten und ihr Angebot so ­gewinnbringend erweitern.

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