Marktentwicklung bei Security-Appliances, VPN & Co Firewalls heizen Security-Markt an

Redakteur: Dr. Andreas Bergler

Security-Appliances wie Firewalls gehören eigentlich zu den Commodity-Produkten. Hinter den oftmals etwas eintönig gestalteten Chassis der Hersteller tobt jedoch ein stürmischer Kampf um Marktanteile.

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Wer eine stabile Firewall installiert hat, der braucht den Flächenbrand nicht zu fürchten.
Wer eine stabile Firewall installiert hat, der braucht den Flächenbrand nicht zu fürchten.
( Archiv: Vogel Business Media )

Firewalls und Security-Appliances sind nach wie vor heiß begehrt. Auch in absehbarer Zukunft werden die Kunden nicht grundsätzlich andere Geräte kaufen. „Gut 80 Prozent des gesamten Security-Budgets werden heute immer noch im Bereich Firewalls und Antiviren-Software abgewickelt, also mit so genannten Commodity-Produkten“, weiß Ingolf Hahn, Geschäftsführer des auf Security-Lösungen spezialisierten Value Add Distributors Entrada.

Nach Angaben von IDC betrug das weltweite Marktvolumen für Unified Threat Management Appliances bereits 2007 über eine Milliarde Dollar, mit stark ansteigender Tendenz. Bis 2012 wird ein weiteres Wachstum von bis zu 33,6 Prozent erwartet. Helge Scherff, Vertriebsleiter beim Value Add Distributor Wick Hill, bestätigt: „Der Markt der UTM-Appliances wächst nach wie vor stabil und wir sehen trotz sich abschwächender Konjunktur auch in den ersten zwei Quartalen des laufenden Jahres keine Anzeichen einer Trendwende.“

Zwar scheint der Markt für Firewalls, Security-Appliances, VPN & Co seit langem gesättigt, doch verstehen es die Hersteller, ihn mit entsprechenden Technologien immer wieder neu zu beleben.

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Technik

Prinzipiell gehen derzeit alle Firewall-Anbieter über reine Stateful-Inspection-Technologien hinaus. Security-Appliances bieten heute aber ein viel differenzierteres Spektrum, das jeden Bedarf abdeckt. Beispielsweise unterteilt IDC die Appliances in die Typen „Threat Management“, „Firewall und VPN“, „Intrusion Detection & Prevention“, „Unified Threat Management“, „Content Security“, „Web- & Messaging-Security“ und nochmals in Geräte für „Web Security“ und „Messaging-Security“.

Entwicklungen

Entsprechend der sich rapide verändernden Bedrohungslage sind Unternehmen heute gezwungen, ihre „demilitarisierten Zonen“ (DMZs) stetig zu erneuern und umzukonfigurieren. Zu den Firewalls mit herkömmlicher Port- und Protokoll-Kontrolle gesellen die Anbieter Deep Packet Inspection (DPI), Intrusion-Prevention-Systeme (IPS), VPN-Funktionalitäten bis hin zu DLP-Lösungen (Data Leakage Prevention), Content-Filter und Verschlüsselungen. So genannte „Next Generation Firewalls“ beherbergen neben DPI und IPS auch Mechanismen zur Applikations-Kontrolle, Web-Security wie URL-Filter sowie ein umfassendes Policy-Management.

Im Magic Quadrant for Enterprise Network Firewalls sehen die Analysten von Gartner Cisco, Juniper, Checkpoint, Fortinet, Secure Computing, Stonesoft, Sonicwall, Watchguard, Astaro, Netasq und Phion, geordnet nach der „Ability to execute“.

IT-BUSINESS frage drei Experten nach den aktuellen Entwicklungen im Umfeld von Firewalls und Security-Appliances.

Expertenstatement von Sven Janssen, Sonicwall

Sven Janssen, Country Manager Germany bei Sonicwall (Archiv: Vogel Business Media)

„KMUs brauchen starke Partner, denen sie die Sicherheitsverwaltung und Netzwerküberwachung anvertrauen können. In Umgebungen mit vielen Standorten stellt das Global Management System (GMS) von Sonicwall Werkzeuge zur einfachen Konfiguration, Umsetzung und Verwaltung von globalen Sicherheitsrichtlinien, VPN-Optionen und Services zur Verfügung. Hier bietet sich Managed Security als interessante Alternative an.“

Expertenstatement von Arndt Stubbe, Kerio

Arndt Stubbe, Senior Channel Manager DACH und Benelux bei Kerio (Archiv: Vogel Business Media)

„Sicherheit ist laut Bitkom einer der wichtigsten IT-Trends 2009. Da Firmen Investitionen in die Sicherheit nur schlecht verschieben können, ohne sich weiteren Risiken auszusetzen, bieten sich auch während der Konjunkturkrise in diesem Marktsegment gute Chancen. Fachhändler überzeugen KMUs dabei mit Produkten, die viele Funktionen ohne Aufpreis mitbringen, wie eine Firewall mit einem kostenlosen, plattformübergreifenden VPN-Client.“

Expertenstatement von Jörg von der Heydt, Fortinet

Jörg von der Heydt, Channel Manager Germany bei Fortinet (Archiv: Vogel Business Media)

„In Krisenzeiten wie diesen bietet die Konsolidierung und Integration von Security-Funktionen in Bezug auf Kosten und Effizienz eine wirksame Lösung für Unternehmensnetze aller Größen. Für den Reseller bedeutet dies, dass er jedem Unternehmen umfassende, maßgeschneiderte Security-Lösungen bieten kann, die den individuellen Security-Anforderungen genau entsprechen. Die Zukunft gehört daher sicherlich UTM-Lösungen, wie Fortinet sie bietet.“

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