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Cloud-Trends 2018

Fachkräftemangel, Edge Computing und Cloud

| Autor / Redakteur: Mark Lewis / Andreas Donner

Die Cloud-Welt wird 2018 einen Anstieg von flexiblen und anwendungsorientierten Netzwerken auf Cloud-Basis sehen.
Die Cloud-Welt wird 2018 einen Anstieg von flexiblen und anwendungsorientierten Netzwerken auf Cloud-Basis sehen. (Bild: © – charnsitr – stock.adobe.com)

Eine ungewisse politische Lage, geänderte Vorschriften – das Jahr 2018 könnte unberechenbar werden. Die richtige Mischung aus Kreativität und Initiative wird für Unternehmen, die nach Flexibilität und Regelkonformität streben, von zentraler Bedeutung sein.

Die Cloud ist jetzt mehr als zehn Jahre alt (die Cloud von Interoute sogar schon elf). Ihr Aufstieg verbannte Legacy-Systeme in die Steinzeit – so möchten es uns einige Leute glauben machen. Doch in einer Welt, in der viele Altsysteme weiterhin gut und kostengünstig laufen, ist jede Diskussion über ihr sofortiges Verschwinden übertrieben.

2018 könnte dagegen sogar das Jahr werden, in dem Legacy-Systeme ihren festen Platz in der IT-Welt von Unternehmen finden. Der Grund ist, dass Maßnahmen zur Integration von Altsystemen in digitale Infrastruktur zur Schaffung hybrider Plattformen immer schneller voranschreiten.

Eine von Interoute beauftragte Studie belegt, dass die Integration von Legacy-Umgebungen in digitale cloudbasierte Anwendungen als die größte Herausforderung für Unternehmen in ganz Europa gilt. Dies gilt besonders in Bezug auf das Erreichen der gesteckten Ziele hinsichtlich der digitalen Transformation.

Anbieter, die das Netzwerk nutzen können, um diese Integration zu ermöglichen, werden eine noch wichtigere Rolle einnehmen, denn Unternehmen streben verstärkt danach, alle ihre ITK-Assets nahtlos ineinandergreifen zu lassen.

Gleichzeitig werden wir 2018 einen Aufstieg von flexiblen und anwendungsorientierten cloudbasierten Netzwerken sehen, welche Büros, Datenzentren, Produktionsstandorte und Betriebszentralen miteinander verbinden. Zentraler Punkt ist hier, alle Plattformen – Infrastructure as a Service (IaaS), Platform-as-a-Service (PaaS) und Software as a Service (SaaS) – näher zusammenzubringen.

Edge Computing und IT-Skalierung im Mantel des Netzwerks

Wir erwarten für 2018 eine zweite Welle der Integration von IT-Infrastruktur. Edge Computing wird durch ein erweitertes anwendungsorientiertes SD-WAN möglich werden. Die gleiche Infrastruktur, die örtliches Edge Computing mit der zentralen Cloud-Welt verbindet, wird auch das On-Premise-Networking und verschiedene IT-Funktionen integrieren und konsolidieren. Dabei wird die lokale Arbeitsauslastung des Netzwerks stark reduziert und somit jede andere IT-Infrastruktur weitestgehend überflüssig gemacht.

Darüber hinaus werden IT-Direktoren und CIOs die Entscheidungsfreiheit erhalten, die Arbeitsauslastung über den für die Nutzer optimalen Standort laufen zu lassen und Inhalte zu priorisieren – was die Leistung im jeweiligen Anwendungseinsatz verbessert. Edge Computing und SD-WAN sind zwar keine völlig neuen Erfindungen, aber sie bieten neue Anwendungsmöglichkeiten vorhandener Technologien. Diese werden 2018 sicherlich in größerem Maße ausgeschöpft, als dies noch im letzten Jahr der Fall war.

Generell haben IT-Unternehmen triviale generische Arbeitsauslastungen hinter sich gelassen und widmen sich nun Spezialfällen, die jedes Mal individuell abgestimmt werden müssen. Kunden müssen in der Lage sein, programmatisch auf die gesamte IT-Infrastruktur zuzugreifen, um dieses Potenzial optimal nutzen zu können.

Darum sollten solche Unternehmen in diesem Jahr nach Providern Ausschau halten, die sowohl Infrastruktur auch als Code- und vernetzte Edge-Computing-Technologien mit Cloud-Kompatibilität anbieten. Finden Unternehmen solche Angebote, ist die Möglichkeit groß, dass sie den richtigen Partner ins Auge gefasst haben.

DSGVO: jetzt handeln, um später nicht im Regen zu stehen

Langsam wird es ernst mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO): Sie ist ab dem 25. Mai 2018 anzuwenden. Es wird viel über mögliche Geldstrafen bei der Nichteinhaltung der DSGVO geredet, um jedoch die exakte Summe zu bestimmen, benötigt die DSGVO eine Aufsichtsbehörde, damit die unterschiedlichen Faktoren berücksichtigt werden können. Es geht u.a. um die Art der fraglichen Daten, um Maßnahmen zur DSGVO-Konformität, die das Unternehmen schon im Vorfeld getroffen hat, und um mögliche frühere Verstöße.

Dies bedeutet, dass Unternehmen klar im Vorteil sind, wenn sie schon jetzt versuchen, DSGVO-konform zu sein oder schon in der Vergangenheit Schritte dahingehend unternommen haben. Diese Anstrengungen werden sich im Falle eines eventuellen Verstoßes mildernd auf das Strafmaß auswirken.

IT-Fachkräftemangel: Experten werden global eingesetzt

Trotz des kontinuierlichen Fachkräftemangels sehen nicht genügend MINT-Absolventen die Technologie- und Wissenschaftssparte als einen vielversprechenden Karriereweg. Die Einstellungsanreize für potenzielle Fachkräfte müssen deshalb sehr hoch sein, damit sich Unternehmen die Dienste der Besten sichern können. Zudem müssen Fachkräfte in Unternehmen in hohem Maße gefördert werden, da die gefragten Fähigkeiten weltweit innerhalb des gesamten Unternehmens genutzt werden sollten. Smarte Plattformen werden hier ein Schlüssel für die globale Zusammenarbeit und Kommunikation sein.

Mark Lewis.
Mark Lewis. (Bild: Interoute)

Die Interoute-Studie hat gezeigt, dass 39 Prozent der IT-Entscheider als Teil ihres Plans zur digitalen Transformation auch die Infrastruktur globalisieren möchten, damit ihr Unternehmen Kenntnisse von Mitarbeitern unabhängig vom geografischen Standort nutzen kann.

Da auch die Provider der digitalen Infrastruktur mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen haben, sollten Unternehmen bei Providern nach Lösungen suchen, die Automation und Vorintegration als Kern ihrer Services anbieten. Dies könnte sich für Unternehmen als die beste Investition des Jahres herausstellen.

Über den Autor

Mark Lewis ist EVP Products & Development bei Interoute.

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