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Umsatzminus von sieben Prozent Euronics fischt in allen Channeln nach Kunden

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Sarah Maier / Sarah Gandorfer

Auf dem Euronics-Kongress in Leipzig stellte die Genossenschaft ihre neue Strategie vor. Besonderes Augenmerk fanden dabei die Absatzkanäle. Ein weiteres Novum ist an der Euronics Business School ein berufsbegleitender akademischer Abschluss.

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Rund 3.000 Vertreter von Mitgliedsfirmen sowie mehr als 250 Industrie- und Dienstleistungspartner kamen zum Jahreskongress.
Rund 3.000 Vertreter von Mitgliedsfirmen sowie mehr als 250 Industrie- und Dienstleistungspartner kamen zum Jahreskongress.

Ende Februar lud die Fachhandelsgenossenschaft ihre Mitglieder auf der Leipziger neuen Messe zur Gesellschafterversammlung. Zu der angeschlossenen Hausmesse und den Workshops kamen rund 3.000 Vertreter der rund 1.700 Mitgliedsunternehmen.

Den Rekordumsatz vom vergangenen Jahr konnte die Kooperation 2011 allerdings nicht einholen und verzeichnete mit einem Zentralumsatz von 1,72 Milliarden Euro ein Minus von sieben Prozent. „Das liegt zum einen daran, dass uns die medialen Großereignisse wie 2010 fehlten. Auch der Preisverfall speziell bei TV-Geräten, macht sich hier bemerkbar“, erklärt Benedict Kober, Vorstandssprecher bei Euronics. „Zudem setzen wir auf Qualität. Mit dem Einvernehmen der Industrie haben wir deshalb lieber auf den einen oder anderen Umsatz-Euro verzichtet.“

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In der Tat hat sich der Verbund von zwei Mitgliedern getrennt, die ihren Umsatz hauptsächlich online oder durch Export machten. „Das passte nicht zur mehrheitlich stationären Strategie der Genossenschaft und deshalb kam es zu Konflikten. Denn die ehemaligen Mitglieder kauften zu den gleichen Konditionen wie die Kollegen ein, um die Ware schließlich unter dem üblichen Preis zu verkaufen“, erläutert Kober.

Der Außenumsatz der Kooperation lag 2011 bei 3,82 Milliarden Euro. Insgesamt konnten an die Partner Boni für die getätigten Umsätze in Höhe von 91,1 Millionen Euro sowie eine Warenrückvergütung von 5,5 Millionen Euro ausgeschüttet werden.

Multi-Channel-Strategie

Im Fokus des diesjährigen Kongresses stand bei Euronics die Multi-Channel-Strategie. „Man gewinnt derzeit den Eindruck, unsere Branche entdecke das Thema Multi-Channel gerade erst“, so der Vorstandssprecher. „Wir hingegen setzen bereits seit 2009 darauf und bauen unsere Präsenz im Internet kontinuierlich aus. Käufe aus dem Webshop werden bei uns mit Erfolg dem stationären Handel zugeführt.“

In der Praxis bedeutet das, dass der Kunde online kauft und die Ware dann bei einem Euronics-Partner in seiner Nähe abholen kann oder eben jener es auf Wunsch verschickt. Zudem können die Mitglieder ihre spezifischen Kernkompetenzen, Sortimente und Zusatzleistungen über mit der Euronics-Homepage verlinkte Händlerseiten präsentieren. Besucht ein potenzieller Kunde die Euronics-Seiten wird sein Profil – darunter auch, was er sich ansieht – gespeichert. Beim nächsten Besuch wird ihm eine individuelle Startseite gezeigt mit Produkten, die ihn interessieren könnten.

Mit 24.000 Fans ist der Verbund auch auf Facebook aktiv. Dabei freut es Kober besonders, dass es sich nicht um „Gewinnspiel-Piraten“ handelt, sondern um Fans, die sich rege am kommunikativen Austausch beteiligen: „Hier ist verstärkt die junge Zielgruppe zu finden, die wir als neue Kunden gewinnen möchten“, sagt er.

Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr zu Weiterbildungsmöglichkeiten und der Nachfolgeregelung.

Qualifizierungsoffensive

Um sich die Fachkräfte selber heranzuziehen, hatte der Verbund vor einigen Jahren die Führungskräfte Akademie ins Leben gerufen. Nach ähnlichem Konzept sollen im März die Verkäufer- und Service-Kräfte-Akademie starten. Ab September geht außerdem die Euronics Business School in Zusammenarbeit mit der Südwestfälischen Fachhochschule mit einem ersten Studiengang an den Start. Damit bietet die Kooperation berufsbegleitend die Chance, einen international anerkannten Bachelor oft Arts in der Fachrichtung Handelsmanagement zu erwerben.

Nachfolgeregelung

Auf der Gesellschafterversammlung haben die Kooperationsmitglieder durch eine Satzungsänderung eine neue Variante der Nachfolgeregelung getroffen. Falls kein Nachfolger für ein Ladengeschäft gefunden wird, die Lage aber von Bedeutung für den Verbund ist, kann die Zentrale künftig das Geschäft fillialisieren. Benötigt wird dazu allerdings die Zustimmung des Aufsichtsrates, damit es zu keiner ungewollten Wettbewerbssituation in den eigenen Reihen kommt. ?

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