Markt für Flachbild-Fernseher in drei Jahren gesättigt Euronics will nicht das billigste Gerät verkaufen

Redakteur: Sarah Gandorfer

Die Mitglieder der Fachhandelskooperation Euronics können sich über 98,3 Millionen Euro an Bonuszahlungen freuen. Die Marken- und Qualitätsstrategie der Konzernleitung hat sich bewährt. Getrotzt werden muss jedoch weiterhin dem Preisverfall in einigen Segmenten.

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Benedict Kober, Vorstandsprecher Euronics
Benedict Kober, Vorstandsprecher Euronics
( Archiv: Vogel Business Media )

„Die Konsumbereitschaft im vergangenen Jahr war trotz der angespannten Wirtschaftssituation überraschend stabil“, verkündet Euronics-Vorstandsprecher Benedict Kober. Das belegen auch die Zahlen der Fachhandelskooperation. So konnten die 1.824 Mitglieder einen Außenumsatz von 3,6 Milliarden Euro erwirtschaften. Der Zentralumsatz klettert im Vergleich zum geschäftsjahr 2008 um drei Prozent und belief sich auf 1,67 Milliarden Euro. Damit kann der Verbund an seine Händler insgesamt 98,3 Millionen Euro an Boni ausschütten.

In fast allen Segmenten konnten die Verbundmitglieder mehr Umsatz als im Vergleich zum Vorjahr machen. Einzige Ausnahmen sind der Bereich Unterhaltungs-Software (US) mit einem Minus von zehn Prozent und Telekommunikation (TK) mit minus 16 Prozent. Gegenüber dem Gesamtmarkt hat Euronics jedoch in allen Bereichen besser abgeschnitten (siehe Bildgalerie). „Bei der Unterhaltungs-Software hat ein wichtiger Lieferant Insolvenz angemeldet. Das konnten wir allerdings mit anderen Industriepartnern im ersten Quartal ausgleichen, wo die Differenz nur noch zwei Prozent beträgt“, erklärt Kober und wendet sich dem schon seit mehreren Geschäftsjahren rückläufigen TK-Segment zu: „Im Festnetz- und DSL-Verkauf sind wir stabil geblieben. Zudem sind wir der stärkste Vermarkter des iPhones. All das kann aber die sinkenden Gerätepreise im Mobilfunk nicht ausgleichen.“

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Ausgleichen konnte die Kooperation jedoch den Preisverfall, bezogen auf die Produkte Flachbild-Fernseher und PCs. In beiden Fällen setzt Euronics auf Beratung, so dass höherwertige und -preisige Produkte verkauft werden. „Klar kann der Kunde bei uns auch das Netbook für 299 Euro bekommen“, sagt der Vorstandssprecher. „Doch ist es unseren Händlern wichtig, den Mehrwert eines vielleicht etwas teureren Gerätes zu vermitteln, das besser auf die Bedürfnisse des Konsumenten passt. Euronics will nicht das billigste Gerät verkaufen.“

Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr zu den Trends für 2010 und welche Alternativen Kober sieht, wenn der TV-Markt bald gesättigt ist.

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