Trotz Neukundenschwund optimistisch DSL-Geschäft schwächelt bei United Internet

Redakteur: Sarah Gandorfer

United Internet meldet als zweitgrößter DSL-Provider nach der Deutschen Telekom einen Rückgang bei den Neukunden. Grund sind die Preissenkungen der Wettbewerber und fehlende Produktlaunches im zweiten Quartal. Sorgen macht sich das Unternehmen jedoch keine.

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Im ersten Quartal hat United Internet nur 90.000 DSL-Neukunden gewonnen, das sind 10.000 weniger im Vergleich zum Vorjahr. Im zweiten Quartal sei das Unternehmen laut Geschäftsführer Ralph Dommermuth noch etwas schlechter gefahren. Die Börse reagierte auf diese Aussage prompt, indem die im TecDax notierte Aktie am Montag zeitweise ein Minus von fünf Prozent verzeichnete.

Auf Anfrage von IT-BUSINESS nannte ein Unternehmenssprecher zwei Gründe für den Neukundenschwund: Zum einen die Preissenkungen im Breitbandbereich bei der Telekom und den Wettbewerbern im Mai, zum anderen, dass im zweiten Quartal keine neuen Produkte vorgestellt wurden. Man dürfe allerdings das langsamere Wachstum im DSL-Geschäft nicht mit einem allgemeinen Gewinnrückgang verwechseln. Das Unternehmen erwartet ein positives Ergebnis.

Bis vor kurzem war United Internet ein reiner Reseller von Telekom-Leitungen. Erst seit zwei Wochen bietet die Tochter 1&1 auf Basis der Infrastruktur von QSC und Telefónica Verbindungen, bei denen kein Telekom-Anschluss mehr notwendig ist. Andere Provider, wie Freenet, haben diesen Weg schon früher beschritten. Das neue Tarifpaket sei seit seinem Start jedoch gut bei den Neukunden angekommen – genauere Zahlen werden allerdings erst im August bekannt gegeben.

Angst, wegen des gerade gelaunchten Telekom-Billigangebots »Congstar« unter Druck zu geraten, hat United Internet nicht. »Unser Tarife sind günstiger, es bedarf keines Telekomanschlusses, und wir haben ein breites Zusatzangebot wie Virenschutz und Webspace«, ließ der Unternehmenssprecher verlautbaren.

Der DSL-Markt ist derzeit heiß umkämpft. Noch haben die Telekom, United Internet und Arcor die Nase vorn. Doch kleinere Anbieter versuchen Boden gutzumachen. So geht Freenet beispielsweise gestärkt aus der Eingliederung mit Mobilcom hervor und übernahm außerdem die Breitbandkunden von Tiscali. Gespannt sein darf man allerdings, ob sich auf dder Hauptversammlung am Freitag ein Strategiewechsel durchsetzen läßt, den verschiedene Großaktionären forcieren - allerdings jeder mit einem eigenen Konzept. Lycos hingegen steht schon seit längerem zum Verkauf.

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