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Deutsche Umwelthilfe kritisiert mangelnde Umsetzung ElektroG: Handel setzt auf Sabotage

| Autor: Katrin Hofmann

Ist es ein illegales Vorgehen der Händler oder hat das Gesetz zu große Schlupflöcher? Die Vertreter der Deutschen Umwelthilfe (DUH) jedenfalls ­sprechen von ­„Gesetzesverstößen“ gegen das neue ElektroG.

Einfache Rückgabe alter Elektronik bei den großen Händlern? Wer das glaubt, irrt häufig.
Einfache Rückgabe alter Elektronik bei den großen Händlern? Wer das glaubt, irrt häufig.
(Bild: Martin Schlecht - Fotolia.com)

Das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) in seiner neuen Form ist eigentlich seit Juli für Händler verpflichtend. Sofern diese eine Ladenfläche von mehr als 400 Quadratmetern haben, müssen sie alte Elektrogeräte mit einer Kantenlänge unter 25 Zentimeter kostenlos zurücknehmen. Eigentlich verpflichtend, weil die Deutsche Umwelthilfe (DUH) Alarm schlägt. Von Verstößen gegen die Gesetzesänderungen und einer Sabotage durch die Händler ist die Rede. Außerdem fordern die Vertreter der DUH eine ­verbraucherfreundliche Rücknahme.

Rücknahme verweigert

In einer Kontrolle von 45 Handelsunternehmen, darunter Online-Händler, große Elektrofachgeschäfte, aber auch Baumärkte und Möbelhäuser, stellte sich für die DUH heraus, dass „Handelsunternehmen die neuen Pflichten nicht ernst nehmen“. Erstens verweigerten zahlreiche Anbieter mit Verweis auf ihre zu geringe Verkaufsfläche die Rücknahme. Das ist grundsätzlich legitim, wenn die Verkaufsfläche tatsächlich entsprechend klein ist. Die DUH ist jedoch der Ansicht, dass Händler „in vielen Fällen illegal“ agieren. „Der Kunde müsste mit einem Maßband das Ladengeschäft vermessen, um sein Rückgaberecht durchzusetzen. Das ist absurd und verbraucherunfreundlich“, kritisiert DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Allen voran Kunden von Online-Shops hätten keine Chance, die vermeintliche „zu kleine Fläche“ zu überprüfen.

Weiterhin monieren die Tester, dass einige Händler, die aus Sicht des Umwelt- und Verbraucherschutzverbandes der Rücknahmepflicht unterliegen, die Annahme der Geräte schlichtweg verweigern. Außerdem hat die DUH in Testbesuchen festgestellt, dass Kunden die Altgeräterückgabe durch perfide Strategien, wie lange Wartezeiten, zusätzlichen Packaufwand oder einen komplizierten Rückgabeprozess, „bewusst unattraktiv gemacht“ werden soll. An Online-Anbieter könnten Altgeräte oft nur als Paket zurückgeschickt werden: Zu kompliziert, meint die DUH und fordert die Beteiligung an stationären Sammelstellen, um eine unproblematische Geräterückgabe zu ermöglichen. Der Paketversand sollte lediglich ein ergänzendes Angebot sein.

Verbraucher werden nicht informiert

Und nicht zuletzt fehlten in den Läden oder auf den Online-Plattformen fast aller Unternehmen Hinweise zur Rücknahme oder würden versteckt. Darüber hinaus seien die Informationen häufig unvollständig oder fehlerhaft.

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 Katrin Hofmann

Katrin Hofmann

Editor, IT-BUSINESS