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Software-Defined Networks für Workload-zentrische IT

Forrester zeigt Migrationspfade zu SDN

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Andreas Donner

Per Overlay könnten Organisationen rasch von Vorteilen eines SDN profitieren.
Per Overlay könnten Organisationen rasch von Vorteilen eines SDN profitieren. (Bild: Forrester)

Zahlreiche Lösungen für Software-Defined Networks (SDN) verdienen ihren Namen derzeit kaum, sagt Forrester und zeigt dennoch Migrationsstrategien für Workload-zentrische Netze auf.

Nachdem sich klassische Infrastrukturen über 40 Jahren gehalten haben, werden Software-Defined Networks (SDN) diese zumindest nicht über Nacht ablösen – glauben die Marktforscher von Forrester. Workload-zentrischen Netzwerken für virtuelle Serverumgebungen, Datenbanken oder E-Mail gehöre dennoch die Zukunft. In einem nicht öffentlichen Report wollen die Analysten daher zeigen, wie Organisationen den Boden für Workload-zentrische Netzwerke bereiten können.

Besonderes Augenmerk gilt dabei zunächst den Angeboten verschiedener Hersteller. Was diese als SDN verkaufen, trüge den Namen häufig zu unrecht. Von einer umfassenden Lösung sei man noch entfernt. Forrester verdeutlicht diesen Zwiespalt mit dem aus "Marketing" und "Architektur" zusammengesetzten Mischwort "Marketecture".

Etablierte Hersteller brauchen Zeit, um ihre Entwicklungsabteilungen neu auszurichten und bisherige Designs umzustellen. Zudem geben die Analysten zu bedenken, dass neu entwickelte ASICs – also anwendungsspezifische, integrierte Schaltungen – vier Jahre bis zur Marktreife brauchen. Als weitere Herausforderung könnte sich eine mangelnde Rückwärtskompatibilität herausstellen. Mit Start-ups gibt es dagegen andere Unwägbarkeiten, darunter eine fragwürdige Finanzierung der Anbieter selbst oder beschränkte Partnerökosysteme.

Experimentierwillige Unternehmen, die beispielsweise Cloud-Bursting-Szenarien realisieren möchten, könnten SDN-Konzepte allerdings schon kurzfristig mit "Overlays" umsetzen. Dabei werden Appliances im bestehenden Netz verteilt und fungieren damit als virtuelle Infrastruktur für bestimmte Applikationen. Als passende Lieferanten listet Forrester ConteXtream, Embrane oder Nicira. IT-Organisationen könnten das Feld für Workload-zentrische Netze zudem mit einem höheren Automatisierungsgrad bereiten. Entsprechende Managementlösungen seien etwa Hewlett-Packard Virtual Application Network (VAN), Juniper Junos mit Space SDK oder Cisco OnePK.

Zudem stecke im SDN-Protokoll OpenFlow das Potential, den sicheren Zugang zu Netzen (Network Access Control) zu revolutionieren. Allerdings bemängelt Forrester auch hier wieder eine beschränkte Anbieterzahl und einen geringen Prozentsatz von Systemen mit OpenFlow-Support. Des Weiteren könnten Systeme der Layer 4 bis 7 nicht von OpenFlow-1.0-Controllern gesteuert werden.

Unabhängig von der schließlich eingesetzten Technik müssten IT-Verantwortliche auf dem Weg zum SDN aber Prozesse standardisieren, etwa gemäß ITIL. Forrester rät überlasteten Netzwerkteams überdies dazu, Aufgaben per Self Service an andere Abteilungen zu delegieren sowie die Stelle eines Software Network Engineers einzurichten; dessen Aufgabe könne sein, klassische Command Line Interfaces (CLI) abzulösen. Nicht zuletzt gelte es, die virtuelle Welt gemeinsamen mit der physischen Infrastruktur zu verwalten und passende Monitoring-Werkzeuge einzuführen.

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