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Infoblox-Studie

Enorme Sicherheitslücken durch Schatten-Devices

| Autor: Heidemarie Schuster

Private, ungemanagte Devices im Unternehmesnetzwerk stellen gefährliche Sicherheitslücken dar.
Private, ungemanagte Devices im Unternehmesnetzwerk stellen gefährliche Sicherheitslücken dar. (Bild: Pixabay)

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Durchschnittlich verbinden sich in Deutschland 1.856 private Endgeräte und IoT-Devices pro Tag und Unternehmen mit dem Netzwerk der Organisation – ungemanagt von der IT. Zugleich glauben einer Infoblox-Studie zufolge aber fast 90 Prozent der IT-Verantwortlichen, eine effektive Sicherheits-Policy zu haben.

Der Report „What’s lurking on your network: Exposing the threat of shadow devices” von Infoblox zeigt auf, dass Unternehmensnetzwerke in den USA, Großbritannien und Deutschland tausende von privaten, unzureichend gesicherten Schatten-Devices enthalten, die Netzwerke potenziell gefährden können. Gemeint sind unter anderem Geräte wie Laptops, E-Book-Reader oder Smartphones, aber auch IoT-Devices wie etwa vernetzte digitale Assistenten oder vernetzte Küchengeräte, die – unbeachtet und kaum bis gar nicht gesichert – mit dem Unternehmensnetzwerk verbunden werden.

35 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass sich täglich über 5.000 private Geräte mit ihrem Netzwerk verbinden. In den USA und in Großbritannien räumten zudem zahlreiche Mitarbeiter ein, die eigenen Geräte beispielsweise für den Zugang zu Social-Media-Plattformen (39 Prozent) oder für das Herunterladen von Apps, Filmen und Spielen (24, 13 und 7 Prozent) ins Netzwerk einzuloggen. Diese Gewohnheit macht Unternehmen höchst anfällig für Hacker-Angriffe, Phishing-Attacken und die Infektion mit Schadprogrammen, so Infoblox.

In jedem dritten Unternehmen in den USA, in Großbritannien und Deutschland werden darüber hinaus an einem durchschnittlichen Tag mehr als 1.000 weitgehend unbeachtete IoT-Geräte mit dem Netzwerk verbunden. Am häufigsten finden sich folgende Schatten-IoT-Geräte, die mit den Netzwerken der befragten Organisationen verbunden sind:

  • 30 Prozent Fitness-Trackers wie FitBit oder Gear Fit
  • 47 Prozent Digitale Assistenten wie etwa Amazon Alexa oder Google Home
  • 46 Prozent Smart-TV-Geräte
  • 33 Prozent smarte Küchenutensilien, etwa Mikrowellen und Wasserkocher
  • 30 Prozent Spielkonsolen, zum Beispiel Xbox oder PlayStation

Derartige Endgeräte sind für Cyberkriminelle leicht zu finden – zum Beispiel mit entsprechenden Suchmaschinen wie Shodan, die Geräte mit Internetverbindung aufspüren. Sogar wenig versierte Hacker sind laut Infoblox damit in der Lage, enorme Mengen an Devices in Unternehmensnetzwerken zu identifizieren und als Ziel von Attacken ins Visier zu nehmen.

Sicherheits-Policies überschätzt

Auch wenn in Unternehmen Richtlinien eingeführt wurden, um die Risiken durch private Endgeräte und IoT-Devices im Netzwerk in den Griff zu bekommen, haben IT-Verantwortliche offenbar ein zu optimistisches Bild von deren Wirksamkeit: Während 88 Prozent aller befragten IT-Zuständigen der Ansicht sind, die Sicherheits-Policy ihres Unternehmens sei entweder effektiv oder sogar sehr effektiv, wusste rund ein Viertel (24 Prozent) der befragten Angestellten in den USA und in Großbritannien nicht einmal, ob es in ihren Unternehmen überhaupt Richtlinien für netzwerkfähige private Devices und IoT-Geräte gibt.

In Deutschland sind sogar 89,1 Prozent der befragten IT-Verantwortlichen überzeugt, eine effektive oder sehr effektive Sicherheits-Policy für private Geräte zu haben. Trotzdem fanden sich in deren Organisationen im Schnitt rund 1.856 nicht-dienstliche Geräte, die weder von der Unternehmens-IT zur Verfügung gestellt wurden, noch von dieser gemanagt werden.

„Wegen des geringen Sicherheits-Levels bei privaten Devices und IoT-Geräten existiert eine massive Bedrohung aufgrund dessen, was alles unter dem Radar der traditionellen Sicherheits-Policy abläuft. Entsprechende Geräte stellen einen attraktiven Angriffspunkt für Cyberkriminelle dar und sind ein ernsthaftes Sicherheitsrisiko für Unternehmen“, so Frank Ruge, Senior Director & General Manager Central Europe bei Infoblox. „Diese Sicherheitsrisiken sollten möglichst nah an den Endpunkten erkannt und gebannt werden. Sicherheit muss hier über das Netzwerk erbracht werden. DNS ist ein hervorragender Kontrollpunkt, da schon vor dem ersten Anwendungspaket die Kommunikation unterbunden werden kann.”

Über die Studie

Die Studie wurde im März und April 2018 vom Meinungsforschungsinstitut Censuswide online durchgeführt. Beauftragt hatte Infoblox die Befragung von 1.000 IT-Direktoren in den USA, Großbritannien, Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten (jeweils 300 in Großbritannien, den USA und Deutschland und 100 in den Vereinigten Arabischen Emiraten). Eine Umfrage unter 1.000 Mitarbeitern in den USA und Großbritannien im Alter von 20 bis 65 Jahren (500 in jeder Region) wurde zudem mittels der Online-Umfrage CitizenMe im März 2018 durchgeführt.

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