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Datacenter-in-a-box Eine für (fast) alles: Oracle Virtual Compute Appliance

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / / Wilfried Platten

Server, Storage, Netzwerk, Middleware und Software in einem Gehäuse: die Oracle Virtual Compute Appliance (OVCA) will die aufwändige Evaluation und Konfiguration von Datacenter-Komponenten überflüssig machen.

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Sun steht drauf, Intel steckt drin: Die Oracle Virtual Compute Appliance.
Sun steht drauf, Intel steckt drin: Die Oracle Virtual Compute Appliance.
(Bild: Oracle)

Der Appliance-Gedanke feiert fröhliche Urstände. Hard- und Software aus einer Hand, getestet und aufeinander abgestimmt, schnell und einfach zu installieren und in Betrieb zu nehmen, das hat schon was. Allenthalben schießen die integrierten Geräte aus dem fruchtbaren Boden der IT-Welt wie Pilze nach einem warmen Herbstregen.

Konvergenzpraxis

Oracle nennt sie Engineered Systems und hat schon einige im Angebot, beispielsweise die Exadata- und Exalogic-Modelle für Datenanalysen und Big Data. Jüngster Zugang ist die Oracle Virtual Compute Appliance, kurz OVCA.

OVCA ist so eine Art „Datacenter-in-a-box“. Als sogenannte Converged Infrastructure enthält das Paket alle wichtigen Zutaten für ein eigenes kleines Rechenzentrum: Server, Storage, Netzwerk, Middleware und Applikations-Software. In weniger als einer Stunde nach Drücken des An-Knopfes soll es betriebsbereit sein.

X86 statt Sparc

Beginnen wir bei der Hardware: Die Server bilden den Kern von OVCA. In der Basiskonfiguration haben zwei Server das Rack für sich, in voller Ausbaustufe müssen sie sich den Platz mit 23 weiteren Servern teilen. Etwas überraschend kommt hier nicht die zugekaufte Sparc-Technologie von Sun zum Einsatz sondern x86-CPUs von Intel. Dahinter stecken die bekannten X3-2 Systeme von Oracle mit zwei Sockeln und Xeon-Prozessoren (E5-2600) mit bis zu acht Kernen. Sie besitzen 256 GigabyteRAM pro Knoten, im voll bestückten Rack sind es dann 6,4 Terabyte Arbeitsspeicher.

Das integrierte Netzwerk entpuppt sich als Zwitter. Der Anschluss an die Außenwelt erfolgt per 10-Gigabit-Ethernet (16 Ports), intern wird per Infiniband kommuniziert. Ein interner Fabric-Connector widmet sich der Übersetzung der beiden Protokolle in beide Richtungen. Das soll vor allem Latenzzeiten bei der internen Datenverarbeitung verkürzen. Der Connector ist zweifach vorhanden, die Redundanz soll die permanente Verfügbarkeit sicherstellen. Die integrierten Ethernet-Switches entsprechen den ES1-24 mit halber Baubreite.

Auch das eingebaute Storage System ZFS 7320 ist auf der Controller-Seite redundant ausgelegt. Es ist konfiguriert mit RAID 1 und 18 Terabyte Speicherkapazität. Davon sind allerdings zwei Drittel für das System selbst reserviert, nur sechs Terabyte stehen für Daten und Anwendungen zur Verfügung. Oracle weißt deshalb ausdrücklich darauf hin, dass für speicherintensive Anwendungen diverse Systeme von Anbietern wie NetApp oder EMC angeschlossen werden können.

Exklusive Kontrolle

Die Steuerung der Appliance erfolgt über Controller Management Software, für die zwei zusätzliche Server im Rack untergebracht sind. Daneben laufen hier noch zwei weitere Middleware-Komponenten: die hauseigene Virtualisierungs-Software Oracle VM für die Server-Virtualisierung und eine SDN-Software (Software Defined Networking) für die softwaregesteuerte Verwaltung der Netzwerk-Funktionalitäten.

Auch wenn SDN-Funktionalität integriert ist, bei der Unterstützung der wichtigen Standards wie OpenStack und OpenFlow muss OVCA passen. Ob, und wenn ja wann sich das ändert, dazu wollte Oracle (noch) keinen Kommentar abgeben.

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