Sun-Chef Thomas Schröder im Exklusiv-Interview Eine Milliarde Dollar für kostenloses MySQL

Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Sun hat 1.000.000.000 US-Dollar für die freie Datenbank MySQL gezahlt. IT-BUSINESS unterhielt sich mit Sun-Chef Thomas Schröder über die Hintergründe und darüber, wie Sun eigentlich »tickt«.

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ITB: Das Sun-Geschäftsjahr endet am 30. Juni. Dementsprechend dürften sie gerade in der aktienrechtlichen »quiet Period« sein. Trotzdem: Wie laufen die Geschäfte?

Schröder: Richtig, nach US-Aktienrecht bin ich in der Schweigepflicht, was einen Ausblick auf den Jahresabschluss angeht. Aber so viel kann ich sagen: Wir haben in den letzten sieben Quartalen in Folge den Umsatz gesteigert und zum Halbjahr den Gewinn auf 260 Millionen US-Dollar verdoppelt. Sun hat sich sehr gut entwickelt, sowohl was organisches als auch anorganisches Wachstum angeht. Die jüngsten Übernahmen von MySQL und der deutschen Innotek sind das beste Beispiel für erfolgreiche Zukäufe.

ITB: Für MySQL hat Sun rund eine Milliarde Dollar gezahlt. Ich dachte immer MySQL wäre kostenlos?

Schröder: (lacht) Für die MySQL-Community schon. Und genau das ist der Punkt, warum MySQL perfekt in unser Unternehmen passt – wir haben mit dem Kauf ja nicht nur eine hervorragend positionierte Datenbank erworben, sondern gleichzeitig eine riesige Community, ähnlich wie bei Java. Das passt perfekt in unser duales Geschäftsmodell: Produkte kostenlos anzubieten, diese Produkte mit einer großen Entwickler-Community zusammen weiter zu entwickeln und erst in einem zweiten Schritt damit Umsatz zu generieren.

ITB: Wie sieht dieser zweite Schritt konkret aus?

Schröder: Bleiben wir beim Beispiel MySQL. Anwender können MySQL kostenlos als Datenbank nutzen. Ohne Wenn und Aber. Auch Support und entsprechendes Know-how lässt sich in diesem Stadium bis zu einem bestimmten Grad kostenlos von der Community beziehen – beispielsweise über entsprechende Websites. Irgendwann wird ihr Unternehmen aber eine gewisse kritische Größe erreichen, ab der es nicht mehr im Vordergrund steht, Kosten zu sparen. Denken Sie beispielsweise an einen Webshop. Dann zählt nur noch, dass das System läuft, denn die Datenbank ist eine unternehmenskritische Anwendung. Ab diesem Zeitpunkt können Sie Supportverträge mit entsprechenden Reaktionszeiten abschließen.

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