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Ultra-HD und Bluetooth als Motor

Europa – das Sorgenkind des TV-Markts

| Redakteur: Marisa Metzger

Das Ultra-HD Segment wächst weiter.
Das Ultra-HD Segment wächst weiter. (Bild: destina_Fotolia.com)

Anlässlich der IFA in Berlin präsentiert die GfK neue Ergebnisse zum globalen Unterhaltungselektronik-Markt für das erste Halbjahr 2015. Dieser ändert sich momentan drastisch.

Der Markt für Unterhaltungselektronik befindet sich im Umbruch und steigt deshalb weltweit. Dieses Ergebnis veröffentlicht die GfK zur IFA in ihrem Bericht zu den Marktzahlen für das erste Halbjahr 2015. Die Hör- und Sehgewohnheiten der Verbraucher ändern sich und somit auch die Forderungen an die Unterhaltungselektronik. Vor allem innovative Lösungen, wie Ultra-HD-Technologie, Soundbars oder Multi-Room-Systeme, schaffen bei TV und Audio Wachstumspotenziale. Positive Impulse sind für den TV-Markt aller Weltregionen sichtbar – einzige Ausnahme: Europa. Global rechnet die GfK in diesem Jahr mit einem Umsatz von 185 Milliarden Euro für den Unterhaltungselektronik-Gesamtmarkt. Das sind rund neun Milliarden Euro mehr als im Vorjahr.

Ultra-HD treibt das Wachstum

Wurden 2014 noch 234 Millionen LCD-TV-Geräte verkauft, so werde sich die Zahl dieses Jahr ohne sportliches Großereignis auf etwa vier Millionen weniger belaufen. Dies entspricht einem Rückgang um knapp zwei Prozent. Eine unterschiedliche Entwicklung stellte die GfK zwischen einzelnen Regionen fest: Das stärkste Wachstum entfällt mit fünf Prozent auf den Nahen Osten und Afrika. Aber auch in Asien sowie Nord- und Südamerika sind positive Impulse für den gesamten TV-Markt sichtbar. Für Westeuropa hingegen werden im Jahr 2015 insgesamt 35,3 Millionen LCD-TV-Verkäufe erwartet. Das sind rund sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Einen stärkeren Rückgang gebe es auf dem osteuropäischen Markt inklusive Russland und der Ukraine. Dort rechnet die GfK mit einem Rückgang der Verkäufe um 7 Millionen LCD-TV-Geräte.

Dagegen entwickelt sich das Segment der Ultra-HD-Fernseher in allen Regionen positiv. Über 28 Millionen Ultra-HD-TV werden voraussichtlich im Jahr 2015 verkauft, der größte Teil davon wahrscheinlich in China. Dort besitzen bereits 40 Prozent der Haushalte einen solchen Fernseher. In Westeuropa geht die GfK von einem Absatz von knapp 4 Millionen Stück aus. Mehr als jeder zehnte in Westeuropa verkaufte Fernseher wird damit ein Ultra-HD-Gerät sein. Wertmäßig hat Ultra-HD eine noch größere Bedeutung: So waren in Deutschland im Juni 2015 bereits 10 Prozent aller verkauften Geräte Ultra-HD-TVs. Diese machten ein Viertel des Umsatzes mit Fernsehern aus.

Neben Ultra-HD macht auch die Bildschirmgröße den Neukauf eines Fernsehers interessant, so die GfK. Lag die Durchschnittsgröße eines neuen Fernsehers im Jahr 2010 in Europa bei 31 Zoll (79 cm Diagonale), so liegt sie im Jahr 2015 bei 38 Zoll (97 cm). Kaufanreize sind auch die weiter verbesserte Bildqualität, OLED-Technologie, gekrümmte Geräte und offene Betriebssysteme, wie beispielsweise Android, Tizen, Firefox OS oder Web OS.

Auch der Smart-TV liegt weiterhin im Trend. Insbesondere in Kombination mit Video-on-Demand: Jeder zweite neu gekaufte Fernseher in Europa ist ein Smart-TV. Mit der zunehmenden Verfügbarkeit von Video-on-Demand-Portalen auf Smart-TVs, Spielekonsolen oder Media-Playern wird jedoch das optische Laufwerk zunehmend überflüssig. Dementsprechend geht die GfK davon aus, dass in diesem Jahr weltweit nur noch 57 Millionen DVD- und Blu-ray-Player/Recorder verkauft werden. Das bedeutet einen Rückgang von fast zehn Prozent im Vergleich zu 2014.

Kino-Atmosphäre zu Hause

2014 wurden weltweit rund 11,5 Millionen Soundbars verkauft; 64 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch 2015 soll die Nachfrage erneut deutlich steigen. Global rechnet die GfK mit einem Absatz von 14,3 Millionen Stück, was ein Umsatzplus von 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeuten würde. Dabei werden in diesem Jahr vor allem die Regionen Lateinamerika sowie Zentral- und Osteuropa zu den Gewinnern zählen. Doch auch in Westeuropa bleibt die Nachfrage voraussichtlich ungebremst: Im ersten Halbjahr 2015 stieg der Absatz von Soundbars in Westeuropa um 29 Prozent an. Wie im gesamten Audio-Bereich ist auch in diesem Segment für die Käufer von Soundbars eine Bluetooth-Anbindung mit ausschlaggebend für den Kauf. Im Zeitraum von Januar bis Juni 2015 verfügten bereits knapp 80 Prozent aller verkauften Soundbars über eine Bluetooth-Funktion.

Heimkinosysteme

Bedingt durch den Erfolg von Soundbars und Soundbases ist die Nachfrage nach typischen Heimkinosystemen mit integriertem DVD- oder Blu-ray-Player weltweit um rund 23 Prozent auf nur noch 8,4 Millionen Stück geschrumpft. Für das laufende Jahr erwartet die GfK einen weiteren Rückgang um 13 Prozent auf 7,3 Millionen Stück. Etwas Hoffnung macht auch die Aussicht auf den Ultra-HD-Nachfolger der Blu-ray-Discs. Er soll möglicherweise schon zum Weihnachtsgeschäft auf den Markt kommen und erfordert neue Wiedergabegeräte. Erste Produkte werden zur IFA erwartet.

Musik-Systeme und Hifi

Im vergangenen Jahr ging der Umsatz bei Musik-Systemen und Hifi um rund vier Prozent zurück. Für dieses Jahr rechnet die GfK mit einer deutlichen Stabilisierung. Laut Prognose sollen rund 18,6 Millionen Systeme verkauft werden. Der Umsatz soll somit um rund sechs Prozent steigen, obwohl die beliebten tragbaren Bluetooth-Lautsprecher den Markt kannibalisieren könnten. Denn auch die Musik-Systeme werden zunehmend „smarter“, vernetzter und damit auch im Schnitt etwas teurer. Besonders in Nord- und Zentraleuropa sind sogenannte Multi-Room-Systeme populär (Umsatz +42 Prozent im ersten Halbjahr 2015). In Süd- und Osteuropa dominiert dagegen weiterhin die klassische Stereoanlage. Aber auch diese findet dank Bluetooth Anschluss an das Smartphone-Zeitalter.

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