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Nicht mal jedes zehnte IoT-Device kommuniziert per Mobilfunk Ericsson Mobility Report veröffentlicht

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Anhand des jetzt veröffentlichten Ericsson Mobility Report lässt sich vortrefflich hinterfragen, wieviele IoT-Devices in den kommenden Jahren tatsächlich in Betrieb gehen und per 5G angebunden werden.

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Die meisten IoT-Devices werden lokal und über kurze Distanzen angebunden – etwa per ZigBee, Bluetooth oder WLAN.
Die meisten IoT-Devices werden lokal und über kurze Distanzen angebunden – etwa per ZigBee, Bluetooth oder WLAN.
(Bild: Ericsson)

Die entscheidende Rolle des kommenden Standards 5G für das Internet der Dinge (IoT) wird immer wieder betont. Entsprechenden Prognosen zufolge werde die Zahl vernetzter Fahrzeuge, Maschinen, Sensoren und Aktuatoren bis 2021 auf über 46 Milliarden steigen und ein neues Mobilfunknetz benötigen. Jetzt von Ericsson veröffentlichte Daten klingen etwas zurückhaltender.

Dem aktuellen Ericsson Mobility Report zufolge werde die Zahl von IoT-Devices bis 2023 auf lediglich 20 Milliarden wachsen. Zum Teil lässt sich diese Diskrepanz wohl über unterschiedliche Definitionen erklären. Ericsson selbst zählt beispielsweise nicht jeden Sensor einzeln, sondern summiert erst physische Objekte mit einem Prozessor, der eine Kommunikation per Netzwerk ermöglicht. Smartphones und Tablets werden überdies in eigenen Kategorien sortiert.

Aber auch für sich selbst betrachtet überraschen Ericssons Zahlen womöglich manchen Leser: Dem Netzwerkausrüster zufolge wird das Gros der IoT-Devices auch künftig über kurze Distanzen angesprochen – über Verfahren wie ZigBee, Bluetooth oder WLAN.

Per Mobilfunk – also Technologien wie Cat-M1 oder NB-IoT – werde 2023 nicht einmal jedes zehnte IoT-Device kommunizieren (1,8 Milliarden); die Zahl in unlizenzierten Bändern funkender Devices ist noch geringer: Laut Prognose sollen 2023 circa 0,6 Milliarden IoT-Geräte per Sigfox, LoRaWAN oder ähnlichen Verfahren Daten austauschen.

Steigende Datennutzung

Weniger verwundert derweil, dass Endanwender mobil auf immer mehr Daten zugreifen. 2023 sollen weltweit bereits 110 Exabyte pro Monat per Mobilfunk übertragen werden. Als Spitzenreiter werden sich dabei die Nordamerikaner hervortun und beinahe 50 GByte pro aktiviertem Smartphone verbrauchen.

Auch aktuell liegen die Nordamerikaner bereits weltweit beim Verbrauch von Datenvolumen vorn und kommen auf sieben GByte monatlich. Für Westeuropa beträgt der Wert derzeit 4,1 GByte und soll bis 2023 auf knapp 30 GByte steigen.

5G kommt, LTE bleibt

Dem aktuellen Standard LTE bescheinigt Ericsson eine anhaltende Dynamik. Bis Ende 2017 entwickle sich die Lösung zur am verbreitetsten Zugangstechnologie; 2023 solle es dann 5,5 Milliarden LTE-Anschlüsse geben, die 85 Prozent der weltweiten Bevölkerung abdecken; die Zahl der VoLTE-Anschlüsse werde ebenfalls 5,5 Milliarden betragen.

5G soll 2023 für lediglich 20 Prozent der weltweiten Bevölkerung verfügbar sein. Erste kommerzielle und Testumgebungen entwachsene 5G-NR-Netze (NR = New Radio) erwartet Ericsson allerdings schon für das kommende Jahr.

Weiteres Ergebnisses des Ericsson Mobility Reports sind online verfügbar.

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