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Fingbox und Fing-App Fing: die geballte Macht von Find und Ping

| Autor / Redakteur: M.A. Dirk Srocke / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Mit einer geradezu spektakulär erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne für ein Security- und Troubleshooting-Device hat Fing von sich Reden gemacht – dabei gelingt der Einstieg in das Netzwerkscanning noch immer kostenlos.

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Selbst ohne zusätzliche Hardware ist Fing bereits ein sehr nützliches Netzwerktool.
Selbst ohne zusätzliche Hardware ist Fing bereits ein sehr nützliches Netzwerktool.
(Bild: Fing (Screenshot))

Sicherheit und Überblick wünschen sich offenbar nicht nur Administratoren großer Enterprise-Netzwerke. Das bestätigt ein von Fing entworfenes Device, das explizit kleinere Infrastrukturen vor Angriffen schützen und zuverlässiger machen soll. Die so genannte Fingbox konnte auf der Crowdfounding-Plattform Indiegogo 20.000 Backer überzeugen, die das Gerät mit insgesamt 1,6 Millionen US-Dollar unterstützten. Mittlerweile ist die Fingbox auch im regulären Handel angekommen und beispielsweise bei Amazon für 129 Euro zu haben – je nach Angebot mitunter auch günstiger.

Die Hardware versteht sich als Ergänzung zur weiterhin kostenlos nutzbaren Software Fing und lässt sich ohne diese auch nicht in Betrieb nehmen. Dem entsprechend stellen wir zunächst das Tool selbst vor. In den zwei folgenden Teilen der Miniserie, erläutern wir dann, welche zusätzlichen Funktionen die Fingbox liefert und mit welchen technischen Tricks der Hersteller dabei arbeitet.

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App-Alternativen zu Fing

Wenngleich wir die Fing-App an dieser Stelle recht prominent beschreiben, ist die Lösung nicht alternativlos. So gibt es etwa mit Netty und NetXPRO vergleichbare Lösungen anderer Anbieter für iOS und Android.

Die Ursprünge von Fing

Die Anwendung Fing gibt es bereits seit einiger Zeit. Der heute gleichnamige Anbieter existiert bereits seit 2009 und firmierte zunächst unter dem Namen Overlook. Mittlerweile wurde das Unternehmen vom 2014 gegründeten Monitoring-Experten Domotz übernommen.

Der Name Fing lässt sich als Kofferwort verstehen. Auf einer vom Internet Archive gespeicherten Seite von 2012 beschreibt der Anbieter die Lösung als Ersatz für die beiden Netzwerk-Tools Find und Ping.

Zu haben ist die Anwendung für verschiedenste Systeme. Die für Desktops ausgelegte Kommandozeilenvariante läuft auf Linux, Windows und macOS. Sie konnte uns auf einem Windows-Rechner allerdings nur bedingt überzeugen. Das mit Versionsnummer 3.0 versehene Programm bietet durchaus wesentliche Funktionen, um lokale Netze in Intervallen nach aktiven Geräten zu durchsuchen und einzeln anzupingen. Ferner lassen sich die Resultate in verschiedensten Dateien ausgeben. Andererseits wirkt das Programm etwas altbacken und nennt bei der Installation noch den überholten Herstellernamen Overlook. Überdies konnten wir keine Option zur Einbindung der Fingbox entdecken.

Daher konzentrieren wir uns nachfolgend auf die mobilen Apps, die Fing für iOS, Android respektive Fire OS anbietet.

Die Fing-App unterteilt sich in vier Bereiche:

Beim Öffnen präsentiert die App den Abschnitt „Geräte“, der sich gleichsam als wichtigste Ansicht von (einem isoliert von zusätzlicher Hardware des Herstellers genutzten) Fing verstehen lässt. Hier zeigt Fing die gefundenen Geräte im Netzwerk samt IP-, MAC- und Bonjour-Adressen sowie weitere Details zu Hersteller und Gerätetyp.

Per Touch auf das jeweilige Device öffnet sich eine Übersicht zum jeweiligen Gerät. Hier finden Anwender weitere Details. Im Falle einer Fritz!Box erfahren sie etwa Näheres zu UPnP-Namen und letzter UPnP-Änderung (Universal Plug and Play). Zudem stehen hier zusätzliche Werkzeuge bereit, wie das in den Namen der Lösung eingeflossene Ping. Schließlich können Anwender hier nach angebotenen Diensten des jeweiligen Gerätes scannen, Strecken verfolgen (Traceroute) oder LAN-Geräte aufwecken.

Die Registerkarten „Meine Netzwerke“ und „Tools“ bieten einen alternativen Zugang zu den genannten Funktionen. Über den Reiter „Fingbox“ lässt sich schließlich eine zusätzliche Hardware mit App und Netzwerk koppeln, die Fing zu einer überraschend umfangreichen Monitoring- und Sicherheitslösung macht – mehr dazu in Teil 2 unserer Serie.

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