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GfK-Konsumklimastudie

Einkommenserwartung weiter auf Rekordniveau

| Autor: Heidemarie Schuster

Die Deutschen sind weiter in Kauflaune.
Die Deutschen sind weiter in Kauflaune. (Bild: Pixabay)

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Die Konsum-Stimmung der Verbraucher zeigt im August ein positives, wenn auch nicht einheitliches Bild. Sowohl die Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung können ihr hohes Niveau bei der GfK-Konsumklimastudie noch einmal verbessern, während die Konjunkturerwartung nach fünf Anstiegen in Folge einen Dämpfer erhält.

GfK bringt die Zahlen der Konsumklimastudie für August 2017 heraus. Nachdem die Konjunkturaussichten der Verbraucher seit April Zuwächse vermeldeten, müssen sie im August einen Rückschlag hinnehmen. Die Konjunkturerwartung verliert 14,2 Zähler und sinkt damit auf 30,4 Punkte. Dennoch weist der Indikator nach wie vor ein gutes Niveau auf. Gegenüber dem Vorjahr verzeichnet er noch immer ein Plus von knapp 22 Punkten.

Trotz der Einbußen sehen die deutschen Verbraucher die deutsche Wirtschaft auf einem soliden Wachstumskurs. Ob es sich bei dem Rückgang des Indikators im August um einen einmaligen „Ausrutscher“ handelt, muss man abwarten, so die GfK. Möglicherweise sei eine Reihe von Bundesbürgern etwas verunsichert darüber, ob sich die Exportnation Deutschland angesichts der Diskussionen um die Zukunft des Diesel-Pkws sowie zahlreicher Krisenherde auch künftig so dynamisch entwickeln könne wie bisher.

Die Wirtschaftsexperten gehen dagegen davon aus, dass Deutschland seinen Wachstumskurs beibehalten wird. So berichtet das Statistische Bundesamt, dass das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal 2017 um 0,6 Prozent gegenüber der Vorperiode zugenommen hat (1. Quartal: 0,7 Prozent). Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum gibt es im zweiten Vierteljahr kalenderbereinigt – also unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Anzahl der Arbeitstage – ein Wirtschaftswachstum von 2,1 Prozent, nach 2,0 Prozent im ersten Quartal 2017. Folglich geht die Deutsche Bundesbank in ihrem aktuellen Monatsbericht auch davon aus, dass die Wirtschaft in diesem Jahr sogar noch etwas stärker wachsen kann als die im Juni prognostizierten 1,9 Prozent.

Einkommenserwartung

Trotz moderater Konjunkturaussichten in diesem Monat eilt die Einkommenserwartung weiter von Rekord zu Rekord. Im August gewinnt der Indikator 0,5 Zähler hinzu und steigt damit auf 61,4 Punkte. Dies ist bereits der fünfte Anstieg in Folge. Damit erreicht der Indikator einen erneuten Höchstwert seit der Wiedervereinigung. Noch nie seit 1991, als die Erhebung der Verbraucherstimmung für Gesamtdeutschland startete, wurde ein besserer Wert gemessen, erklärt die GfK.

Wesentlicher Grund für diese Rekordfahrt ist der GfK zufolge die gute Situation auf dem Arbeitsmarkt. So nimmt die Anzahl der Erwerbstätigen ständig zu. Im zweiten Quartal waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 44,2 Millionen Menschen im Inland erwerbstätig, so viele wie noch nie in Deutschland. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Zuwachs von mehr als 660.000 Personen oder 1,5 Prozent.

Anschaffungsneigung

Trotz gemäßigter Konjunkturaussichten bleiben die Bundesbürger auch im August in Kauflaune. Die Anschaffungsneigung gewinnt 3,3 Zähler hinzu und klettert damit auf 58,1 Punkte. Damit werden die Einbußen des Indikators aus dem Vormonat (-3,1 Punkte) kompensiert.

Die sehr gute Beschäftigungssituation in Deutschland ist und bleibt der wichtigste Grund für gute Konsumstimmung, so die GfK. Stabile Beschäftigungsverhältnisse würden kaum Angst aufkommen lassen, den Job zu verlieren. Folglich seien die Bundesbürger eher bereit, sich finanziell etwas risikofreudiger zu engagieren und größere Anschaffungen zu tätigen, die auch mit einer Kreditaufnahme verbunden sein könnten.

Eine nach wie vor sehr schwache Sparneigung gibt der Konsumlaune zusätzlichen Schub. Zwar ist der Indikator im August angestiegen, konnte aber die starken Verluste aus dem Vormonat nicht wettmachen. So verharrt die Sparneigung auch im Sommer 2017 weiter tief im Keller.

Prognosen

Nach 10,8 Zählern im August prognostiziert die GfK für das Konsumklima im September einen Anstieg auf 10,9 Punkte. Dies würde den fünften Anstieg in Folge und den höchsten Wert seit Oktober 2001 bedeuten. Damit bleibt die Konsumstimmung in Deutschland weiterhin auf einem stabilen Wachstumskurs.

GfK bestätigt seine zu Jahresbeginn veröffentlichte Prognose, wonach die realen privaten Konsumausgaben 2017 um etwa 1,5 Prozent zunehmen werden. Die Binnennachfrage wird folglich auch in diesem Jahr einen wesentlichen Beitrag zum Wirtschaftswachstum in Deutschland leisten können.

Mögliche Risiken für die Konsumkonjunktur kommen hauptsächlich aus dem internationalen Umfeld. Die sehr schleppend verlaufenden Brexit-Verhandlungen, die wenig transparente US-Politik, eine Verschärfung der Lage in diversen Krisenregionen, wie Nordkorea oder dem Nahen Osten, sowie die Terrorgefahr könnten auch dem Konsumklima künftig Schaden zufügen, erklärt die GfK.

Zur Studie

Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „GfK-Konsumklima MAXX“ und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren grafisch aufbereitet, prognostiziert und ausführlich kommentiert. Darüber hinaus finden sich darin auch Informationen über die Ausgabevorhaben der Verbraucher für 20 Bereiche der Gebrauchsgüter-, Verbrauchsgüter- und Dienstleistungsmärkte.

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