ITC Channel Index zeigt erfreulichen Aufwärtstrend Fachhandels-Umsätze erholen sich

Autor / Redakteur: Martina Sedlmaier und Dr. Rudolf Aunkofer, GfK / Katrin Hofmann

Die durch den Fachhandel generierten Umsätze lagen im März dieses Jahres im Plus: sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch im Jahresvergleich. Vor allem die Konsumenten, die offenbar von der Wirtschaftslage unbeeindruckt sind, treiben die Geschäfte an.

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Nicht nur Notebooks mit großem Bildschirm, hier ein Beispiel von Toshiba, sind derzeit bei Kunden beliebt.
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( Archiv: Vogel Business Media )

Der ITC Channel Index von GfK und IT-BUSINESS hat sich im März erholt. Dank eines signifikanten Anstiegs vom Februar, als der Indexwert noch bei 85 gelegen hatte, auf 93 Punkte im März landete der Index sechs Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats. Im März sind damit die Umsätze erstmals dieses Jahr wieder gewachsen. Im Februar 2009 waren sie noch um zwei Prozent im Jahresvergleich, im Januar um sechs Prozent zurückgegangen.

Getragen wird das derzeitige Plus in erster Linie durch die Nachfrage der Konsumenten. Während das Retail- beziehungsweise das B2C-Segment im Jahresvergleich klettern konnte, verblieb der Wert im Reseller- beziehungsweise B2B-Bereich mit 87 Punkten auf dem Niveau von März 2008.

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B2B-Nachfrage erholt sich

Die B2B-Umsätze werden vom Enterprise-Geschäft gestärkt. Wie bereits im Vormonat Februar liegt der Großkunden- beziehungsweise Enterprise-Bereich mit nunmehr 102 Punkten über dem Vorjahreswert von 95. Allerdings kann auch das Plus von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nicht verhindern, dass das erste Quartal im Enterprise-Segment in Summe mit vier Prozent Rückgang abschließt. Dieses Ergebnis resultiert vor allem aus dem zweistelligen Minus im Januar dieses Jahres.

Das SMB-Segment hat sich nach den minus 16 Prozent der beiden Vormonate (zum Vorjahresmonat) wieder leicht erholt und weist im März einen Rückgang von sieben Prozent auf. Im ersten Quartal liegt der Rückgang im SMB-Bereich bei 13 Prozent.

Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen und konjunkturellen Entwicklung deutet sich damit ein – wenn auch auf sehr niedrigem Niveau – leicht positiver Trend im SMB-Umfeld an. Das Großkunden- beziehungsweise Enterprise-Segment dürfte durch das ins Stocken geratene Projektgeschäft – trotz aktuell durchaus positiven Entwicklungstendenzen – weiterhin eine große Herausforderung bleiben.

Vor allem die B2C-Nachfrage treibt das Geschäft an: Lesen Sie auf der nächsten Seite, welche Produkte bei den Käufern punkten.

Geschäft mit Konsumenten stabil

Im B2C-Bereich setzt sich die positive Entwicklung der ersten beiden Monate 2009 auch im März dieses Jahres weiter fort. Die Fachhändler konnten ihre Umsätze um zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat steigern. Dies ist der höchste Zuwachs seit über einem Jahr.

Die private Nachfrage zeigt sich somit von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ziemlich unbeeindruckt. Mit einem Umsatzwachstum von fünf Prozent konnte hier auch das gesamte erste Quartal im Vorjahresvergleich positiv abgeschlossen werden.

Dieser Zuwachs ist vor allem auf die gesteigerte Nachfrage nach Computern zurückzuführen. Insgesamt sind hier der Absatz im März um 38 Prozent und der Umsatz um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Dieses Umsatzplus wurde sowohl mit Mobile-Computern als auch mit Desktop-PCs erzielt.

Stationäre Geräte konnten ein Umsatzwachstum von 14 Prozent und ein Absatzwachstum von 28 Prozent verzeichnen. Das bedeutet, dass durch Replacement im Desktop-Umfeld auch dieses Marktsegment in seiner Entwicklung erneut positiv ist.

Die Nachfrage nach Mobile-Computern lag im März mit 44 Prozent (nach Umsatz 22 Prozent) über dem entsprechenden Vorjahresmonat und konnte somit – der Tendenz der vergangenen Quartale folgend – stärker wachsen als stationäre Rechner. Vor allem Mobilität und somit kleinere Bildschirmdiagonalen als auch Desktop-Replacement-Notebooks, mit Bildschirmdiagonalen von über 17 Zoll, konnten überproportional zu dieser Entwicklung beitragen. Für das Mainstream-Segment mit 14 beziehungsweise 15 Zoll zeigt sich die Entwicklung dagegen deutlich verhaltener.

Preisdruck beeinträchtigt Umsätze

Die gesteigerte Nachfrage nach Computern wirkt sich ebenfalls auf den Display-Markt aus, der einen Nachfragezuwachs von sieben Prozent zu verzeichnen hat, wobei der fortdauernde Preisverfall die Umsätze mit minus 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat signifikant negativ ausfallen lässt. Vor allem Displays mit einer Zollgröße von 22 Zoll und größer entwickeln sich positiv.

Auch die insgesamt gute Entwicklung im März über eine Vielzahl von IT-Produktkategorien hinweg kommt dem guten Start und dem insgesamt positiven ersten Quartal im Jahr 2009 zugute. Auch für das zweite beziehungsweise dritte Quartal stehen die Chancen momentan gut. Sollte die Beschäftigungsquote in Deutschland auch künftig auf hohem Niveau bleiben, dürfte sich die Nachfrage in diesen Quartalen in Summe durchaus über dem Vorjahresniveau bewegen.

Im Detail: Security-Software

Der Trend zu umfassenden Security-Suites hält weiter an. Sicherheit ist also nach wie vor ein Thema, in das Konsumenten Geld investieren. Der hohe Wettbewerbsdruck führt dabei zu besseren Leistungen bei derzeit konstanten Preisen. Für die Anbieter ist Präsenz im Retail weiter von hoher Bedeutung. Eine Kauf-Erinnerung durch gute Platzierung im Laden zur Anregung eines Impulskaufes wirkt sich positiv aus. Die zunehmende Anzahl von Rechnern pro Haushalt bietet gute Chancen für das Jahr 2009 und 2010. Denn das Bedürfnis nach Sicherheit wird durch stärkere Vernetzung und Internet-Nutzung weiter zunehmen.

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