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Studie: Netzwerke müssen zusätzliche Last sicher verarbeiten können

Erfolgreiche BYOD-Strategien brauchen leistungsfähige Netze

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Laut Studie setzen Mitarbeiter ihre privaten Endgeräte am häufigsten ein, um dienstliche E-Mails zu lesen oder um das Internet für geschäftliche Zwecke zu nutzen.
Laut Studie setzen Mitarbeiter ihre privaten Endgeräte am häufigsten ein, um dienstliche E-Mails zu lesen oder um das Internet für geschäftliche Zwecke zu nutzen. (Bild: BT / Cisco)

Der stark wachsende Einsatz von mobilen Endgeräten führt zu einem deutlich höheren Bedarf an Netzwerkbandbreite. 84 Prozent der Unternehmen, die im Rahmen einer weltweiten Studie im Auftrag von BT und Cisco befragt wurden, bestätigen diese Entwicklung.

Der Studie zufolge, mit der BT und Cisco die Einstellung zur Nutzung mobiler Endgeräte untersucht haben, haben mehr als die Hälfte der IT-Manager (56 Prozent) bedingt durch die verstärkte Nutzung mobiler Endgeräte im Unternehmen einen Leistungsabfall bei einzelnen Applikationen registriert. Dieser habe die Produktivitätsgewinne, die durch Smart Devices erwartet werden, negativ beeinflusst. Fast die Hälfte der Mitarbeiter (46 Prozent) mit WLAN-Zugang in ihrem Unternehmen hätte mit Verzögerungen beim Einloggen oder beim Start von Anwendungen zu kämpfen. 39 Prozent der Anwender stellten fest, dass Dienste langsamer laufen als früher.

Drei Viertel (76 Prozent) der Mitarbeiter sind überzeugt, dass ihre Unternehmen zusätzliche Maßnahmen ergreifen müssen, damit die Produktivitätsvorteile von Smart Devices realisiert werden können. Verstärkte Nutzung von Cloud-Lösungen (33 Prozent), mehr spezialisierte Software (32 Prozent) und besserer Support für die Nutzer der Endgeräte (32 Prozent) wurden als die wegweisenden Ansätze genannt.

WLAN-Zugang für höhere Produktivität

Flächendeckender WLAN-Zugang über ein leistungsfähigeres Netzwerk sei eine wesentliche Voraussetzung für ein produktives Bring-Your-Own-Device (BYOD)-Konzept. Doch 45 Prozent der Angestellten verfügten gar nicht über einen drahtlosen Zugang zum Unternehmensnetz. Dabei sind mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der Mitarbeiter ohne WLAN-Zugang der Ansicht, dass eine solche Anbindung positive Auswirkungen auf ihre Arbeit hätte: WLAN könnte sie effizienter und produktiver machen (31 Prozent) und ihnen dabei helfen, flexibler zu arbeiten (30 Prozent) sowie mit Kollegen, Partnern oder Kunden in Kontakt zu bleiben (26 Prozent).

Wettbewerbsvorteile durch Richtlinien

Nicht nur die fehlende Netzwerkkapazität hindert Unternehmen daran, von BYOD zu profitieren. Der Studie zufolge gibt es bei der Formulierung und Verabschiedung einheitlicher Richtlinien für kabelgebundene, drahtlose und Virtual-Private-Network (VPN)-Dienste Nachholbedarf – und das, obwohl eine überwältigende Mehrheit von 84 Prozent der IT-Manager glaubt, dass eine BYOD-Richtlinie einen Vorteil im Wettbewerb darstellt.

Vertrauen in die Mitarbeiter spielt weiterhin eine große Rolle bei der Frage, ob Unternehmen BYOD erlauben. Nur gut ein Viertel der IT-Manager (26 Prozent) glaubt, dass alle Mitarbeiter die Vorgaben und Berechtigungen für ihre mobilen Endgeräte kennen und verstehen. Zwar zeigt sich hierin ein positiver Trend – im Vorjahr waren erst 19 Prozent der IT-Verantwortlichen dieser Meinung. Dennoch sind die Sorgen der IT-Manager offenbar nicht unbegründet: Lediglich 26 Prozent der Anwender, die private Geräte im Unternehmen nutzen, ist bewusst, dass dies ein Risiko für die Sicherheit der Firma darstellen kann.

Deutschland im weltweiten Vergleich

Laut Studie haben in Deutschland bereits fast die Hälfte der befragten Unternehmen eine BYOD-Richtlinie eingeführt (46 Prozent, gegenüber nur 34 Prozent im Vorjahr), im internationalen Durchschnitt sind es nur 36 Prozent. Von den deutschen Unternehmen, die über eine Richtlinie verfügen, ermutigen gut ein Viertel (28 Prozent) ihre Mitarbeiter aktiv, private Geräte zu nutzen. Auf der anderen Seite ist es in 15 Prozent der Unternehmen explizit untersagt, private Geräte einzusetzen. Deutschland zählt damit im internationalen Vergleich zu den restriktivsten Ländern neben Großbritannien (19 Prozent) und Indien (33 Prozent).

Deutsche IT-Verantwortliche gehören zu denen, die die Sicherheitsrisiken durch BYOD am höchsten einschätzen. 90 Prozent gaben an, als Folge ihrer BYOD-Richtlinie bereits Sicherheitsprobleme gehabt zu haben (international: 82 Prozent). Nur acht Prozent glauben, dass die Sicherheitsrisiken für die Zukunft gebannt sind.

Diejenigen Mitarbeiter in Deutschland, die ein privates Endgerät dienstlich einsetzen, lesen vor allem dienstliche E-Mails (74 Prozent), nutzen den Internetzugang für geschäftliche Zwecke (67 Prozent) und greifen auf geschäftliche Unterlagen (52 Prozent) sowie auf unternehmenseigene Apps (37 Prozent) zu. Allgemein verfügbare Apps (z.B. Twitter) nutzen nur 22 Prozent für dienstliche Zwecke (im internationalen Durchschnitt: 51 Prozent).

Über die Studie

Die Untersuchung wurde von Vanson Bourne für BT Global Services und Cisco im Mai 2013 durchgeführt. Befragt wurden 2.200 IT-Entscheider und Büroangestellte von großen Unternehmen in 13 Ländern bzw. Regionen: Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien, Benelux, Türkei, USA, Brasilien, Indien, China, Singapur und Vereinigte Arabische Emirate. Die Befragten arbeiten in den Branchen Konsumgüter, Finanzen, Logistik, Handel, Gesundheitswesen, Energie, Pharma und öffentliche Verwaltung.

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