Sieben-Milliarden-Dollar-Deal könnte platzen EU-Kommission lehnt Sun-Übernahme durch Oracle ab

Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Die Sun-Übernahme steht auf der Kippe, denn die EU-Kommission befürchtet, dass sich im Datenbank-Bereich zu viel Marktmacht bei Oracle bündeln könnte. In einer vorläufigen Entscheidung wurde der Deal von den EU-Wettbewerbshütern abgelehnt. Damit will sich Oracle aber nicht zufrieden geben.

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Ursprünglich sollte die Sun-Übernahme mit dem Kauf von Aktien im Wert von 7,4 Millarden US-Dollar durch Oracle bereits Ende August abgeschlossen sein, doch die EU-Kommission stellt sich quer. Nun wurde die Übernahme in einer vorläufigen Beurteilung abgelehnt, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Begründet wurde dieser Schritt mit einer möglichen Gefährdung des Wettbewerbs im Markt für Datenbanken.

Schon im September formulierten die Wettbewerbshüter aus Brüssel ihre Bedenken: „Die geplante Übernahme würde zwei bedeutende Wettbewerber auf dem Markt für Datenbanken zusammenführen. Der Markt für Datenbanken ist stark konzentriert. So kontrollieren die drei Hauptwettbewerber im Bereich proprietäre Datenbanken Oracle, IBM und Microsoft – was die Einnahmen anbelangt – etwa 85 Prozent dieses Marktes. Oracle ist Marktführer bei proprietären Datenbanken, während die MySQL-Datenbank von Sun die weltweit führende Open-Source-Datenbank ist.“

Die EU-Kommission nimmt an, dass MySQL mit zunehmender Funktionsfähigkeit einen immer größeren Wettbewerbsdruck auslöst. Bei der Prüfung der Kommission sei ferner deutlich geworden, dass auch der Open-Source-Charakter der MySQL-Datenbank von Sun die möglichen wettbewerbswidrigen Auswirkungen nicht völlig beheben kann, hieß es aus Brüssel.

Aus Sicht von Oracle unterliegt die EU-Kommission einem Missverständnis, da sich die Übernahme keineswegs negativ auf den Wettbewerb auswirken werde. Man werde die Entscheidung anfechten.

Die Wettbewerbshüter in den USA genehmigten die Übernahme bereits im August.

Oracle muss sich mit einer Einigung sputen, denn die Frist für einen Entscheidung der EU-Kommission läuft zum 19. Januar aus.

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