Ingram Micro packt den »virtuellen Verkaufsraum« aus Erste Highlights zum »Retail Summer« enthüllt

Redakteur: Regina Böckle

Zusätzliche Services für den Point of Sales (PoS) und Verbesserungen bei der WKZ-Abwicklung gehören zu den Highlights des diesjährigen Retail Summer von Ingram Micro in Berlin. Einen ersten Einblick, was auf dieser branchenweit größten Retail-Messe vorgestellt werden wird, gewährte Retail-Chef Ernesto Schmutter IT-BUSINESS vorab.

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Dieser »Virtuelle Verkäufer« will Flächenmärkte am PoS unterstützen.
Dieser »Virtuelle Verkäufer« will Flächenmärkte am PoS unterstützen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Der Terminal am Point of Sales (PoS) inklusive der Softwarelösung dahinter, den Ingram Micro dem stationären Handel seit einem Jahr anbietet, gehört inzwischen in zahlreichen Flächenmärkten zur festen Einrichtung. Auf dem kommenden Retail-Summer am ersten Augustwochenende in Berlin wird der Broadliner seinen Partnern und der Industrie eine Weiterentwicklung vorstellen: »Wir haben hier zum einen den Formfaktor weiter entwickelt und werden Partnern künftig unseren Ingram Micro Superstore integriert in einem schlanken Designer-Terminal anbieten – also eine technische und optisch sehr ansprechende Gesamtlösung mit vielen Mehrwerten für unsere Partner«, erläutert Ingram-Micro-Retail-Chef Ernesto Schmutter.

PoS-Terminal wird zum virtuellen Verkaufsraum

Der Terminal dient zum einen der Beratung. Denn der Partner kann damit seine Kunden vor Ort über rund 40.000 IT-Produkte im Detail informieren und entsprechende Bestellungen für diese Artikel sofort entgegennehmen, die er nicht im Ladengeschäft vorrätig hat – was insbesondere bei Zubehör-Artikeln häufig der Fall ist. Um die Pflege der Daten braucht sich der Reseller dabei nicht zu kümmern, denn die Daten werden online über Ingram Micro zur Verfügung gestellt. »Außerdem übernehmen wir auf Wunsch auch die Fernwartung für das System, inklusive Fehleranalyse«, betont Schmutter. Obendrein kann der Partner auch hauseigene Produkte und Informationsfilme in die PoS-Terminals einbinden.

Doch nicht nur das: Ab dem Retail-Summer wird sich der PoS-Terminal außerdem in einen »virtuellen Verkäufer« verwandeln, wie Schmutter erklärt: »Künftig werden hier Produktspots eingeblendet, die Aktionen und Kampagnen der Handelspartner und Hersteller direkt am Point of Sales unterstützen. So kann das Terminal auch in der Zeit effektiv als Kundenberater fungieren, in der der Verkäufer das Tool nicht aktiv nutzt. Es ist kein stummer, sondern ein virtueller Verkäufer, der rund um die Uhr im Einsatz bleiben kann und den Verkäufer bei seiner Arbeit deutlich unterstützen wird.« Die Testphase läuft bereits.

Um den Terminal nutzen zu können, müssen lediglich vier Dinge gegeben sein: Ein Netzwerk, eventuell ein Drucker, der über das Netzwerk ansteuerbar ist, sowie ein Internet-Zugang mit ausreichender Bandbreite. »Für die Wartung brauchen wir zudem einen Remote Access-Service. Das heißt, der Markt muss lediglich ein TCP/IP-Netzwerk zur Verfügung stellen. Der Anschluss des Terminals funktioniert per LAN oder WLAN«, fügt Schmutter ergänzend hinzu.

Auf der folgenden Seite erfahren Sie, mit welchen Maßnahmen Ingram Micro Retailern die WKZ-Abwicklung erleichtern will.

WKZ-Abwicklung erleichtern

Inzwischen arbeiten auch Flächenmärkte intensiv daran, ihre hausinternen Prozesse zu verbessern, beispielsweise mit Blick auf die WKZ-Abwicklung, Bestellabwicklung oder das Retourenmanagement. Schmutter verspricht auch hier Unterstützung durch Ingram Micro: »Das ist ein großes Thema, das wir schon seit Jahren im Zuge der Online-Anbindung der Warenwirtschaftssysteme von Kunden im Auge haben.« Im ersten Schritt wurden bereits die Systeme zahlreicher Märkte per Schnittstellen wie EDI und XML angebunden, um zunächst Dokumente und Informationen zu Preis und Verfügbarkeit auszutauschen. Im zweiten Schritt wurden Bestellungen und Auftragsbestätigungen elektronisch ausgetauscht.

»Inzwischen sind wir bei dem fast letzten Schritt, nämlich der elektronischen Rechnungsübermittlung. Die manuelle Order-Erfassung sank demzufolge im Retail-Bereich um einen deutlich zweistelligen Bereich – und das zugunsten von EDI- und XML-Schnittstellen, über die die Hälfte aller Auftragsabwicklungen im Retail-Bereich erfolgen«, zieht Schmutter ein erstes Fazit.

Finanzierung

Keine Änderung in Sicht ist offenbar beim Thema Vorfinanzierung von Retail-Projekten, die momentan noch immer komplett die Distribution stemmt. Erfahrungsgemäß ist sie verbunden mit langen Zahlungszielen und zusätzlich aufwändigem Retourenmanagement. »Eine Änderung wird kommen, aber sie wird meiner Einschätzung nach leider nicht aus der Einsicht im Verhandlungsgespräch heraus resultieren, sondern durch den Druck aus dem Kapitalmarkt geschehen und von der jeweiligen Geschäftsleitung an die Einkaufsabteilungen weitergegeben werden«, so die Prognose des Retail-Chefs.

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