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Geld wird immer digitaler

Elektronische Bezahlsysteme legen sich mit Bargeld an

| Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Dr. Stefan Riedl / Dr. Stefan Riedl

Elektronisches Bezahlen gewinnt weiter an Bedeutung.
Elektronisches Bezahlen gewinnt weiter an Bedeutung. (© vladischern - Fotolia)

Die allgemeine Marschroute im E-Commerce und der Erfindungsreichtum bei alternativen Bezahlsystemen wird nach und nach dem Bargeld das Wasser abgraben. Zu diesem Schluss kommen die Managementberater von A.T. Kearney. Das hat Konsequenzen für Webshops, Bezahlanbieter und Banken.

Bargeld ist Freiheit – dieses Statement hört und liest man in letzter Zeit immer häufiger. Hintergrund ist die Schieflage in der Finanzbranche, die immer mehr Leuten ins Gedächtnis ruft, dass elektronische Geldeinheiten auf einem Konto im Zweifelsfall lediglich Forderungen sind, die mit einem Ausfallrisiko behaftet sein können. Zuletzt haben das Konteninhaber in Zypern erlebt. Auch Bestrebungen wie beispielsweise in Schweden, ein Bargeldverbot durchzusetzen, schlagen in diese Kerbe.

Die Analyse

Dennoch: „Der Anteil bargeldloser Zahlvorgänge nimmt drastisch zu“, heißt es aus der Managementberatung A.T. Kearney. Laut deren Einschätzung wird die Vielzahl der verschiedenen Zahlungsmethoden noch einige große Herausforderungen mit sich bringen.

„Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen“ – dieses Zitat, das gleich mehreren Berühmtheiten zugeordnet wird, gilt auch in diesem Fall. Der Untersuchung von A.T. Kearney zufolge wird die Anzahl bargeldloser Zahlungsvorgänge in den 27 Staaten der Europäischen Union jedenfalls von derzeit über 90 Milliarden bis zum Jahr 2020 auf mehr als 175 Milliarden Transaktionen steigen, was einem Wachstum von acht Prozent pro Jahr entspricht. Zum Vergleich: In den vergangenen Jahren war der Markt mit nur fünf Prozent jährlich gewachsen.

Bargeld Adé

„Die dürren Jahre sind vorbei“, sagt Studienautor Andreas Pratz, Partner bei A.T. Kearney. „Der Haupttreiber des Wachstums kommt aus dem E-Commerce: Immer mehr Menschen kaufen im Internet ein, und das geht natürlich nur selten mit Bargeld.“ Außerdem rechne man bei A.T. Kearney mit großem Wachstum im Bereich alternativer Bezahlmodelle. Dabei können in der Regel höhere Margen durchgesetzt werden, als es im klassischen Zahlungsverkehr auch angesichts der regulatorischen Rahmenbedingungen zuletzt üblich war“. Alternative Bezahlmethoden wie PayPal, Giropay oder Sofortüberweisung werden also für E-Commerce-Anbieter eine wachsende Bedeutung haben.

Weltweit betrachtet wird laut den Ausführungen der Managementberater derzeit rund ein Drittel aller 280 Milliarden bargeldlosen Zahlungen in Europa getätigt. Für den einzelnen Bürger heißt das: Von den im Durchschnitt jährlich etwa 800 Bezahlvorgängen pro Kopf, werden derzeit noch 600 bar bezahlt, also 75 Prozent. Der Anteil von Barzahlungen wird der Studie zufolge bis 2020 auf 60 Prozent sinken und der Anteil der bargeldlosen Zahlungen dementsprechend zulegen.

Profiteure

Davon profitieren werden Banken, Telekommunikationsanbieter, Händler sowie neue Anbieter, die im bargeldlosen Zahlungsverkehr in Europa aktiv sind, resümiert A.T.Kearney. Ihre Erträge in diesem Segment werden sich laut Studie von etwa 37 Milliarden Euro im Jahr 2010 auf bis zu 65 Milliarden Euro im Jahr 2020 fast verdoppeln. Zwar bleibt der Preisdruck auch angesichts der regulatorischen Rahmenbedingungen hoch. Innovative Bezahlmethoden im Internet oder via Smartphone („E- und M-Commerce“) bieten aber zugleich neue Ertragschancen. So erwarten die Autoren der Studie, dass bis 2020 bis zu ein Drittel der Erlöse auf Anbieter alternativer Methoden entfällt, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt voraussichtlich nur ein Fünftel aller Zahlungen ausmachen werden. Beispiele sind elektronische Geldbörsen (Wallets) oder mobile Lösungen für Smartphones. □

Ergänzendes zum Thema
 
Grundlage der Analyse

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