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StepStone-Umfrage

Frauen verdienen immer noch viel weniger

| Autor: Heidemarie Schuster

Frauen werden beim Gehalt nach wie vor vernachlässigt – egal in welcher Position.
Frauen werden beim Gehalt nach wie vor vernachlässigt – egal in welcher Position. (Bild: Pixabay)

Laut dem StepStone Gehaltsreport 2018, für den die Online-Jobplattform 50.000 Fach- und Führungskräfte befragt hat, verdienen Frauen mit Personalverantwortung im Schnitt 55.766 Euro brutto im Jahr und damit rund 27 Prozent weniger als männliche Führungskräfte.

Je höher die Hierarchiestufe, desto größer ist auch die Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen. Während Frauen im unteren Management (z.B. Teamleiter) 21 Prozent weniger verdienen, sind es im mittleren Management (z.B. Bereichsleitung) 27 Prozent. In der obersten Managementebene (z.B. Geschäftsführung) wächst die sogenannte Gender Pay Gap schließlich auf 42 Prozent.

Damit nicht die Diskussion aufkommt, dass viele Frauen Teilzeit arbeiten und daher weniger Gehalt bekommen, hat StepStone bei der Auswertung nur Daten von Angestellten in Vollzeit berücksichtigt. Der Gehaltsreport zeigt außerdem, dass auch ein gleicher Bildungsabschluss die Gehaltslücke zwischen den Geschlechtern nicht schließen kann. So bekommen Männer mit einer abgeschlossenen Ausbildung ein Durchschnittsgehalt von 48.358 Euro. Frauen mit dem gleichen Bildungsweg erhalten 20 Prozent weniger. Bei Fachkräften mit Masterabschluss liegt der Gehaltsunterschied mit 22 Prozent noch höher. Männer mit Promotion verdienen 25 Prozent mehr als Frauen, die promoviert haben.

Die kleinsten und größten Lücken

Bei IT-Fachkräften klafft die Gehaltsschere weniger weit auseinander als in allen anderen untersuchten Berufsgruppen (10 Prozent). Männliche IT-Spezialisten verdienen jährlich im Schnitt 65.674 Euro, ihre Kolleginnen kommen auf 59.949 Euro. Bei Pflegefachkräften liegt die Differenz bei 15 Prozent: Männer sichern sich ein Durchschnittsgehalt von 42.476 Euro, Frauen bekommen 37.047 Euro.

Die größten Gehaltslücken zwischen Männern und Frauen gibt es in Finanzberufen sowie im Vertrieb und Marketing. Während männliche Fachkräfte im Berufsfeld Finanzen, Versicherung und Banking im Schnitt 69.437 Euro nach Hause bringen, liegt das Jahresgehalt ihrer Kolleginnen bei 52.289 Euro – hier klafft eine Lücke von 33 Prozent.

Mit 23 Prozent ist die Gender Pay Gap im Vertrieb ebenfalls groß. Männer verdienen mit durchschnittlich 63.054 Euro fast 12.000 Euro mehr im Jahr als Frauen (51.270 Euro). Auch im Marketing sind die Unterschiede groß (23 Prozent). 63.054 Euro kommen im Jahresschnitt auf den Konten der männlichen Marketing-Leute an, ihre Kolleginnen erhalten 51.270 Euro.

Gehaltskiller Teilzeit

Neben der Analyse der Vollzeitgehälter für den StepStone Gehaltsreport 2018 hat das Unternehmen zusätzlich mehr als 3.000 Teilzeitgehälter ausgewertet. Da Frauen die überwiegende Mehrheit der Teilzeitbeschäftigten stellen, liegt der tatsächliche Gehaltsunterschied in vielen Fällen sogar noch höher.

Mit 20 Wochenstunden verdienen Fachkräfte nur 43 Prozent des Durchschnittsgehalts eines Vollzeitbeschäftigten. Ein Grund dafür ist, dass Teilzeitmitarbeiter häufiger in schlecht bezahlten Berufen und Branchen tätig sind. Nur sehr wenige arbeiten in lukrativen Berufen wie als Arzt, Banking-Spezialist oder Ingenieur.

Überdurchschnittlich viele Teilzeitkräfte arbeiten hingegen im Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesen, in denen die Gehälter unterdurchschnittlich ausfallen. Ein weiterer Grund für den Gehaltsnachteil ist, dass Teilzeitkräfte deutlich seltener die Karriereleiter erklimmen und dadurch von größeren Gehaltserhöhungen ausgenommen sind.

Wer wie viel Geld verdient

Großer StepStone Gehaltsreport

Wer wie viel Geld verdient

28.02.18 - Bereits zum siebten Mal veröffentlicht StepStone den großen Gehaltsreport. Darin geht es um die Durchschnittsgehälter von Fach- und Führungskräften in Deutschland – aufgeschlüsselt nach Branche, Berufsfeld, Berufserfahrung und Unternehmensgröße. lesen

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