Studie von DDI zur Personalführung Führungskräfte müssen scheitern

Redakteur: Katrin Hofmann

In Zeiten des überall beklagten Fachkräftemangels sollte man davon ausgehen können, dass Unternehmer sich um ihre Topmanager bemühen und sie beim Aufstieg unterstützen. Den Ergebnissen einer aktuellen Studie der »Development Dimensions International« zufolge ist das aber keineswegs der Fall. Vielmehr wissen die leitenden Angestellten oft überhaupt nicht, was von ihnen erwartet wird.

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Laut einer aktuellen Studie sind viele Manager ratlos.
Laut einer aktuellen Studie sind viele Manager ratlos.
( Archiv: Vogel Business Media )

80 Prozent aller Führungskräfte hätten nach eigener Aussage ihren letzten Karriereschritt erfolgreicher vollziehen können, wenn ihnen klar gewesen wäre, welche neue Denk- und Arbeitsweise die Aufgabe erfordert. Die logische Konsequenz: Die Entscheidungen der Manager werden fehlerträchtiger. Schlimmstenfalls endet das für die Firma im wirtschaftlichen Desaster.

Nach den Ergebnissen der Studie »Leaders in Transition: Stepping up, not off«, für die die Unternehmensberatung »Development Dimensions International« (DDI) 600 Führungskräfte internationaler Firmen befragt hat, bewertet über die Hälfte die Unterstützung durch ihr Unternehmen bei einer Beförderung als mangelhaft. Hilfe suchen die Betroffenen oftmals an unerwarteter Stelle: So ziehen 41 Prozent und damit der Großteil der Teamleiter (Führungskräfte der unteren Ebenen) Familie oder Freunde zu Rate. Bei Mentoren und Coaches außerhalb ihres Betriebs suchen immerhin 34 Prozent Zuflucht. Das gleiche Bild ergibt auch der Blick auf das Vorgehen der Manager, die auf strategischen Positionen eingesetzt sind: Lediglich zwölf Prozent fragen ihre Vorgesetzten, sie wenden sich lieber an Mentaltrainer und Zusprecher, die fernab ihres Unternehmens tätig sind.

DDI fragte auch danach, was die Manager erwarten, um ihre Aufgaben bestmöglich erfüllen zu können: Vor allem Klarheit, war das Ergebnis. Sie wünschen sich, dass die Erwartungen an sie eindeutig definiert sind, welche Kenntnisse, Erfahrungen, Kompetenzen und persönlichen Eigenschaften sie einbringen sollen. DDI rät, Trainings für den Stellenwechsel anzubieten, in denen der Mitarbeiter schon vorab Einblicke in das künftige Arbeitsfeld erhält. So könne vermieden werden, dass die Beförderung in erster Linie als Belastung empfunden wird. Zudem wollen die Beförderten genau wissen, welche Ziele sie erreichen sollen und wie die Zielerreichung gemessen wird. Auch hier rät DDI zu Trainingsmaßnahmen und intensiveren und häufigeren Gesprächen über die Begleitumstände eines Aufstiegs.

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