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Studien zum Status quo der Digitalisierung Futter für die Digitale Transformation

| Autor: Wilfried Platten

Das Hype-Thema „Digitalisierung“, respektive „Digitale Transformation“, ruft natürlich Analysten, Berater, Marktforscher und Verbände jeglicher Couleur auf den Plan. Meist beschäftigen sie sich mit Teilaspekten des Generalthemas.

Firmen zum Thema

Viele kluge Köpfe machen sich ebensolche Gedanken über die Digitalisierung.
Viele kluge Köpfe machen sich ebensolche Gedanken über die Digitalisierung.
(Bild: BillionPhotos.com - stock.adobe.com)

Die Lünendonk-Studie „Digitaler Reifegrad im Mittelstand“ etwa beleuchtet die Selbsteinschätzung mittelständischer Unternehmen. Dazu wurden 110 Firmen mit mehr als 50 Mitarbeitern branchenübergreifend befragt. 60 Prozent der Befragten erwarten starke oder sehr starke Veränderungen für die eigenen Geschäftsmodelle. Mehr als 66 Prozent der Unternehmen rechnen darüber hinaus mit organisatorischen Veränderungen in Verbindung mit einer neuen Verteilung der Führungsverantwortung für Unternehmensbereiche.

„Für die befragten mittelständischen Unternehmen ist das Reifegradniveau als relativ hoch einzuschätzen. Bezogen auf die höchste erreichbare Punktzahl liegt die Selbsteinschätzung über alle Branchen hinweg bei 73 Prozent“, so Lünendonk-Partner Hartmut Lüerßen. Unter den Studienteilnehmern schätzen sich 30 Prozent als „Digitale Pioniere“ ein, 14 Prozent als „Digitale Verfolger“, 24 Prozent als „Digitale Nachzügler“ sowie 32 Prozent als „Analoge Bewahrer“, die deutliche Digitalisierungsrückstände aufweisen.

Digitalisierung in Bayern

Dabei sind digitalisierte Unternehmen erfolgreicher. So zumindest das Fazit einer Studie der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), die von Prognos erstellt wurde. Danach nehmen mit dem digitalen Reifegrad der Firmen Mitarbeiterzahl und Umsatz zu. So liegt der Mitarbeiterzuwachs bei digitalisierten Unternehmen im Vergleich zum Durchschnitt der Unternehmen um 40 Prozent höher, das Umsatzwachstum sogar 80 Prozent höher.

Aus der Befragung von 2.500 Unternehmen ergibt sich auch: Die Firmen aus Industrie und industrienaher Dienstleistung haben 2016 in Deutschland eine Wertschöpfung durch die Digitalisierung von rund 200 Milliarden Euro erwirtschaftet. Übertragen auf die deutsche Gesamtwirtschaft ergibt sich eine digitale Wertschöpfung von rund 332 Milliarden Euro, also rund 12 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung in Höhe von mehr als 2.800 Milliarden Euro im Jahr 2016. Als größte Hemmnisse werden tradierte Arbeitsweisen und Prozesse, noch nicht ausreichend leistungsfähige digitale Netze und auch eine unzureichende Verankerung digitaler Inhalte im Bildungssystem identifiziert.

Digitale Kundenerlebnisse

Dem Teilaspekt der Digital Customer Experience (DCX), also den digitalen Kundenerlebnissen, widmet sich die gleichnamige Studie von IDG und Damovo. Danach haben 37 Prozent der Unternehmen immer noch keine dedizierte DCX-Strategie. Auffällig ist dabei, dass im Top-Management die Aufmerksamkeit für die Bedeutung von DCX am größten ist, während Manager aus Fachbereichen und IT deren Notwendigkeit zurückhaltender beurteilen. Immerhin, 52 Prozent aller befragten Unternehmen setzen die digitale Kundenbeziehung an erste Stelle der Handlungsfelder, gefolgt von der Dynamisierung und Flexibilisierung der IT. Mit nur geringem Abstand werden weitere Erfolgsfaktoren bei der digitalen Transformation, wie neue Geschäftsmodelle und die Aufwertung bestehender Produkte durch digitale Services als zentrale Handlungsfelder identifiziert. Interessant ist, dass 32 Prozent der Studienteilnehmer als größtes Hindernis bei der Gestaltung einer DCX das Fehlen von Digital-Marketing-Experten nennen. Dagegen geben nur 23 Prozent der Befragten an, unzureichend Budget für die Umsetzung einer digitalen Kundenbeziehung zur Verfügung zu haben. Am Geld mangelt es also offensichtlich nicht, am verfügbaren Knowhow dafür umso mehr.

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Über den Autor

 Wilfried Platten

Wilfried Platten

Chefredakteur, IT-BUSINESS