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Fixe Akquise: Dell kauft EMC

| Redakteur: Wilfried Platten

Fressen und gefressen werden: das Ende der Selbstständigkeit von EMC ist besiegelt.
Fressen und gefressen werden: das Ende der Selbstständigkeit von EMC ist besiegelt. (Bild: © lculig - Fotolia)

Jetzt ist es amtlich: Dell verleibt sich EMC ein. Was in den letzten Tagen als das schlechtest gehütete Geheimnis der IT-Branche kolportiert wurde, ist jetzt aus dem Spekulationsstadium herausgetreten.

Es ist der Mega-Deal: Dell und die Investment-Firma Silver Lake übernehmen den Storage-Giganten für 67 Milliarden US-Dollar. Dell zahlt 24,05 US-Dollar in bar pro EMC-Aktie sowie einen Zuschlag von 9,10 US-Dollar für die EMC-Tochter VMware, die börsennotiert bleibt. Das Server-Business von Dell soll in das EMC-Business integriert werden. Silver Lake hatte für Michael Dell bereits den Gang von der Börse möglich gemacht, der laut Michael Dell die Flexibilität gebracht hat, die nötig ist, um eine Übernahme dieses Ausmaßes zu stemmen.

Die Akquisition soll bis Mitte 2016 alle organisatorischen und regulatorischen Hürden genommen haben. Bis dahin wird EMC-CEO Joe Tucci an Bord bleiben, Michael Dell selbst wird das Unternehmen führen. Bei Thema Synergien hat er klare Vorstellungen: „Wir erwarten natürlich Synergieeffekte bei den Kosten, sehen jedoch weitaus höhere Effekte durch die Umsatzsynergien“, so Michael Dell im Analysten-Call.

VMware bleibt an der langen Leine

Für VMware soll sich durch den Mega-Deal erst einmal wenig ändern. Der Virtualisierungs-Spezialist unter der Leitung von Pat Gelsinger bleibt an der Börse notiert, EMC hält 81 Prozent der Anteile. Auch die bisherigen Partnerschaften mit Server-Herstellern wie HP, Lenovo oder Cisco sollen laut Gelsinger erhalten bleiben. Mit Cisco verbindet VMware eine besonders enge Zusammenarbeit. Hier bleibt aber abzuwarten, wie die genannten Firmen eine weitere Partnerschaft bewerten.

Stark aufgestellt für Cloud und Convergence

Große Vorteile verspricht sich Dell von der Übernahme vor allem für das wachsende Cloud-Geschäft und den Trend zu konvergenten Systemen im Rechenzentrum. Laut Michael Dell haben die Kunden immer weniger Lust, sich selbst um die Integration von Systemen unterschiedlicher Hersteller zu kümmern und ziehen integrierte Lösungen aus einer Hand vor, die dann aber auf offenen Standards basieren sollen. Und genau diesen Bedarf will Dell durch die Integration von EMC bedienen. Die EMC-Hardware zielt dabei primär auf Enterprise-Kunden, die bisherigen Dell-Storage-Lösungen bleiben für den SMB-Markt erhalten. Eine Stärkung des Geschäfts sieht Dell auch für den Security-Bereich durch die Kombination der Angebote von RSA, des Security-Zweigs von EMC, mit Dell-Angeboten wie Secureworks oder Sonicwall. Der EMC-Chef Joe Tucci verspricht sich vom IoT-Markt eine enorme Nachfrage bei Storage und Computing, die das Unternehmen nach dem Zusammenschluss decken kann.

Insgesamt entsteht durch die Übernahme von EMC durch Dell eine Firma, die bei Servern, Storage,Virtualisierung und Client-Geräten jeweils zu den größten Anbietern zählt.

...und der Channel?

Welche Konsequenzen die neue Konstellation für die Aufstellung in der Distributions- und Fachhandels-Landschaft haben wird, lässt sich noch nicht absehen. Die Kombination von Dell und EMC wird jedoch einiges durcheinanderwirbeln. Haben die Broadline-Distributoren von Dell damit plötzlich Zugang zu EMC-Ressourcen? Was passiert mit den auf EMC spezialisierten und fokussierten Distributoren, wie etwa der kürzlich von Avnet übernommenen Orchestra? Bei der Suche nach passenden Antworten auf diese Fragen werden bei Dell in den nächsten Wochen und Monaten noch jede Menge Köpfe rauchen.

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