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BCG-Studie Geschlechterverhältnis in den Chefetagen

Frauen in Chefetagen unterrepräsentiert

| Autor / Redakteur: dpa / Margrit Lingner

In Genderfragen herrscht in deutschen Führungsgremien weiter Nachholbedarf.
In Genderfragen herrscht in deutschen Führungsgremien weiter Nachholbedarf. (Bild: Pixabay / CC0)

In Geschlechterfragen herrscht in deutschen Führungsgremien weiter Nachholbedarf - sowohl was die Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen angeht, als auch die Verteilung von Posten. Bei aktuellem Tempo wird sich daran vorerst auch nicht viel ändern.

Am einseitigen Geschlechterverhältnis in den Chefetagen der größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland ändert sich laut einer neuen Studie nur sehr langsam etwas. Bei gleichbleibender Geschwindigkeit werde es noch etwa 40 Jahre dauern, bis Spitzenpositionen gleichermaßen mit Frauen und Männern besetzt seien, heißt es in einer Analyse der Boston Consulting Group (BCG), die am Freitag vorgestellt wurde.

So lag im laufenden Jahr der durchschnittliche Frauenanteil in den Vorständen der 100 größten Unternehmen nach Börsenwert hierzulande lediglich bei 7 Prozent - nur ein Prozentpunkt mehr als im Vorjahr. Etwas besser sieht es in den Aufsichtsräten aus, wo immerhin im Schnitt rund 31 Prozent der Posten mit Frauen besetzt sind. Ähnliche Zahlen hatte bereits Ende September die Allbright-Stiftung vorgestellt.

In der neuen Untersuchung stellt die BCG ein Ranking auf, in dem sie sowohl die paritätische Besetzung von Führungspositionen als auch die dort bestehenden Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen berücksichtigt. Je höher der Wert, den ein Unternehmen erhält, umso geringer ist der jeweilige Unterschied zwischen den Geschlechtern.

Die meisten Punkte erhielt dabei die in Wiesbaden ansässige Aareal Bank. Der MDax-Konzern landete bei 80,44 von 100 möglichen Punkten, gefolgt von Telefónica Deutschland und dem Leasing-Spezialist Grenke. Bei den Dax-Konzernen erhielt Henkel mit 74,43 die höchste Punktzahl und landete damit auf Rang 5. Im Vorjahr hatte der Düsseldorfer Konsumgüter-Konzern die Liste noch angeführt.

Wer gehofft hat, dass vor allem als jung geltende Online-Unternehmen einen Unterschied in der Frage machen, wurde enttäuscht: Den letzten Platz teilen sich der Online-Essenslieferdienst Delivery Hero, der Architektur-Software-Anbieter Nemetschek mit Sitz in München sowie der Internetprovider United Internet. In keinem der drei Firmen war auch nur eine Führungsposition mit einer Frau besetzt. „Die Behauptung, dass gerade junge Unternehmen in Sachen Diversität besonders aufgeschlossen und fortschrittlich sind, lässt sich nicht verifizieren“, schreiben die Autoren der Studie.

Während es bei der Besetzung von Spitzenposten mit Frauen nur langsam vorangeht, betonen die Berater Fortschritte bei der unterschiedlichen Bezahlung zwischen den Geschlechtern. Nimmt man Vorstände und Aufsichtsräte der untersuchten Firmen zusammen, klaffte dort eine durchschnittliche Vergütungslücke von 20 Prozent zwischen Männern und Frauen, die in den allermeisten Fällen zum Nachteil der Frauen ausfiel. Das waren 5 Prozentpunkte weniger als noch im Jahr davor.

Hier gebe es eine deutliche Verbesserung, die teilweise auch auf die längere Amtsdauer von Frauen zurückzuführen sei sowie darauf, dass inzwischen trotz allem mehr Frauen wichtige Positionen inne hätten.

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