Interview-Reihe zur Lage der Software-Branche Enterprise Content Management heißt das neue Dokumentenmanagement

Redakteur: Dr. Stefan Riedl

In einer Interview-Reihe hat IT-BUSINESS einige Branchengrößen aus dem Software-Markt zu den wichtigsten Trends befragt. Welchen Einfluss hat Cloud Computing? Wie wirkt sich die Wirtschaftskrise aus? Wie wachsen verschiedene Anwendungen zusammen? Im vierten Teil steht Roger David Rede und Antwort. David ist Geschäftsführer des ECM-Anbieters Windream.

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Roger David ist Geschäftsführer des ECM-Anbieters Windream.
Roger David ist Geschäftsführer des ECM-Anbieters Windream.
( Archiv: Vogel Business Media )

ITB: Welche wichtigsten Trends bestimmen gegenwärtig das Marktumfeld oder spielen in Zukunft eine große Rolle?

David: Viele Firmen haben in Teilbereichen elektronische Archive eingesetzt, die Effizienzsteigerung im gesamten Unternehmen blieb jedoch klar aus. Um diese zu erreichen, müssen alle Informationen in einem gemeinsamen Pool landen – dem ECM (Enterprise Content Management). Hier ist ein leicht zu bedienendes und benutzerfreundliches ECM-System zwingend notwendig. Und genau den Trend zu diesen Systemen verspüren wir zurzeit.

ITB: Welchen Einfluss hat das Thema Cloud Computing auf das Marktumfeld?

David: Das Outsourcing von Datenbeständen bedeutet für Unternehmen immer, ihr gesamtes Wissen aus der Hand zu geben. Somit ist Outsourcing für Unternehmen, die ihre eigenen Archive mit geschäftsrelevanten Daten schützen müssen, immer ein Risiko. Cloud Computing wird aus diesem Grund nicht zum Outsourcing von Archiven führen. Somit sind die Kostenvorteile aber eindeutig in Frage gestellt. Aus meiner Sicht wird sich Cloud Computing ebenso wenig bei Unternehmen durchsetzen, wie der Einsatz eines ECM-Systems zu einem papierlosen Arbeitsplatz führt.

Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr zum Einfluss der Wirtschaftskrise und zum Zusammenwachsen verschiedener Applikationen.

ITB: Welchen Einfluss hat oder hatte die Wirtschaftskrise auf Ihr Geschäft?

David: Viele Unternehmen haben zwar weniger Arbeit, nutzen dies aber als Chance, sich intensiv um ECM sowie die internen Prozesse zu kümmern. Die hierdurch zu erzielende Effizienzsteigerung soll zum einen das eigene Unternehmen auch in schwierigen Zeiten stärken und zum anderen in der kommenden Wachstumsphase die Kosten des eigenen Wachstums gering halten. Gerade auch mittelständige Unternehmen sehen also jetzt nicht nur die Möglichkeit, sondern die Notwendigkeit, ein ECM-System einzuführen, um dann dem Wettbewerb davonlaufen zu können. Somit hat die Wirtschaftskrise zu einem entgegengesetzten Trend bei unserem Geschäft geführt.

ITB: Inwiefern wachsen aus Ihrer Sicht gegenwärtig verschiedene Anwendungen aus dem Bereich der Business-Software zusammen und auf welche Weise geschieht dies?

David: Wird bei einem Unternehmen nicht einfach auf eine punktuelle Einführung von Software geachtet, sondern ein strategisches, ganzheitliches Konzept verfolgt, so müssen die genannten Systeme zusammenwachsen. Gerade ECM-Systeme sind ja keine eigenständigen Anwendungen, die einen Selbstzweck verfolgen, sondern haben einen Werkzeug-Charakter, bei dem gerade die Integration in die IT-Umgebung des Unternehmens der Hauptaspekt sein muss. Wir legen seit Jahren großen Wert darauf, bei der Entwicklung gerade auf diesen Aspekte zu achten. Bei allen unseren Projekten in Unternehmen, die auf diesen strategischen Ansatz Wert legen und das Projekt somit auch direkt aus dem Management heraus unterstützen, konnten wir dadurch die höchsten Effizienzsteigerungen erzielen.

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