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Virtual-Core Customer Cloud der Kamp Netzwerkdienste im Test, Teil 2 Einstieg in die Virtualisierung mit persönlicher Cloud

Autor / Redakteur: Thomas Bär / Ulrike Ostler

Mit „Virtual-Core Customer Cloud“ von Kamp Netzwerkdienste lassen sich eigene Anwendungen mit Zugriff per Internet einfach und günstig zur Verfügung stellen. Das zeigt unser Test. Teil 2 beschreibt die Features und wie man beginnt..

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Die grafischen Auswertmöglichkeiten von Virtual-Core können im Vergleich zu den Auswertfähigkeiten von VMware & Co aktuell noch nicht mithalten. Die wichtigsten Informationen: CPU- und Platten-Ausnutzung liefert das System jedoch schon heute. (Bild: Bär)
Die grafischen Auswertmöglichkeiten von Virtual-Core können im Vergleich zu den Auswertfähigkeiten von VMware & Co aktuell noch nicht mithalten. Die wichtigsten Informationen: CPU- und Platten-Ausnutzung liefert das System jedoch schon heute. (Bild: Bär)

Kamp Netzwerkdienste bietet jedem Interessenten einen kostenlosen sechsmonatigen Zugang zur "Virtual-Core Customer Cloud". Der Testzeitraum endet ohne weitere Verpflichtungen.

Das Einzige, das für einen Test benötigt wird, ist ein Computer mit CPU-seitiger Virtualisierungsunterstützung, das sind de facto alle x64-Prozessoren der letzten zwei Jahre, 2 Gigabyte RAM, lokaler Festplattenspeicher oder iSCSI-Zugriff auf einen Filer und eine Internet-Anbindung. Die Einrichtung bis zur Inbetriebnahme der ersten eigenen virtuellen Maschine mit Windows- oder Linux-Betriebssystem dauerte im DataCenter-Insider-Test nicht einmal zwei Stunden.

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Der Anmeldevorgang beginnt auf der Kamp-Webseite mit der Eingabe der notwendigen Stammdaten wie Name, Kontakt-Daten oder Firmenname. Da die Software für den Virtual-Core Host Server als individuelles Boot-Image ausgeliefert wird, muss der Systembetreuer noch eine Frage zur Netzwerkumgebung beantworten.

Der Test beginnt

Hier hat der Benutzer die Auswahl zwischen „DHCP“ oder „IP-Daten eintragen“. Wird die letztere Option gewählt, so muss neben der Netzwerkmaske, Gateway und zwei DNS-Servern ein IP-Bereich „von bis“ eingegeben werden.

In diesem definierten IP-Bereich sucht sich der Virtual-Core Host Server selbstständig eine freie Adresse. In Umgebungen ohne DHCP-Server eine durchaus sinnvolle Vorgehensweise. Das heruntergeladene ISO-Image ist zwar individualisiert, dennoch ist durchaus möglich darüber verschiedene Virtual-Core Host Server aufzusetzen.

weiter mit: Internet-Zugriff auf das eigene System

Internet-Zugriff auf das eigene System

Nach Bestätigung der ersten Web-Maske folgt die gewöhnliche Bestätigung der E-Mail-Adressen und des Kontos, ehe der Administrator die Zugangsdaten für das virtuelle Datacenter nutzen kann. Kamp vergibt mehr als ausreichend komplexe Zufallspasswörter, schickt jedoch alle Informationen in einer einzigen E-Mail.

Es empfiehlt sich, wie üblich, das vom Hersteller generierte Passwort zügig durch ein eigenes Kennwort zu ersetzen. Einen zufälligen Zugriff auf das System ist extrem unwahrscheinlich: Zur Anmeldung sind neben dem Kennwort, der User-Name und die Datacenter-Bezeichnung erforderlich.

Für den eigenen Benutzer möchte der Administrator die maximalen Zugriffsrechte erhalten und wählt folgerichtig den „Datacenter Administrator“ im Dropdown-Menü. Weitere Benutzer, mit eingeschränkten Zugriffsrechten, waren im Test problemlos angelegt.

Benutzer und Benutzergruppen einrichten

Einzelne Benutzer organisiert die Software in Benutzergruppen, denen wiederum Zugriffsrechte auf bestimmte Server, Datacenter oder auch einzelne Funktionen gegeben werden. Virtual-Core Customer Cloud ist für die Verwaltung verschiedener Mandanten vorgesehen.

Im Test ließ sich keine Variation entdecken, die nicht abgebildet werden könnte. Es versteht sich von selbst, dass innerhalb des Betriebssystems der virtuellen Maschine eigene Rechte gesetzt werden müssen.

Ajax auf der Oberfläche

Insgesamt ist die Ajax-basierte Oberfläche äußerst angenehm in der Bedienung, modern gehalten und absolut funktionell. Anstelle der klassischen Bestätigungs- oder Fehler-Fenster erstellt die Software am rechten Fensterrand grüne oder rote Infofenster.

Wird beispielsweise versucht, ein Passwort anzulegen, welches weniger als acht Zeichen lang ist, so erscheint der Fehlertext in einem unübersehbaren knallroten Textrahmen. Weitere Textrahmen stellt das Programm unterhalb des vorherigen Eintrags dar.

Ist das Fenster einmal voll, so verschwindet der jeweils älteste Eintrag. Nach einigen Minuten leert sich das Fenster jedoch auch von allein oder der Anwender klickt die Fensterchen mit der Maus weg. Sehr angenehm an diesem System: Der Benutzer wird bei der Eingabe nicht durch modale Fenster gestört.

weiter mit: Der Umgang mit Warn- und Erfolgsmeldungen

Der Umgang mit Warn- und Erfolgsmeldungen

Erwartungsgemäß führt die Software über die Warn- und Erfolgshinweise ein Logbuch mit Zeitstempel und dem Namen der angemeldeten Person. Dieses Log kann auf der Hauptseite auf bis zu 1000 Zeilen in einer Ansicht vergrößert werden und enthält beispielsweise Einträge wie die Bearbeitung von Benutzern oder das Aufschalten per VNC-Viewer auf eine virtuelle Maschine.

Eine Möglichkeit diese Meldungen auch per E-Mail zu abonnieren oder in eine CSV-Datei zu exportieren findet sich derzeit nicht. Laut Hersteller sind beide Features jedoch in Planung.

Mit der Hilfe des Assistenten

Zwar kann der Administrator nun auf die Oberfläche von Virtual-Core Customer Cloud zugreifen, gemacht haben wir hier jedoch noch nichts. Ein in Deutsch gehaltener Willkommensdialog zeigt dem Administrator die sieben Schritte die für die Inbetriebnahme der eigenen Hostserver notwendig sind praktischerweise beim Erststart an.

Der erste praktische Arbeitsschritt lautet: Lade das ISO-Image herunter. Dies geschieht entweder durch einen Mausklick auf das Symbol oder über die stets verfügbare Menü-Leiste.

Die Erzeugung des eigenen Boot-Images und der Download der ISO-Datei geht, dank der äußerst guten Internet-Anbindung von Kamp, mit dem Maximaltempo der eigenen DSL-Anbindung vonstatten. Das Image ist lediglich knapp 170 Megabyte groß und entsprechend zügig heruntergeladen.

Das Image gehört gespeichert

Schritt 2 deutet es schon an: Dieses Image soll auf einen USB-Stick übertragen oder auf eine CD gebrannt werden.

Wer versucht, das ISO-Image als „ESX-System“ unter VMware Workstation zum Laufen zu bringen, der wird enttäuscht werden. Zwar kann VMware Workstation die Umgebung für den ESX-Hypervisor erzeugen, nicht aber die notwendige Umgebung für KVM.

Der Boot-Versuch wird mit dem Kommentar der fehlenden Virtualisierungsumgebung von KVM abgeschmettert. KVM muss auf einer physikalischen Maschine installiert werden.

weiter mit: Mindestvoraussetzungen und Support

Mindestvoraussetzungen und Support

Die Mindestvoraussetzungen für die Hardware erhält der Kunde per PDF-Datei zusammen mit einer Kurzerklärung und der EULA. Ebenfalls in dem Dokument benannt ist die benötigte Konfiguration für die Firewall – der Management-Server ist ja bei Kamp.

Für den Betrieb von Virtual-Core Customer Cloud wird eine aktuelle x64-Maschine von Intel oder AMD mit CPU-seitigem Virtualisierungs-Support, 2 Gigabyte RAM, eine Netzwerkkarte und lokale Festplatten (SATA, SAS, IDE) benötigt. Von den mindestens zwei Gigabyte Speicher nimmt sich die Virtual-Core vRack Software ein Gigabyte, der restliche Arbeitsspeicher steht den virtuellen Maschinen zur Verfügung.

Schön: Speicher-Deduplizierung

Betreibt der Administrator auf einem vServer mehrere ähnliche Betriebssysteme, macht sich die Methode der „Speicher-Deduplizierung“ von Virtual-Core besonders positiv bemerkbar. Die Speicher-Deduplizierung ist mit einem „Swap“-Drive auf einer lokalen Festplatte realisiert und erhöht die Gesamtgröße des zur Verfügung stehenden Arbeitsspeichers.

Da nicht alle Maschinen dauerhaft unter Volllast betrieben werden, erhöht sich so die Gesamtzahl der gleichzeitig zu betreibenden virtuellen Maschinen. Im Notfall, wenn alle virtuellen Maschinen gleichzeitig mehr Arbeitsspeicher anfordern sollten, ist das „Swapping eine Art Lebensversicherung“ für das Gesamtsystem. VLANs unterstützt Virtual-Core ebenfalls, was für den Aufbau einer voneinander abgeschotteten Kunden-Anlage zwingend notwendig ist.

Der Autor:

Thomas Bär ist seit mehr als zehn Jahren als freier, ausgebildeter IT-Fachjournalist für verschiedene IT-Titel tätig Schwerpunkt seiner Arbeiten sind IT-Security, Server/Systems/Client-Management und der Einsatz von IT-Systemen in professionellen Umgebungen

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