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Nische wird immer grösser Dünne Klienten mit dicken Auftragsbüchern

| Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Tatsache. Vertrieb in Wachstumsmärkten macht Spaß. Wenn der Gewinn noch nicht so erodiert ist, die Hardware-Marge stimmt und dann noch lukrative Dienstleistungen mitverkauft werden, könnte es sich um den Thin-Client-Markt handeln.

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Deutschland. Hierzulande kann Igel laut den Marktforschern von IDC das größte Stück vom Kuchen für sich beanspruchen
Deutschland. Hierzulande kann Igel laut den Marktforschern von IDC das größte Stück vom Kuchen für sich beanspruchen
( Archiv: Vogel Business Media )

Hardware-Hersteller und Systemhäuser im Thin-Client-Umfeld haben gute Laune. Die Auftragsbücher sind voll, die Wachstumsraten hoch und die Technologie zukunftsträchtig. In Deutschland erwarten Marktforscher einen Zuwachs von 20 Prozent im Jahr 2006. Bis 2009 soll der Markt dann jährlich um rund 16 Prozent anziehen. In verkauften Einheiten ausgedrückt heißt das für 2006 278 247 Thin Clients und 2009 satte 467 103. Das oft vorschnell verwendete Wort „Boom“ scheint angebracht.

Wenn der IT-Verantwortliche erst einmal grundsätzlich vom Konzept des Server-Based-Computing überzeugt wurde, fällt die breite Masse der PC-Hersteller beziehungsweise klassischer Systemhäuser als Konkurrenten weg und man bewegt sich unter seinesgleichen.

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Glückliches Umfeld

Beim Thin-Client-Hersteller Igel beträgt der Anteil des Umsatzes in Deutschland etwa 58 Prozent. Ein niedriger Wert, wenn man bedenkt, dass PC-Hersteller im EU-Vergleich in Deutschland oft um die 70 Prozent ihres Umsatzes generieren. Frank Lampe, Marketing Manager EMEA, deutet das wie folgt: „Es herrscht Nachholbedarf in Deutschland“. Eine Einschätzung, die wohlgemerkt vom Marktführer in Deutschland kommt, der laut IDC mit 23 Prozent den größten Marktanteil hierzulande für sich beanspruchen kann (siehe Kasten: „Marktanteile Deutschland“). Lampe schätzt, dass etwa 70 Prozent der PC-Arbeitsplätze durch Thin-Client-Lösungen ersetzt werden könnten. Im CAD oder Grafikbereich gibt es Grenzen, die derzeit praktikablerweise noch nicht überschritten werden, aber Thin Clients holen weiter auf. Einen Wachstumsmarkt im Wachstumsmarkt gibt es bei Igel in Form von mobilen Thin Clients, die sich insbesondere im Gesundheitswesen oder im Logistikbereich größer Beliebtheit erfreuen. „Noch handelt es sich allerdings um einen Nischenmarkt“, so Lampe. Für ihn ist einer der größten Thin-Client-Wachstumstreiber in Zeiten steigender Energiepreise eindeutig das Thema „Stromsparen“. Tabellarisierte Rechenbeispiele überzeugen im Vertriebsalltag (siehe Kasten). Die Hardwaremarge für den VAR taxiert Lampe im Gespräch mit IT-BUSINESS NEWS in kleineren Projekten auf 10 bis 15 Prozent. Jörg Hesske, der beim Hersteller Neoware als General Manager für die zentral- und osteuropäischen Märkte zuständig ist, geht davon aus, dass 80 bis 90 Prozent der gegenwärtig eingesetzten PCs durch Thin Clients ersetzt werden könnten. Sogar im CAD-Umfeld sei Neoware inzwischen erfolgreich unterwegs.

Mobile Thin Clients sind auch für Neoware ein Thema. Das junge Geschäftsfeld geht der Hersteller mit dem m100 an, einem ersten mobilen Thin Client für den Einsatz im Server-Based-Computing-Umfeld. In der alltäglichen Vertriebsarbeit bleibt hierbei ein Argument bei aller Verschlüsselungstechnik ungeschlagen, wenn es um die Sicherung sensibler Daten geht: Wo kein Laufwerk eingebaut ist, können keine Daten durch Diebstahl des mobilen Endgerätes in falsche Hände geraten, so Hesske.

Wolfgang Stähle, President & General Manager EMEA Operations bei Wyse Technology, ist sicher, dass „die Bedeutung des Thin Computing und das Interesse an dieser Systemarchitektur wird weiter zunehmen wird“. Das Konzept sei aus ökonomischer und organisatorischer Sicht für Unternehmen und Organisationen eine interessante Alternative. „Das Hauptinteresse der IT-Abteilungen besteht darin, Kosten zu senken und Risiken zu minimieren. Gleichzeitig sind Infrastrukturen von höchster Verfügbarkeit gefragt“, sagt Stähle.

Andere Zeiten

Die Branchenexperten sind sich einig, dass der Siegeszug der Thin Clients im Unternehmen mit steigender Bandbreite einher ging. Mitte der 90er, als es unter dem Stichwort „NetPC“ erste Gehversuche in diesem Bereich gab, fehlten schlichtweg entsprechende Datenübertragungsraten und Standards.Wsr

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