HSP Summit 2017 Eine Cloud-Plattform allein reicht nicht aus

Autor: Michael Hase

MSPs können nur durch Dienstleistungen einen Mehrwert liefern, meint Michael Veit, Technologie-Evangelist bei Sophos. Der Security-Hersteller tritt als Premium-Partner beim Hosting & Service Provider Summit 2017 auf.

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Michael Veit, IT-Security-Experte bei Sophos, rechnet damit, dass die Migration in die Public Cloud weiter an Fahrt aufnimmt.
Michael Veit, IT-Security-Experte bei Sophos, rechnet damit, dass die Migration in die Public Cloud weiter an Fahrt aufnimmt.
(Bild: Sophos)

ITB: Sehen Sie die Public Cloud eher als Bedrohung oder als Chance für Systemhäuser und MSPs an?

Veit: Die steigende Akzeptanz von Cloud-Diensten ist generell eine Chance für Systemhäuser und MSPs, vom zunehmenden Outsourcing jeglicher Art zu profitieren. Mit dem wachsenden Funktionsumfang von Public-Cloud-Angeboten müssen MSPs einen zusätzlichen Mehrwert bieten, um Kunden an sich zu binden. Das reine Bereitstellen einer Plattform reicht nicht mehr aus. Stattdessen steht die Dienstleistung bis hin zum kompletten Betrieb der Lösung im Fokus.

ITB: Worin kann eine solche Dienstleistung konkret bestehen?

Veit: Sophos Central ist ein Beispiel für einen Public-Cloud-Dienst, der Systemhäusern und MSPs viele Geschäftsmöglichkeiten eröffnet. Ohne in eigene Infrastruktur zu investieren, können Partner ein umfangreiches Security-Portfolio bereitstellen und ihren Kunden darüber hinaus praktisch die gesamte Administration bis hin zum Management von Sicherheitsvorfällen anbieten. In Zeiten von Kosteneinsparungen in der IT nutzen Unternehmen zunehmend Outsourcing. Das ermöglicht es Systemhäusern und MSPs, Geschäft zu generieren, indem sie den Komplettbetrieb von IT-Bereichen – in diesem Fall der IT-Sicherheit – übernehmen.

ITB: Werden Unternehmen ihren IT-Bedarf in fünf Jahren weitgehend – oder möglicherweise sogar komplett – aus der Public Cloud decken?

Veit: Die Migration von IT-Dienstleistungen in die Public Cloud wird weiter an Fahrt aufnehmen. Damit verbundene Kostenvorteile sind in der Regel der treibende Faktor. Die komplette Auslagerung des IT-Bedarfs ist in den kommenden fünf Jahren eher eine Option für kleine Unternehmen und für Unternehmen mit einer verteilten Unternehmensstruktur ohne zentrale IT. Größere Unternehmen mit gewachsenen IT-Infrastrukturen werden etwas langsamer vorgehen, zumal mit der Migration in die Cloud häufig ein nicht unerheblicher Aufwand verbunden ist. Mittel- und langfristig sehen wir aber in fast allen Bereichen eine starke Verlagerung von IT-Diensten in die Public Cloud.

ITB: Warum hat sich die lange Zeit in Deutschland vorherrschende Skepsis gegenüber der Cloud allmählich verflüchtigt?

Veit: Die Zurückhaltung deutscher Unternehmen und Behörden gegenüber der Public-Cloud-Nutzung wurde in der Vergangenheit vor allem mit datenschutzrechtlichen Vorbehalten erklärt. Mittlerweile bieten Provider ihren Kunden Rechtssicherheit, beispielsweise durch Zertifizierungen oder Vereinbarungen zur Auftragsdatenverarbeitung.

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